Lifestyle
19.01.2012 / 13:37 / Mag. Nicole Scharinger
Steuerliche Änderungen im Immo-Sektor
Im Zuge des Sparpakets zeichnet sich ab, dass auch auf die Immobilienbranche Änderungen zukommen werden. Im Gespräch sind die Einführung einer Umwidmungssteuer und die Abschaffung der zehnjährigen Spekulationsfrist
Foto: Pixelio.de
IMMOWIRTSCHAFT WEHRT SICH. Während die seit Längerem geplante Erhöhung der Einheitswerte politisch schwer durchsetzbar ist, erscheinen das Aus für die zehnjährige Spekulationsfrist und die Einführung einer Umwidmungssteuer realistisch und durchsetzbar. Die österreichische Immobilienwirtschaft empört sich über die neuen Steuerpläne der Regierung und sucht Alternativen und Argumente dagegen.
UNNÖTIGE WERTVERLUSTE. „Die Abschaffung der Spekulationsfrist wäre widersinnig: Da will man, dass die Leute mehr privat vorsorgen, und bestraft sie, wenn sie das über den Kauf einer Vorsorgewohnung machen", sagt Anton Holzapfel, Geschäftsführer des Verbands der Immobilientreuhänder (ÖVI). Die Abschaffung der Spekulationsfrist würde vor allem die privaten Investoren hart treffen, denn nach Abzug der Inflation, wären die Wohnungseinnahmen gering. Kauft man beispielsweise eine Wohnung um 155.000 € und verkauft sie nach 20 Jahren um 300.000 €, bleiben nach drei Prozent Inflation p.a. nur 20.000 € an Gewinn über, den der Fiskus besteuern kann. „Die Umwidmungssteuer für Grundstücke, die bei der Umwidmung von Grün-in Bauland anfallen soll, würde gerade Häuslbauer hart treffen, die haben bereits heute hohe Aufschließungskosten zu tragen“, erklärt Holzapfel weiter.
BUHMANN STAAT. Viele Branchenplayer überlegen sich die neuen Steuern so gut wie möglich auf ihre privaten oder gewerblichen Mieter umzuwälzen. Einige meinen sogar, die Umwidmungssteuer soll auf den Staat abgewälzt werden. Diese Überlegung ist nicht schlecht. Ein Insider, der jedes Jahr Projekte im Wert von mehreren Hundert Millionen Euro in Österreich umsetzt, meint dazu in einem Interview mit dem Wirtschaftsblatt: „Bisher haben wir oft Millionen beispielsweise für neue öffentliche Straßen ausgegeben, um unsere Projekte aufzuwerten. Wenn die Umwidmungssteuer kommt, kann das die jeweilige Gemeinde selbst zahlen“.
RISKANTE STATEMENTS. Bruno Ettenauer, CEO der CA Immo AG, entschärft gegenüber dem Wirtschaftsblatt die Debatte um die ärgerlichen Steuern und warnt davor, Investoren zu vergraulen. "Gegen sachgerechte Steuern, die Teil eines durchdachten Gesamtpaketes sind, haben wir aber nichts", sagt er. Es gibt Alternativen, wie zum Beispiel die Besteuerung von Immobilien an ihre CO2-Emissionen zu knüpfen.
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