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31.10.2019 / 20:39 / Petra Gangl

Homeoffice einrichten

Ergonomie und Gesundheit sind auch im heimischen Büro sehr wichtig

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Wer von zu Hause aus arbeitet, entweder angestellt und auf Home-Office-Basis oder selbstständig aus dem Büro in den eigenen vier Wänden heraus, muss auf einige Besonderheiten achten. Die Arbeitszeiterfassung wird oft speziell geregelt, einige Kosten für die Einrichtung und die Nutzung der Büroräume können steuerlich geltend gemacht werden und die Installation unternehmensspezifischer Systeme ist ebenfalls häufig Bestandteil des Beginns der Home-Office-Arbeit. Darüber hinaus sollten aber auch gesundheitliche Aspekte nicht außer Acht gelassen werden. 

Grundlagen des gesunden Arbeitens und anfallende Kosten

Während Arbeitgeber durch Gesetze dazu verpflichtet sind, Mindestanforderungen an die Beschaffenheit der Arbeitsplätze zu erfüllen, müssen Menschen, die von zu Hause aus arbeiten, selbst für eine gesunde Umgebung sorgen. In den entsprechenden Gesetzen ist beispielsweise vorgeschrieben, dass regelmäßige Bildschirmpausen ermöglicht werden müssen, dass Beleuchtung und Belüftung der Räumlichkeiten der Arbeit anzupassen sind, dass keine störenden Reflexionen die Arbeit am Bildschirm stören und dass die Mitarbeiter ihre Haltung während des Arbeitens verändern können sollen. Selbstredend sind die entsprechenden Umbauten im Haus, die Einrichtung eines separaten Büroraumes und die Beschaffung der dazu notwendigen Möbel und Utensilien auch mit finanziellen Aufwänden verbunden. Vor allem bei der Arbeit mit personenbezogenen Daten können spezielle Anschaffungen, wie feuerfeste und abschließbare Aktenschränke, auf Arbeitende zukommen. Es bieten sich allerdings verschiedene Möglichkeiten, diese zu bewältigen. Wer als Mitarbeiter eines Unternehmens in das Home-Office wechselt, kann meist mit einer Erstattung vieler der anfallenden Kosten rechnen und je nach Verhandlungsgeschick und Entgegenkommen des Arbeitgebers muss privat kaum etwas beigesteuert werden. Selbstständige hingegen müssen zunächst tiefer in die eigene Tasche greifen. Wer die Mittel nicht sofort zur Hand hat, kann sich das notwendige Geld leihen und einen Gründerkredit oder einen kleinen Privatkredit in Anspruch nehmen. Viele der technischen Anschaffungen wie auch separate Arbeits-Räumlichkeiten können später steuerlich geltend gemacht werden, sodass ebenfalls ein teilweiser Ausgleich erreicht werden kann. Ergonomische Möbel und ein gut ausgestatteter Arbeitsplatz sind zudem Investitionen in die persönliche Gesundheit und den eigenen Körper.

Luft, Licht und Lautstärke

Die optimale Raumtemperatur des Büros sollte zwischen 20 und 22 Grad Celsius liegen. Bei diesen Temperaturen wird ein Frösteln, begünstigt zum Beispiel durch zu langes Stillsitzen, vermieden. Es ist jedoch auch nicht so warm, dass man sich schnell müde fühlt. Die Luftfeuchtigkeit liegt optimalerweise zwischen 40 und 60 Prozent. Wer zu feuchte Luft feststellt, kann sich beispielsweise eine Luftentfeuchteranlage anschaffen oder häufiger die Heizung nutzen. Wer über zu trockene Luft klagen muss, dem seien Luftbefeuchter empfohlen, die man bereits unkompliziert online erwerben kann. Um Luftverschmutzungen durch Feinstaub vorzubeugen, sollten sich Drucker, Kopierer oder Multifunktionsgeräte in einem separaten, belüftbaren Raum befinden. Wenn Sie alleine in Ihrem Büro arbeiten, sollten Sie mit einem unangenehmen Geräuschpegel keine Probleme haben. Teilen Sie sich das Büro oder lassen Sie gerne nebenbei ein Radio laufen, sollte der Geräuschpegel nicht über 55 Dezibel liegen, was in etwa der durchschnittlichen Lautstärke eines Gespräches entspricht.

Das Büro sollte zudem unbedingt über ein oder mehrere Fenster verfügen, die optimalerweise nicht direkt hinter dem Arbeitsplatz liegen, da sonst ungünstige Reflexionen das Arbeiten am Bildschirm stören können. Auch der Blick in die Sonne, also ein Fenster direkt hinter dem Bildschirm, erweist sich meist als eher ungünstig. Um auch an dunkleren Tagen sowie am frühen Morgen und Abend ausreichend zu sehen, empfehlen sich neben einer Deckenleuchte oder mehreren Wandleuchten auch Schreibtischlampen, die bestenfalls flexibel und höhenverstellbar sind.

Der perfekte Schreibtisch

Etwa 40 Prozent der Beschäftigten verbringen ihren Arbeitsalltag hinter einem Schreibtisch. Umso wichtiger also, dass dieser gut ausgestattet und ergonomisch korrekt arrangiert ist. Der Monitor sollte mindestens 24 Zoll groß sein, sodass mehrere Fenster, Tabellen oder Dokumente parallel eingesehen werden können und alles gut erkennbar ist. Der obere Bereich des Bildschirms sollte sich mindestens 50, aber maximal 80 Zentimeter von den Augen entfernt und leicht unterhalb der Augenhöhe befinden. Um den Monitor optimal positionieren zu können, empfiehlt sich ein höhenverstellbarer Bildschirm. Die Tischplatte sollte etwa 80 Zentimeter mal 160 Zentimeter messen, sodass für Tastatur, Bildschirm, Lampe und etwaige Schreib- sowie Büroutensilien ausreichend Platz ist. Die Tischplatte sollte sich zwischen 19 und 28 Zentimetern über der Höhe des Sitzes befinden. Um die Handgelenke zu entlasten, empfiehlt es sich, die Tastatur etwa 10 Zentimeter von der Tischkante entfernt zu platzieren und diese nicht zu stark zu neigen. Der DPI-Wert der Maus sollte so justiert werden, dass keine weiten Wege auf dem Maus-Pad zurückzulegen sind. Wer auf Dauer Probleme feststellt, kann sich auch eine ergonomische Maus und Tastatur zulegen, welche die Handgelenke zusätzlich schonen.

Der richtige Sitz

Da wir im Durchschnitt etwa 7 Stunden pro Tag sitzen und einige auch ihren Feierabend am liebsten sitzend auf der Couch oder im Sessel verbringen, ist es wichtig, dass ein Bürostuhl genutzt wird, der gesundheitlichen Problemen entgegenwirkt. Generell sollte der Stuhl höhenverstellbar sein und den Rückenbereich stützen. Die optimale Sitzhöhe liegt, je nach Körpergröße, zwischen 42 und 53 Zentimetern, die Sitzbreite zwischen 40 und 48 Zentimetern. Sitzend sollten sich sowohl Oberschenkel zu den Unterschenkeln als auch Oberarme zu Unterarmen im 90 Grad-Winkel befinden. Zusätzliche Lenden-, Becken und Schulterstützen können ebenfalls hilfreich sein. Eine besonders rückenschonende und gesundheitsfördernde Variante sind Stühle, die einen ständigen Ausgleich des Körpers auf der Sitzfläche erfordern, die auf einer Art Kegelgelenk angebracht ist. Ähnlich wie auf einem Gymnastikball werden auf diesen Arbeitsstühlen die Kernmuskeln angeregt und sogar leicht trainiert. Die Durchblutung des Körpers und des Gehirns wird gefördert, die Rückenmuskulatur, Bandscheiben, Schultern, Becken und der Nacken werden entlastet und Müdigkeitserscheinungen sowie Kreislaufproblemen wird vorgebeugt. Generell gilt jedoch: Auch wenn all diese Vorgaben eingehalten werden und man seinen Arbeitsplatz damit möglichst gesundheitsbewusst und ergonomisch gestaltet hat, sollte immer auf genügend Bewegung geachtet werden. Insofern Sie die Möglichkeit haben, sollten Sie kleinere, regelmäßige Bewegungspausen einlegen. Um die Fußgelenke zu entlasten, kann zusätzlich ein Fußhocker oder eine Fußstütze integriert werden. Auch gelegentliches Strecken und Anziehen der Beine sowie Fußkreisen kann helfen, die unteren Extremitäten wach und beweglich zu halten.


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