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29.05.2015 / 18:31 / Mag. Nicole Scharinger

Österreichs Immobilien stark nachgefragt

Als magische Grenze galt die Drei-Milliarden-Marke des Vorjahresvolumens an Immobilieninvestments – 2015 könnte noch besser laufen. Österreichische Immobilien sind beliebter denn je.

Bildquelle: Thorben Wengert / pixelio.de

Das erste Quartal dieses Jahres liegt in puncto Transaktionsvolumen am Immobilienmarkt mit 320 anstatt 480 Millionen Euro deutlich unter dem Vorjahr. Doch laut Georg Fichtinger, Head of Capital Markets der CBRE Österreich, ist davon auszugehen, dass „die nächsten Quartale das Q1 massiv übertreffen werden, bzw. das Gesamtinvestmentvolumen 2015 jenes des Vorjahres jedenfalls übersteigen wird“. Grund dafür ist, dass einige größere Transaktionen ausstehen, die noch abgewickelt werden müssen. Denn Investoren haben Interesse daran, ihre Transaktion eher vor Jahresende abzuschließen. Das trübt die Statistik des Q1, wird aber positive Effekte auf die weiteren Quartale haben.

 

Die Renditen von Spitzenobjekten waren schon mit Ende des vergangenen Jahres unter Druck und sind es auch im ersten Jahresviertel 2015. Bei erstklassigen Büroobjekten liegt der Return bei rund 4,75 Prozent, bei Wohnprojekten oftmals tiefer. Auch bei Einkaufs- und Fachmarktzentren sieht es nicht viel besser aus: Hier liegen die Rückflüsse etwas höher bei 5 bis 5,75 Prozent. High-Street-Objekte schlagen mit 3,75 Prozent zu Buche und sind damit die Schlusslichter.

 

Auffällig ist vor allem auch, dass der Anteil ausländischer Investoren stark zunimmt. Einem Artikel von Boerse Express zufolge stieg dieser Prozentsatz im ersten Quartal 2015 um 55 Prozent an. Interessant dabei ist, dass alleinig 45 Prozent davon deutsche Anleger sind. Aber auch Investoren aus Asien und dem Nahen Osten sind zunehmend stärker an österreichischen Immobilien interessiert.

 

Sieht man sich die Situation des österreichischen Immobilienstandorts an, sind diese Entwicklungen durchaus gut nachvollziehbar. So ist das Preisniveau für Mietwohnungen in Wien nach wie vor moderat im Vergleich zu anderen Städten wie München und Hamburg, aber auch zu kleineren wie Innsbruck. Zwischen 8,90 und 11,90 Euro müssen für einen gemieteten Quadratmeter in der Bundeshauptstadt entrichtet werden, so die Presse in einem Artikel zu den Mietpreisen Wiens. In München bekommt man keine Wohnung unter 10,60 Euro pro Quadratmeter – leicht sind auch einmal bis zu 15,60 Euro pro Quadratmeter fällig. Selbst in Innsbruck liegt der Durchschnittssatz bei satten 12,30 Euro.

 

Andererseits ist Österreich so etwas wie ein Geheimtipp für internationale Anleger, die auf der Suche nach absoluten Luxusimmobilien sind. So haben sich in Österreich ein paar wenige Luxusimmobilien-Hotspots herauskristallisiert, die Preissteigerungen jenseits normaler Sphären verzeichnen. „Die Immobilien am Wörthersee sind Prestige-Objekte – sie erinnern an die glanzvolle Geschichte des Sees und seiner Gäste. Wer hier lebt, legt Wert auf die schönen Dinge des Lebens: Genuss, Luxus und Unterhaltung“, verlautet der Immobilienanbieter Living De Luxe. Neben den am malerischen Wörthersee gelegenen Immobilien zeichnen sich auch Liegenschaften in den Hotspots Kitzbühel und Wien (Innere Stadt und Döbling) durch ihre exklusive Lage und Ausstattung aus.

 

Mit den Zahlen des ersten Quartals bestätigt sich der nach wie vor anhaltende Aufwärtstrend, was den österreichischen Immobilienmarkt anbelangt. Grund für ein Ende des Investitionsoptimismus gibt es keinen – ganz im Gegenteil: CBRE und EHL Immobilien sind sich einig und prognostizieren ein anhaltendes Anlegerinteresse, welches das Kaufvolumen des Vorjahres übersteigen lassen wird.


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