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12.07.2016 / 15:30 / Lisa Rems

Haus am See: Luxus und Investitionen zugleich

Nach Jahren der Krise boomt der Markt für Luxusimmobilien am Wörthersee wieder. Besonders Appartements mit Seezugang stoßen auf große Nachfrage. Das Angebot jedoch ist begrenzt, weshalb die Preise kontinuierlich steigen.

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Ein Haus direkt am See, mit eigener Zufahrt, einem großzügigen Grundstück und am besten einem Bootssteg – für die meisten lediglich ein Traum. Wer sich Preise in Millionenhöhe jedoch leisten kann, findet am Wörthersee in Kärnten wohl einige der exklusivsten Lagen Österreichs. Seit Jahren schon feiert der Immobilienmarkt des besonders bei Wohlhabenden beliebten Urlaubsziels einen Aufschwung, der sich im internationalen Vergleich nicht verstecken muss. In der vergangenen Dekade haben sich die Preise für manche Objekte gar verdreifacht. „Das wird in Zukunft auch so weitergehen; dass ein Plafond erreicht wird, glaube ich eher nicht“, sagt Thomas Hopfgartner, Geschäftsführer des Premiumimmobilien-Vermittlers Living De Luxe. Das Unternehmen betreibt eine seiner insgesamt drei Verkaufsstellen im Schlosshotel Velden und kann Luxusobjekte am Wörthersee so direkt vor Ort vermitteln. Und das Geschäft läuft gut: Allein für die Grundstücke muss ein Käufer zwischen 3.000 und 6.000 Euro pro Quadratmeter zahlen, Luxusobjekte mit direktem Seezugang kosten mindestens 8.000, oft aber sogar 15.000 Euro und mehr pro Quadratmeter.

Perfekte Infrastruktur

Dass besonders die Preise für Immobilien in Seelage nicht explodieren, aber doch erheblich ansteigen, liegt vor allem am mittlerweile stark beschränkten Angebot. Bereits 98 Prozent der Seegrundstücke befinden sich in Privatbesitz, verfügbare Villen oder Appartements direkt am Wasser sind also rar. Die Grenze für Neubauten in dieser Lage sei ohnehin erreicht, so Hopfgartner. Verständlich, dass viele Käufer ihre Immobilie mit Seezugang also auch als Investition betrachten. Für diese Objekte dürften die Preise auf lange Sicht weiterhin nach oben gehen.

Vor allem bei den Einheimischen liegt der Wörthersee wieder voll im Trend. Statt in Urlaubsdomizile in Frankreich, Italien oder Spanien zieht es immer mehr Österreicher an Luxusorte im eigenen Land. Dass gerade aufgrund des begrenzten Angebotes an Premiumimmobilien kleinere und ruhigere Seen dem Wörthersee den Rang ablaufen, glaubt Hopfgartner übrigens nicht. Schließlich sei hier eine einzigartige Infrastruktur geboten, die perfekt auf die Bedürfnisse und Vorlieben der wohlhabenden Besucher zugeschnitten sei. Ein derartig vielfältiges Angebot an luxuriösen Boutiquen, Juwelieren und Restaurants könne kein anderer österreichischer Ort in Seelage bieten.

Gutes Jahr für den Tourismus

Eben jene Infrastruktur schätzen aber längst nicht nur Einheimische, die rund 90 Prozent der gesamten Immobilien-Transaktionen Österreichs ausmachen. Auch in Deutschland, den Niederlanden, Großbritannien und anderen europäischen Ländern sind die exklusiven Appartements und Villen am Wörthersee sehr gefragt. Doch trotz der vielen Objekte in Privatbesitz leide der herkömmliche Tourismus am Wörthersee nicht, wie Sascha Marx verrät. Er ist Geschäftsführer des Schosshotels Velden, das seit 2012 von der Falkensteiner Gruppe geführt wird. Wirtschaftlich erlebe man im Schlosshotel, das eine eigene Appartementanlage betreibt, gar das beste Jahr seit der Übernahme, so Marx. Vor allem profitiere man von den vielen Gästen, die Grundstückbesitzer mitbringen. Diese nehmen schließlich nach wie vor Hotels und Miet-Appartements in Anspruch. So könnten sowohl Hotelbetreiber als auch Immobilienmakler profitieren: „Wir sind eine Art Einstiegsdroge in den See“, ist sich Marx sicher, dass viele, die einmal als Tourist am Wörthersee waren, vielleicht bald als potenzielle Käufer wiederkommen.


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