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25.05.2016 / 16:41 / Mag. Philipp Gangl

Welche Immobilien-Märkte sich 2016 lohnen

In Deutschland besteht derzeit ein immenser Hype, was die Immobilienveranlagung betrifft.

Immobilienwachstum und Wien von Clipdealer.de

Zwar ist davon auszugehen, dass die Mieten durchschnittlich gleich bleiben – Anlageobjekte sollen jedoch weiterhin boomen, sodass das Angebot nur schleppend nachkommt. Im Bereich „Gewerbeimmobilien“ werden Logistikflächen stärker nachgefragt; der Trend geht hier zunehmend in Richtung „Online-Bestellen“. Das führt dazu, dass die Nachfrage für Einzelhandelsflächen abnimmt. Es sei denn, man siedelt sich in der Innenstadt an, die nach wie vor attraktiv ist. Wer investieren möchte, sollte sich die demografische Entwicklung und gesellschaftlichen Trends anschauen. Klug ist, wer diese nutzt und beispielsweise auf Senioren- und Studentenheime, aber auch Pflegeeinrichtungen und Bildungsinstitutionen setzt, meinen die Experten von Savills.

Der österreichische Immobilienmarkt sieht sich hingegen sich mit einem zunehmenden Bevölkerungswachstum konfrontiert. Dieses wird dazu führen, dass das Land früher als erwartet die Neun-Millionen-Einwohner-Marke knacken wird. Das soll bereits in sechs Jahren der Fall sein. Vor allem der Großraum Wien mit den angrenzenden Regionen in Niederösterreich und im Burgenland wird davon profitieren können, sollte bis dahin ausreichend Wohnraum zur Verfügung gestellt werden. Von den 70.000 Menschen, die in Österreich bleiben wollen, zieht es fast die Hälfte in die Bundeshauptstadt; der Rest dürfte in Bezirksstädten im Weinviertel, aber auch in Sankt Pölten eine Bleibe finden. Gerade die niederösterreichische Landeshauptstadt wird deshalb weiterhin eine „Boomtown“ bleiben. Aufgrund dessen werden die Preise für Einfamilien- und Reihenhäuser dort in Zukunft steigen. Das Immobiliennetzwerk RE/MAX rechnet mit Zunahmen von rund zwei Prozent.

Wien ist damit konfrontiert, dass die Finanzkraft von Mietern in den nächsten Jahren von 1.000 Euro auf 700 Euro sinken wird. In diesem Segment gibt es allerdings zu wenig kleine, günstige Wohnungen – gut für die Vermieter, die mehr Geld verlangen können. Ob sie es bekommen, steht auf einem anderen Blatt. Neu gebaute Objekte gibt es einige, allerdings sind diese mit kritischen Kunden konfrontiert. Auch hier besteht ein Mangel an kleinen Einheiten, vor allem in den oberen Stockwerken, sagen die Experten von S Real. Zudem macht sich eine zunehmende Nachfrage nach ökologisch freundlichen Immobilien bemerkbar, bestätigt man bei BAR. Besonders Konzepte, die Arbeiten und Wohnen vereinen, stoßen auf verstärktes Interesse.

In der Steiermark wurden in den vergangenen Monaten viele Projekte fertiggestellt, die Eigentümer/Mieter in spe finden eine gute Auswahl vor. Doch auch sie lassen sich Zeit, bevor sie sich entscheiden, vergleichen und prüfen länger als gewohnt. Knapp sind „gebrauchte“ Wohnungen in guten Lagen. Doch was für Graz gilt, sieht in den Bezirksstädten anders aus. Hier sind sie ausreichend vorhanden. Was gestiegen ist: die Nachfrage nach Second-Hand-Einfamilienhäusern. Und das wird sich auch im laufenden Jahr fortsetzen.

In Kärnten wie in Oberösterreich bewegt sich wenig. Hier bleiben die Nachfragen hauptsächlich auf die Ballungsräume beschränkt. Doch während in der Kärntner Provinz die Preise sinken, bewegt sich am oberösterreichischen Land einiges, und zwar in und um die Bezirksstädte. Auf extrem hohem Niveau befinden sich die Preise hingegen nach wie vor in Tirol. Doch Quadratmeterpreise von 5.000 Euro und mehr können sich immer weniger Menschen leisten, weshalb die Nachfrage nach gebrauchten Immobilien extrem hoch ist. Verkauft wird nur dann, wenn der Preis stimmt; bis dahin vermietet der Tiroler Immobilienkrösus. Und obwohl die Erlöse bereits in schwindelerregender Höhe sind, rechnen Experten mit einer weiteren Steigerung von bis zu drei Prozent.


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