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28.08.2015 / 16:31 / Mag. Nicole Scharinger

Amsterdam als Geheimtipp für Startups

Die Gründerszene in der Grachtenstadt blüht und gilt neben London, Berlin, und Barcelona als eine der wichtigsten Städte für Startups in Europa

Bildquelle: Cristine Lietz / pixelio.de

Aber welche Faktoren machen Amsterdam zu einem Mekka für junge und kreative Unternehmensgründer? Zum einen sind die Niederländer zwar ein kleines, dafür aber sehr internet-affines und tolerantes Volk. Andererseits punkten die Holländer mit Experimentierfreudigkeit und Englisch als praktisch zweite Amtssprache. Besonders hervorzuheben sind auch die vergleichsweise liberalen Steuergesetze.

Wie Berlin auch lebt die Gründerszene in Amsterdam vom internationalen Flair der Stadt. Viele amerikanische Startups nutzen die Niederlande als Testmarkt für den Start in Europa. Aufgrund der günstigen Voraussetzungen versuchen jeden Tag junge und ambitionierte Gründer ihr Glück im Land der Tulpen. Menschen aus 180 Nationen leben dort - viele davon jung, kreativ und bereit die Welt zu erobern. Der Flughafen Schiphol fungiert dabei als weltweites Drehkreuz. Damit noch mehr Menschen mit Unternehmergeist in die Stadt finden, gibt es seit kurzem ein sogenanntes Start-up-Visum, mit dem Gründer auch von außerhalb der EU ohne bürokratische Hürden und jeweils für ein Jahr in den Niederlanden leben können. 

Beispiele für erfolgreiche Startups in Amsterdam sind der Online-Reisevermittler TravelBird, der Zahlungsdienstleister Adyen, oder der Filehosting-Dienst WeTransfer. TravelBird ist nach fünf Jahren in 20 europäischen Ländern tätig und kann dank Investitionen von Rocket Internet in der Höhe von 32,1 Millionen Euro weiter ausbauen. Das Unternehmen mit 700 Mitarbeitern hat seinen Hauptsitz in der Amsterdamer Innenstadt, so wie der Zahlungsdienstleister Adyen, der Online-, Mobile- und In-Store-Zahlungen ermöglicht und weltweit mit 3500 Händler zusammenarbeitet. Darunter befindet sich seit März 2015 auch der Cloud-Speicherdienst Dropbox. Den Schritt in die Selbstständigkeit wagten 2009 auch die beiden Niederländer Ronald Hans und Bas Beerens und sind seitdem mit ihrem Startup WeTransfer weltweit erfolgreich. 70 Millionen Dateien werden pro Monat über kostenlose, aber werbefinanzierte Angebote verschickt, seit 2013 schreibt das Startup schwarze Zahlen.

Die Anziehungskraft Hollands für Startup Gründungen liegt auch in den zahlreichen Unterstützungen. Erwähnenswert ist hier die globale Startup-Maschine Rockstart. Das Unternehmen begleitet junge Gründer während der ersten 1.000 Tage und bietet Support (Rockstart Spaces), Mentoringprogramme (Rockstart Accelerator, Rockstart Impact) und relevante Startup-Events (Rockstart Answers) an. Startupbootcamp Global ist ein internationales Industrienetzwerk mit Sitz in London und fungiert als einer der größten Startup-Accelerators. Aber auch die holländische Regierung subventioniert die Internet-Gründerszene. So erhielten 33 holländische Firmen im ersten Quartal 2015 mehr als 88 Millionen US-Dollar an Investmentgeldern.

 

 


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