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30.07.2017 / 21:12 / Mag. Philipp Gangl

Jobmarkt in Österreich

aktuelle Entwicklungen und Perspektiven

Bildquelle: Pixabay

Am österreichischen Arbeitsmarkt ist in den letzten zwei Jahren eine Wende zu beobachten, die selbst für den Fachmann nur schwierig zu analysieren ist. Die Zahl der Erwerbslosen hat spürbar zugenommen, was nicht zuletzt daran liegt, dass Österreich seit dem Flüchtlingsstrom nach Europa in der zweiten Hälfte des Jahres 2015 zahlreiche Migranten aufgenommen hat, die bislang noch keine Arbeit gefunden haben. Auf der anderen Seite steigt der Beschäftigungsindex jedoch an. Immer mehr Menschen finden einen Job und schaffen es, die Arbeitslosigkeit zu vermeiden. Seit dem Ende des Jahres 2012 kamen in Österreich etwa 80.000 Arbeitsplätze neu hinzu. Die Anzahl der Arbeitnehmer, die in einem abhängigen Beschäftigungsverhältnis arbeiten, nahm um etwa zwei Prozent zu. In der Planung sind Studien, die belegen sollen, warum die Anzahl der Arbeitsplätze und die Anzahl der Erwerbslosen gleichermaßen steigt. Normalerweise folgt dem Anstieg auf der einen Seite, ein Rückgang der Zahlen auf der anderen. Wenn die Arbeitslosigkeit steigt, befinden sich zwangsläufig weniger Menschen in einem Job und umgekehrt. Doch ganz so einfach geht die Analyse auf dem Arbeitsmarkt in Österreich derzeit nicht auf. Es gibt jedoch eine Vermutung: In den letzten Jahren ist ein Anstieg der Teilzeitarbeit zu beobachten. Ob dies die Ursache für die derzeitige Entwicklung ist, müssen Studien noch bestätigen.


Equal Pay - Einkommensgerechtigkeit in Österreich

Hinter dem Begriff Equal Pay verbirgt sich die Einkommensgerechtigkeit zwischen Männern und Frauen. In vielen Unternehmen verdienen Frauen weniger als Männer, obwohl sie die gleiche Qualifizierung haben und im Job identische Aufgaben übernehmen. In Deutschland wurde kürzlich ein Gesetz verabschiedet, das diese Ungerechtigkeit beseitigen soll. Es gilt jedoch nur in Unternehmen, die mehr als 200 Mitarbeiter beschäftigen und einen Betriebsrat haben. Ob dieses Gesetz die gewünschte Wirkung hat, wird sich zeigen.
In Österreich findet seit dem Jahre 2015 einmal jährlich der Equal Pay Day statt. In diesem Jahr stand der Tag unter dem Motto "Einkommensgerechtigkeit für alle" und macht darauf aufmerksam, dass auch bei uns Frauen in vielen Bereichen deutlich weniger verdienen als Männer. Mit Hilfe einer Zukunftswerkstatt werden nunmehr Strategien erarbeitet, mit denen der Einkommensungerechtigkeit entgegen gewirkt werden kann. Letztlich ist es jedoch schwierig, die alten Strukturen zu durchbrechen. Frauen bleiben in ihrer Einkommenssituation benachteiligt, und dies trifft auch auf Österreich zu. Vielleicht geht Deutschland mit seinem Gesetz für Einkommensgleichheit mit gutem Beispiel voran, und nach zwei bis drei Jahren zeigt sich eine Veränderung. Dennoch bleibt das unterschiedliche Einkommen von Mitarbeitern eines Unternehmens ein sensibles Thema, das nicht einmal in den eigenen Reihen gern besprochen wird. Frauen sollten beim Einstellungsgespräch selbstbewusst auf ihre Fähigkeiten hinweisen und sich vor Abgabe der Bewerbung über branchenübliche Gehälter informieren. Mit diesem Wissen gehen sie oftmals erfolgreich aus den Gehaltsverhandlungen heraus.


Erfolgreiche Jobsuche in Österreich

Die Jobsuche ist durch das Internet deutlich einfacher geworden. Immer mehr Unternehmen schreiben ihre Stellen online aus und nehmen auch die Bewerbungen auf diesem Wege entgegen. Jobsuchmaschinen erlauben eine gezielte Suche nach Berufen und Qualifikationen, aber auch nach Firmen oder Arbeitsorten. Die Anzeigen werden tagesaktuell eingepflegt, sodass es für Jobsuchende empfehlenswert ist, sich jeden Tag über die neuesten Angebote zu informieren. Die Kontaktaufnahme mit dem Unternehmen kann direkt erfolgen. Dies ist von Vorteil, wenn es Nachfragen gibt.
Jobsuchmaschinen bieten alternativ die Möglichkeit, ein Stellengesuch einzustellen. Viele Unternehmen, die auf der Suche nach neuen Mitarbeitern sind, recherchieren in den Stellengesuchen. Es wird als positiv angesehen, wenn sich ein Arbeitnehmer aktiv um eine Stelle bemüht. Der Jobsuchende hat die Möglichkeit, Qualifikationen und Arbeitszeugnisse in sein Portal zu laden. Interessierte Unternehmen bekommen auf diese Weise umgehend Informationen über die Ausbildung und die bisherigen Beschäftigungsbereiche der Bewerber und können sich proaktiv an einen Bewerber wenden. Dies ist oftmals effektiver als das Einstellen einer Stellenbeschreibung mit der Suche nach Mitarbeitern. Die Auswahl aus vielen Bewerbern gestaltet sich mitunter schwieriger als die aktive Suche nach Bewerbern, die sich selbst um eine Stelle bemühen.


Gute Qualifikation als wichtiger Faktor

Junge Menschen sollten um einen guten Schulabschluss bemüht sein. Er ebnet den Weg zu einer guten Ausbildung, was wiederum wichtig ist, um ein gutes Einkommen zu erzielen. Es ist zu beobachten, dass immer mehr Unternehmen nicht mehr ausschließlich nach den Zeugnissen fragen und sich eher für die Bereitschaft zur Schichtarbeit und für Eigenschaften wie Teamfähigkeit, Fleiß und Lernfähigkeit interessieren. Vor allem in den handwerklichen Bereichen sind Bewerber so rar, dass die schulische Qualifikation fast nebensächlich erscheint. Dennoch gilt die Ausbildung als wichtigste Grundlage für einen guten Berufseinstieg mit dem entsprechenden Gehalt. Es ist nachgewiesen, dass Akademiker deutlich mehr verdienen als Berufstätige ohne Abitur, und zwar auch dann, wenn sie nicht in einem wissenschaftlichen Bereich arbeiten.


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