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13.03.2018 / 08:55 / Mag. Philipp Gangl

In die Schweiz auswandern:

Wohnsituation und Krankenversicherung

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Vor allem Freiberufler kennen es: Ein spannender und geldeinbringender Auftrag lädt ein und man möchte ihn unbedingt annehmen. Doch der Auftraggeber hat seinen Firmensitz in einem anderen Land und man muss sich entscheiden, wie man die Wohnsituation regelt, ob man den Wohnsitz wechselt oder auswandert. Vor allem im deutschsprachigen Bereich, also Deutschland – Österreich – Schweiz gibt es zahlreiche Fälle von Migration. Die geringe Entfernung und die fehlende Sprachbarriere machen den Umzug und das Arbeiten einfacher, angenehmer und produktiver. Vor allem, wenn der Auftrag temporär ist, muss man viele Fragen für sich beantworten. Dazu gehören grundlegende Dinge neben dem Job, der ja meist das ausschlaggebende Kriterium für einen Umzug ist, wie z. B. die Wohnsituation oder die Versicherungen. Auch die Gesetzgebung im Hinblick auf den Beruf ist sehr spannend und von Land zu Land spürbar unterschiedlich.

Wohnraum finden: Schockierende Preise auf den ersten Blick

Dass die Schweiz ein Stück weit teurer ist, als ihre deutschsprachigen Nachbarn, ist kein Geheimnis. Dennoch versetzen die Mietpreise Interessenten kurzweilig in einen Schockzustand, wenn sie mit den Zahlen konfrontiert werden. Es ist überhaupt nicht ungewöhnlich, bis zu 1500,- CHF (also rund 1300,- €) für eine Zweiraumwohnung in der Hauptstadt zu bezahlen. Rund 1000,- CHF sind in Bern auch für eine Einraumwohnung nicht ungewöhnlich. Was erschreckend auf den ersten Blick wirkt, relativiert sich etwas durch deutliche höhere Gehälter. Außerhalb der Hauptstadt sehen die Preise auch etwas entspannter aus, dennoch sollte man die Mieten nicht mit den deutschen Plattenbauwohnungen der neuen Bundesländer vergleichen.


Krankenversicherungen in der Schweiz funktionieren nach einem anderen Prinzip. 

Versicherung: Ohne wird es schnell teuer

Die Krankenversicherung in der Schweiz liegt in der privaten Hand, so kann jeder sich selbstständig um seinen Schutz vor Erkrankungen kümmern. Mit ein paar wenigen Ausnahmen ist es für Arbeitnehmer verpflichtend, eine Krankenversicherung abzuschließen. Eine Entscheidung, die zwingend, und dennoch sorgfältig getroffen werden muss.

Kriterien für die Wahl der besten Versicherung:

  •         Angebotene Dienstleistungen
  •         Franchise
  •         Prämie
  •         Sonderleistungen
  •         Dazugehörige Zusatzversicherungen
  •         Kundenservice

Die hochgelobte und fortschrittliche Medizin hat ihren Preis und die Schweizer haben einen deutlicheren Überblick über die Kosten der einzelnen Behandlungen: Schließlich sehen sie die Rechnungen in ihrem Briefkasten. In der Schweiz funktioniert das Modell der Krankenversicherung basierend auf zwei Grundsäulen: Franchise und Selbstbehalt. Die Franchise ist eine Summe, die der Versicherte erbringt bevor die Krankenkasse weitere Rechnungen übernimmt. Liegt die Franchise bei 500,- CHF und der Patient erhält eine Rechnung über 400,- CHF von seinem Arzt, muss er diese komplett selbst bezahlen. Folgt eine weitere Rechnung im selben Monat, muss der Versicherte lediglich 100,- CHF bezahlen, danach übernimmt die Kosten die Krankenkasse. Auch bei der Übernahme der Kosten durch die Krankenkasse entstehen für den Versicherten weitere Kosten: Die Krankenkasse übernimmt lediglich 90% der Rechnung, übrige 10% muss der Patient tragen. Der Selbstbehalt ist in einer gesetzlichen Regelung niedergeschrieben und somit nicht wählbar. Es ist daher immer ratsam, auch bei guter Gesundheit Rücklagen zu bilden um im Ernstfall die Franchise sowie den Selbstbehalt zahlen zu können. Auch für Medikamente übernimmt die Krankenkasse nicht die kompletten Kosten, der Selbstbehalt liegt hier bei 20%.

 

Wer mit seiner Familie ausreist, wird bei Kindern eine Erleichterung feststellen: Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren ist der Selbstbehalt deutlich früher gedeckelt und liegt bei 350,- CHF im Jahr, während Erwachsene bis zu 700,- CHF bezahlen können. Von der Franchise werden Minderjährige durch das entsprechende Gesetz komplett befreit.

Zusatzversicherung: Gesunde Zähne

Kosten für Zahnbehandlungen werden in der Regel nicht durch die Krankenkassen übernommen, daher wird immer dazu geraten, eine Zahnzusatzversicherung abzuschließen. Vor allem in diesem Bereich fallen Rechnungen gern hoch aus und die Rücklagen sind schnell aufgebraucht. Die meisten Krankenkassen bieten entsprechende Pakete direkt zu der allgemeinen Krankenversicherung an.


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