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18.03.2018 / 18:48 / Mag. Philipp Gangl

Niedrige Heizkosten:

So spart man bei gleichzeitig hohen Komfort

Photo by James Cousins on Unsplash

Besonders in der kalten Jahreszeit verbringt man den Großteil des Tages gerne zuhause bei angenehmen Temperaturen in kuscheliger Stimmung. Um ein winterlich-wohliges Ambiente aufrecht zu erhalten, benötigt man jedoch keine riesigen Ausgaben an Heizkosten. Mit den richtigen Tipps und Tricks und einigen Vorkehrungen schafft man es sogar bei klirrend kalten Temperaturen, Heizkosten zu sparen und gleichzeitig angenehmen Wohnkomfort zu genießen.

Teppiche -  Wohlfühlwärme für die Füße

Der richtige Untergrund spielt eine wichtige Rolle bei der Temperaturempfindung. Während Stein- und Holzböden das Gefühl von Kälte vermitteln und Wärme nicht speichern, schaffen besonders Teppiche das genaue Gegenteil. Das ist insbesondere der Fall, wenn man über keine Fußbodenheizung verfügt. Dabei sind besonders Schurwoll- und Langfaserteppiche wärmend und angenehm, während Perserteppiche oftmals hart und weniger warm sind. Reine Schurwollteppiche findet man auf ausgesuchten Seiten auch online, wie beispielsweise bei www.klingel.at. Möchte man weniger heizen und gleichzeitig das anhaltende Gefühl von Wärmekomfort genießen, sollte jeder oft begangene Raum mit Teppichen ausgestattet werden.

Dämmung - das A und O bei der Heizkostenreduktion

Besonders Immobilien, die in den 60er- und 70er-Jahren errichtet worden sind, weisen oftmals eine mangelhafte Dämmung auf. Das führt zu hohen Heizkosten, die durch relativ einfache Maßnahmen verhindert werden könnten. Insbesondere Fenster und Türen sind oftmals sehr wärmedurchlässig und können durch relativ kostengünstige Investitionen gedämmt werden.

Häufig sind lediglich die Fugen brüchig und damit durchlässig. Alleine die Optimierung der Fenster und Türen schaffen oftmals eine Heizkostenreduktion von etwa 20 bis 30 Prozent.

Möchte man sich die Dämmung nicht leisten, können auch rudimentäre Mittel helfen. Das sind bei alten Fenstern zum Beispiel schwere Vorhänge, durch die die warme Luft weniger nach außen dringt. Eine weniger effektive Alternative zu dicken Vorhängen sind Rollos. Problematisch ist oftmals die Dämmung hinter Heizkörpern. Sie stehen oftmals in Nischen, dadurch sind die Wände hinter ihnen besonders dünn. Sinn macht es deshalb besonders bei Altbauten, eine Dämmung spezifisch hinter den Heizkörpern durchzuführen. Das kann etwa durch Dämmwolle, Styropor, Aluminium oder Dämmschaum passieren, ist relativ kostengünstig, bewirkt aber eine starke Kostenreduktion.

Lüften - Effizient und nicht konstant

Jeder Mensch genießt Frischluft in den eigenen vier Wänden. Hat man jedoch keine automatische Lüftung, sollte man das Lüften effizient durchführen. Konkret heißt das, auf gekippte Fenster zu verzichten und stattdessen einige Male pro Tag das Fenster ganz zu öffnen und für einige Minuten durchlüften zu lassen. Das sorgt zwar kurzfristig für kalte Luft, über den Tag gerechnet sind die Wärmeverluste jedoch minimal. Völlig uneffizient ist es hingegen, mit gekippten Fenstern zu lüften. Während die geringe Luftzirkulation vergleichsweise wenig frischen Sauerstoff in die Räume bringt, entweicht gleichzeitig enorm viel Wärme, was sich am Ende des Monats auf die Heizkostenrechnung auswirkt. Lüftet man zum Beispiel für 5 Minuten, sollte man währenddessen am besten die Heizkörper ausschalten, um unnötige Ausgaben zu vermeiden.

Richtiges Platzieren der Möbel

Heizt man mit Heizkörpern, macht die Position viel aus. Besonders ist das bei Räumen mit viel Möblierung der Fall. Sind nahe oder vor Heizkörpern Möbel wie zum Beispiel Sofas oder Schränke platziert, führt das dazu, dass zu einem Wärmestau. Dadurch kann sich die warme Luft nicht gleichmäßig verteilen, die Heizkosten verschwinden also in der intensiven Erwärmung weniger Quadratmeter, während der restliche Raum kühl bleibt.

Die richtige Raumtemperatur bei Nichtnutzung

Fährt man auf Urlaub oder wohnt aus anderen Gründen nicht in der eigenen Immobilie, wird gerne das Thermometer zurückgedreht. Während das prinzipiell Sinn macht, sollte man hier keinesfalls nach dem Maximalprinzip handeln. Während man die Temperaturen leicht unter 20 Grad drehen kann, sollte die Raumtemperatur 16 Grad nicht unterschritten. Der Grund ist, dass ansonsten die Wände auskühlen würden. Sie wieder zu erwärmen, kostet weit mehr als durch die Wärmereduktion gespart wurde. Nicht zuletzt droht bei immer tieferen Temperaturen auch Schimmel durch leichter einziehende Feuchtigkeit.

Die eigene Heizungspumpe: Noch modern?

Heizungspumpen konnten sich in den vergangenen Jahren stark verbessern. Viele Menschen ziehen jedoch unwissentlich in das neue Eigenheim, ohne zu wissen, dass die mitgekaufte Heizungspumpe mittlerweile völlig ineffizient ist. Weil sie jedoch 20 Prozent der gesamten Stromausgaben ausmachen, sollte man sie auf ihre Effizienz überprüfen. Das ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern wird auch gefördert. Eine moderne Heizungspumpe inklusive Einbau wird mit 100 Euro gefördert und kostet dadurch circa 400 Euro. Weil bei einem typischen Einfamilienhaus etwa 105 Euro pro Jahr nur durch den Austausch gespart werden kann, hat man die Ausgaben schon nach dem dritten Jahr wieder amortisiert.

Besonders bei der Suche nach einer neuen Immobilie sollte man den Makler immer auf die Wärmepumpe ansprechen und diese selbst ansehen. Entspricht sie nicht mehr modernen Standards, wie das bei den meisten Altbauten der Fall ist, sollte man das vor dem Einzug wissen. Nicht nur, weil dann ein Austausch lohnenswert ist, sondern auch, weil die veraltete Heizungspumpe ein Grund sein kann, Miete oder Kaufpreis neu zu verhandeln.

Schur- statt Baumwolle

Natürlich ist es nicht das Ziel, durch weniger Komfort Geld bei der Heizrechnung zu sparen. Tatsächlich kann man jedoch komfortabel mit einer geringeren Raumtemperatur auskommen, ohne sich dafür im Winter drei Pullover anziehen zu müssen. Tauscht man Baumwollpullover mit Westen und Pullovers aus Schurwolle aus, ist man deutlich wärmer angezogen, ohne mit vermindertem Tragekomfort leben zu müssen. Das wirkt sich jedoch positiv auf das Portemonnaie aus: Pro Grad weniger Raumtemperatur reduzieren sich die Heizkosten um circa 6 Prozent. Wer statt 22 auf 20 Grad heizt, spart somit mindestens 12 Prozent der Heizkosten ein.

Die beste Heizlösung?

Besonders in ländlichen Gebieten sind die Heizmöglichkeiten durch mehr Platz groß. Heizt man mit Fernwärme und kann so durch Förderungen profitieren, oder präferiert man die klassische Zentralheizung? Sinn kann für Menschen mit eigenem Land- und Waldbesitz auch der typische Holzofen machen. Bei einem Preis von 60 bis 70 Euro pro Kubikmeter erspart man sich hohe Ausgaben, der Aufwand des Zerkleinerns in Holzscheiter macht sich so auf die Stunde gerechnet mehr als nur bezahlt.

Fazit

Die Anzahl an Möglichkeiten, die Heizkostenrechnung zu senken, ist groß. Welche Maßnahmen Sinn machen, hängt immer von der eigenen Wohnsituation und der persönlichen Einstellung ab. Besonders in Altbauten und Immobilien, die in den 60er- und 70er-Jahren erbaut wurden, gibt es fast immer wirtschaftliche und relativ unkomplizierte Möglichkeiten, die Dämmung und Heizung zu optimieren und somit am Ende des Monats weniger Heizkosten begleichen zu müssen.


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