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31.07.2015 / 15:35 / Mag. Nicole Scharinger

Nachhaltigkeit: Der Baustoff der Zukunft

Wer heutzutage ein Haus baut, achtet nicht mehr nur auf Design, Hightech-Ausstattung und hohe Funktionalität - auch Recycling, Energieeffizienz und umweltschonendes Heizen liegen voll im Trend und zeigen, in welche Richtung sich Neubauten in den kommenden Jahren entwickeln werden

Bildquelle: I-vista / pixelio.de

Ob Induktionskochfelder, Bewegungsmelder oder automatische Rollläden: Moderne Technik macht das Eigenheim bequemer, sicherer und komfortabler. Hightech-Ausstattung spielt deshalb für viele Besitzer eine wichtige Rolle beim Hausbau – ein Trend, der in Zukunft wohl kaum zurückgehen wird. Das trifft genauso auf das Thema Barrierefreiheit zu. Nicht nur aufgrund des demografischen Wandels nimmt die behinderten- und altersgerechte Gestaltung von Ein- und Mehrfamilienhäusern eine immer dominantere Position ein.

Abseits dieser beiden großen Felder gewinnt aber noch ein weiterer Faktor beim Hausbau seit Jahren an Bedeutung: Nachhaltigkeit. Diese beginnt schon mit der Verwendung recycelbarer Baustoffe. So sehen viele Experten Holz als den kommenden wichtigsten Bestandteil vieler Gebäude. Besonders den in Europa weitverbreiteten Laubhölzern spricht man eine hohe Tragfähigkeit und Wiederverwertbarkeit zu. Sie könnten den Beton in Zukunft als meistgenutztes Baumaterial ablösen. Gerade in Österreich scheint das kaum abwegig, gehört das Land doch zu den waldreichsten Gebieten des Kontinents. Überhaupt kommt dem Holz eine tragende Rolle zu, wenn es um modernen Hausbau geht. So zum Beispiel auch bei der Wärmeerzeugung. Zumindest in den ländlichen Gebieten in ganz Mitteleuropa heizt inzwischen ein großer Teil der Haushalte mit erneuerbaren Energien wie Biomasse oder eben Holz. Dass dieser Trend stetig zunehmen wird, liegt nicht nur an den steigenden Ölpreisen.

Ab September dieses Jahres wird eine neue EU-Richtlinie die Effizienz von Heizungssystemen überprüfen, was einen weiteren Zuwachs in der Nutzung nachhaltiger Wärmequellen bedeuten dürfte. Besonderer Beliebtheit erfreuen sich dabei Pelletheizungen. Allein in Niederösterreich nutzten 2014 bereits 30.000 Haushalte Holzpellets als Energiequelle. Jährlich kommen rund 3.000 weitere hinzu. Kein Wunder: Zwar liegt der Heizwert der Pellets mit 4,9 Kilowattstunden pro Kilogramm Pellets deutlich unter dem der traditionellen Heizmethoden Öl und Gas, dafür sind Pelletheizungen im Betrieb deutlich günstiger und dank des geringeren CO2-Ausstoßes zudem wesentlich umweltfreundlicher. Hohe Energieeffizienz lässt sich jedoch nicht nur durch neue Beheizungsalternativen wie Holzpellets erreichen. Entscheidend ist auch, wie die erzeugte Wärme im Haus bleibt. Durch effektive Dämmstoffe wird einerseits natürliche Sonnenenergie gespeichert und andererseits die von den Heizungssystemen gespendete Wärme innerhalb der Wände gehalten.

Das spart Kosten und sorgt zudem für eine geringere Umweltbelastung. Auch auf diesem Gebiet zeichnet sich eine nachhaltige Lösung ab, die das bisher verwendete Verfahren auf Dauer verdrängen könnte. Zu dem häufig zur Dämmung genutzten, aber nur schwer recycelbaren Polystyrol gibt es mittlerweile Alternativen, die sowohl ökologische als auch ökonomische Vorteile mit sich bringen: Platten aus mineralischen Rohstoffen beispielsweise, die in der Herstellung deutlich umweltfreundlicher sind als Polystyrol, aber über eine ähnliche Dämmleistung verfügen. Vereinen könnten all diese neuen Techniken in Zukunft die sogenannten „Smart Homes“. In solchen hochmodernen Gebäuden laufen Strom- und Wärmeerzeugung nicht nur möglichst nachhaltig und schonend ab. Höchste Energieeffizienz soll auch durch die anpassbare, automatische Steuerung der einzelnen Systeme erzielt werden. So lassen sich beispielsweise Heizungen, Rollläden und Lichtquellen, aber natürlich auch Küchengeräte oder Unterhaltungselektronik sogar unterwegs über Apps auf Tablets und Smartphones regulieren.

Ein wichtiger Schritt, um den Energieverbrauch optimal an den eigenen Bedarf anzupassen. Für eine dauerhafte Energiewende genügt die hochmoderne Gestaltung von Neubauten aber natürlich nicht – schließlich machen sie nur einen Bruchteil der gesamten Bebauung aus. Deshalb sollen künftig auch viele ältere Gebäude so umgebaut werden, dass sie dank Energiegewinnung aus erneuerbaren Ressourcen und leistungsfähiger Dämmung eine möglichst hohe Energieeffizienz aufweisen. Eigentümer, die ihr Haus entsprechend umbauen wollen, dürfen dabei sogar auf finanzielle Unterstützung hoffen: Immer mehr Länder fördern besonders Privatpersonen bei dem Vorhaben, in die Jahre gekommene Häuser nach bestimmten, energietechnischen Gesichtspunkten zu sanieren. Schließlich spart man so nicht nur Geld, sondern tut gleichzeitig noch etwas Gutes für die Umwelt.


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