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04.07.2017 / 10:09

Geht der Trend der binären Optionen zu Ende?

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Als die Finanzwelt im Jahr 2007 durch den Sturm der Finanzkrise begann aus den Fugen zu geraten, bereiteten stetig sinkende Zinsen und der Vertrauensverlust in das Finanzestablishment neuen Anlageformen den Weg. Neben diversen Formen des Social Tradings gewannen auch binäre Optionen, die bis dato nur professionellen Tradern vorbehalten waren, an Bedeutung. Nun aber ziehen dunkle Wolken am Horizont auf, die das Ende des Trends bedeuten könnten.

Boom nach der Finanzkrise

Die Digitalisierung hat die Geldanlage in den vergangenen Jahren prinzipiell deutlich einfacher gemacht und damit zweifelsohne demokratisiert, wenngleich dieser Prozess jedem mündigen Bürger auch ein gehöriges Stück Eigenverantwortung abverlangt. Nicht anders ist es im Fall der binären Optionen, die im Vergleich zu anderen Anlageklassen wie Aktien, Anleihen, Fonds sowie verbrieften Derivaten einen deutlich riskanteren Charakter aufweisen. Nichtsdestotrotz sind es die enormen Gewinnchancen, die binäre Optionen für Anleger attraktiv erscheinen lassen, selbst wenn sich diese gar nicht eingehend mit der Thematik beschäftigen möchten. Gepaart mit der scheinbaren Einfachheit des Handels, der auch mit kleineren Einsätzen möglich ist, sind Broker für binäre Optionen seit dem Jahr 2008 wie Pilze aus dem Boden geschossen. Wie sehr die derzeit weit über 400 Broker aus aller Welt insbesondere um die Gunst der Digital-Natives werben, wird nicht nur auf Werbebannern und in TV-Spots, sondern auch auf Messen wie der „Invest“ in Stuttgart deutlich.

Schwarze Schafe bringen binäre Optionen in Verruf

Der Lockruf des leichten Geldes hat zu einem wahren Boom in diesem Anlagesegment geführt. Zumal der Vorteil hinsichtlich der Gewinnchancen langfristig gesehen ebenso beim Broker liegt, wie beim Roulette beim Casino, ist es kein Wunder, dass auch immer mehr unseriöse Broker die Bühne betreten haben. Nun sind es genau diese Broker, die dem Trend des Handelns mit binären Optionen ein Ende setzen könnten. Die Ursache liegt klar auf der Hand, denn neben den produktspezifischen Risiken der binären Optionen, haben es Trader an dieser Stelle oft mit unlauteren Methoden zu tun. So berichten Finanzaufsichtsbehörden wie die BaFin – zu finden auf bafin.de – oder die European Securities and Markets Authorities (ESMA.europa.eu) von zahlreichen Beschwerden über Kursmanipulationen, verweigerte Auszahlungen, schwerwiegende Intransparenzen sowie harte Betrugsfälle im juristischen Sinne. Tests, wie der auf binäre-optionen.at, geben bereits im Vorfeld Informationen zu Regulierungsbehörden der jeweiligen Broker, damit der Einstieg in binäre Optionen möglichst sicher gelingt.

Droht binären Optionen ein generelles Verbot?

Damit treten vermehrt die Regulierungsbehörden auf den Plan, die nun nicht mehr nur einzelne Broker, sondern zum Zweck des Verbraucherschutzes gleich das gesamte Anlagevehikel binäre Option im Visier haben. Während die belgische Finanzaufsichtsbehörde den Vertrieb von OTC-Derivaten wie CFDs, Forex und binäre Optionen an Retail-Kunden bereits im Jahr 2016 verboten hat, erwägt auch die BaFin derzeit ein solches Verbot. Eine solche Entscheidung wäre zweifelsohne ein schwergewichtiger Dominostein, der eine ganze Kaskade von Verboten in anderen Staaten nach sich ziehen und den Trend des Handels mit binären Optionen ebenso schnell beenden könnte, wie er begonnen hat.


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