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16.06.2015 / 20:35 / Mag. Nicole Scharinger

M-Commerce: "So muss shopping!"

Rund eine Million Österreicher kauft bereits mit dem Handy, Tablet oder Smartphone ein - Tendenz steigend

Bildquelle: BIGSTOCK.COM ID 29325644/ VIOLETKAIPA

Der Internethandel im mobilen Sektor boomt wie nie - Smartphone und Tablet sei Dank. Studien bestätigen, dass mittlerweile 34,2 Prozent der Internetnutzer Einkäufe über ihr Smartphone tätigen, Tendenz steigend. Laut einer Studie des Gutscheinportals deals.com hat sich der E-Commerce Umsatz 2015 verfünffacht und lag bei 3,4 Milliarden Euro.

Musste man früher als Kunde fnoch mehrere Großmärkte abklappern um die Preis-Leistungsunterschiede für den neuen Fernseher, den Computer oder die schicke Espressomaschine zu eruieren, so lässt sich das heute mit ein paar Klicks sekundenschnell, rund um die Uhr und an jedem Ort erledigen. Herkömmliche Ladenöffnungszeiten werden immer mehr zu einem Relikt aus grauer Vorzeit. Das hat vor allem der Einzelhandel erkannt und seine Online-Präsenz stark ausgebaut. „Grösser, Schneller, Günstiger“ lautet der mediale USP - Attribute die die digitale Welt gerne erfüllt. Printmedien wie Kataloge und Broschüren haben zwar weiterhin ihren Platz, nur lässt sich mit einem Stapel Katalogen auf dem Schoß um einiges schwieriger Preise und Leistungen vergleichen, als mit dem Laptop oder einer App auf dem Smartphone.

2014 wuchs das M-Commerce-Business im deutschsprachigen Raum enorm, die Quote sprang von 26 auf über 30 Prozent. Für 2015 prognostizieren Marktforscher einen erneuten Ansprung und mehr als jeder vierte Euro soll über ein mobiles Endgerät umgesetzt werden. Diesen Trend wollen und dürfen vor allem Versandhändler nicht verpassen. So hat beispielsweise auch der Otto-Versand sein Unternehmensportfolio den digitalen Begebenheiten angepasst. Laut eigenen Angaben versorgt Otto in Österreich rund 2,2 Millionen Kunden mit bestellten Waren. Rund zehn Prozent davon sind auf Bestellungen aus dem Internet zurückzuführen. Die Otto-Group befindet sich immerhin auf Platz 4 hinter Zalando. Universal und Amazon unter den österreichischen Top-Ten der umsatzstärksten Onlineshops, besagt eine Statistik des Onlineportals Statista.

Amazon legt hier mit 342,6 Millionen Euro Jahresumsatz vor,  gefolgt von Universal.at mit 107,7 Millionen Euro und Zalando mit 72,5 Millionen Euro in 2014. Otto folgt mit 64,1 Millionen. Aber wie populär ist Mobileshopping in anderen Ländern? Besonders beliebt offenbar im asiatischen Raum. So werden in Südkorea und Japan fast die Hälfte aller Onlinetransaktionen mit Smartphones abgewickelt. In Südkorea spielen Tablets mit 1 Prozent im Vergleich zu Smartphones für das Onlineshopping keine Rolle mehr. In Deutschland, Frankreich, den Niederlanden, Russland und Großbritannien dominiert bei den mobilen Einkäufen hingegen noch der Tablet-PC. Dabei haben die Briten in punkto Onlineshopping via Mobilgeräten in den westlichen Ländern die Nase vorne.

Kritisch betrachtet sind neben all diesen Lobgesängen pro Mobileshopping auch ein paar Nachteile zu erwähnen. Auch wenn man ratzfatz via Smartphone das perfekte Paar Schuhe ordert, hat man diese bekanntlich nicht sofort an den Füßen. Manchmal wartet man mehrere Tage bis die Lieferung da ist. Ein weiterer Nachteil ist, dass es keine Möglichkeit gibt Artikel anzufassen und selbst zu untersuchen.  Der Warenumtausch ist umständlicher und es gibt keinerlei Kommunikation und Beratung. Viele Kunden haben auch Bedenken wenn es um das Vertrauen und die Sicherheit geht. Bekomme ich das richtige Produkt und sind meine Kontodaten sicher? Abschließend lässt es sich dennoch nicht leugnen - die Kunden von morgen setzen auf das mobile Internet und wer nicht auf den digitalen Zug aufspringt, hat verloren....


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