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05.07.2016 / 23:26 / Mag. Nicole Scharinger

Steuerliche Absetzbarkeit von Büroausstattung

Die Anschaffung von Büroausstattung erfordert ein umfassendes Budget und stellt insbesondere für Existenzgründer eine Herausforderung dar - mit diesen Tipps können sie nach deutschem Steuerrecht bei der Einrichtung bares Geld sparen!

Bildquelle: Esther Stosch/pixelio.de

Die Anschaffung von Büroausstattung erfordert ein umfassendes Budget und stellt insbesondere für Existenzgründer eine Herausforderung dar. Umso wichtiger ist es zu wissen, wie Sie Büromöbel und Sonstiges steuerlich geltend machen können und was Sie dabei beachten müssen.

Zunächst einmal: Grundsätzlich zählt jeder Gegenstand, den Sie beruflich nutzen als Arbeitsmittel und ist als solcher steuerlich absetzbar. Wenn Sie Ihre Büroausstattung auch privat nutzen, zum Beispiel weil Sie von zu Hause aus arbeiten, muss der berufliche Anteil überwiegen. Das Verhältnis liegt bei 90 Prozent beruflicher und 10 Prozent privater Nutzung. Bei einem anders gelagerten Verhältnis ist zumindest ein anteiliger Kostenabzug möglich. Die Finanzämter setzen üblicherweise eine Schätzungspauschale von 50 Prozent für den beruflichen Gebrauch an. Typische Beispiele hierfür sind PCs, Schreibtische oder Telefone.

Ihre Ausgaben für die Büroausstattung zählen zu den sogenannten Werbungskosten. Sammeln Sie alle Rechnungsbelege und tragen Sie dann die Gesamtsumme in die Steuererklärung ein. Um Ihre Ausgaben von der Steuer abzusetzen und Ihre Steuerlast zu mindern, können Sie auch den Arbeitnehmer-Pauschbetrag nutzen. Hierbei handelt es sich um eine Summe von 1.000 Euro, die Ihnen pauschal als Arbeitnehmer mit Lohnsteuerkarte zugestanden wird. Dies lohnt sich beispielsweise, wenn Ihre tatsächlichen Ausgaben geringer waren. Darüber liegende Beträge zählen zu den Werbungskosten und erfordern entsprechende Nachweise. Neben den für Sie entstehenden Anschaffungskosten werden auch Reparatur-, Wartungs- und Reinigungskosten steuerlich anerkannt und lassen sich entsprechend geltend machen.

Bedenken Sie, dass Sie größere Anschaffungen bei der Büroausstattung nicht sofort von der Steuer absetzen können. Sie müssen die Kosten über einen längeren Zeitraum abschreiben. Ein einzelnes Arbeitsmittel darf nicht mehr als 400 Euro netto kosten, damit es sofort steuerlich absetzbar wird. Alle beweglichen Wirtschaftsgüter kategorisiert das Finanzamt bezüglich Ihrer Nutzungsdauer. Diese legt die Abschreibungstabelle für allgemein verwendbare Anlagegüter, kurz AfA, fest. Die Abschreibungstabelle kann auch für Österreich verwendet werden. Gilt für einen Teil der Büroausstattung beispielsweise eine Nutzungsdauer von fünf Jahren, können Sie pro Jahr nur ein Fünftel der Gesamtsumme steuerlich geltend machen. Was Wirtschaftsgüter wie Büromöbel angeht, kann dieser Umstand ärgerlich sein, denn für diese gilt eine Nutzungsdauer von dreizehn Jahren.

Um trotzdem die steuerlichen Vorteile auszuschöpfen, sollten Sie überlegen, ob eine schrittweise Anschaffung möglich und sinnvoll ist. Statt eine größere Summe zu investieren, kommt es Ihnen zugute, wenn Sie mehrere kleinere Ausgaben tätigen. So können Sie Ihre Büroausstattung schneller abschreiben, sparen entsprechend Steuern und gewinnen liquide Geldmittel. Achten Sie bei Ihrem Einkauf darauf, jedes Wirtschaftsgut mit einer eigenen Rechnung und dem jeweiligen Einzelpreis zu versehen. Beachten Sie auch genau, was als eigenständiges Wirtschaftsgut zählt. Ein Beispiel: Bildschirme und Drucker gelten nicht als eigenständig, sondern als Teil des Wirtschaftsguts Computer. Eine Ausnahme stellen sogenannte Multifunktionsgeräte dar.

Fazit: Gewusst wie haben Sie nicht nur die Chance Ihre Büroausstattung steuerlich abzusetzen, sondern auch den Vorteil auf Ihrer Seite. Prüfen Sie die Nutzungsdauer Ihrer Wirtschaftsgüter mit der AfA-Tabelle und passen Sie Ihre Anschaffungen entsprechend an. Diese Mühe wird sich bezüglich Ihrer Steuerausgaben und der Steuerersparnis im wahrsten Sinne des Wortes bezahlt machen.


HINWEIS DER REDATKION: Dieser Artikel bezieht sich auf deutsches Steuerrecht!


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