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Sinn im Job? Weshalb den jeder Mensch selbst definieren muss

Die Suche nach dem Sinn im Job

Hand aufs Herz: Wer kennt sie nicht? Die Sinnkrisen im Leben oder Job? Die Tage, an denen man sich nach dem Sinn im eigenen Job fragt und ob man überhaupt noch richtig in seinem Beruf ist? Wie man eine Unzufriedenheit im Job richtig deutet und was zu tun ist, weiß Psychologin Christa Schirl.

„Weißt du, eigentlich wollte ich immer Chemie studieren. Vielleicht mache ich das jetzt auch.“ Diese Aussage einer Freundin hat mich nachdenklich gemacht. Denn irgendwie habe ich das Gefühl, dass immer mehr Menschen in meinem Umfeld mit ihrem Job unzufrieden sind und besonders in beruflicher Hinsicht ihren Lebenskurs um teilweise 180 Grad wenden wollen. Auch die Aussage: „Ich will etwas Sinnhaftes machen“ ist dabei keine seltene. Doch woher kommt dieses Phänomen und gibt es eines, oder ist es nur subjektives Empfinden?

Das Leben ändert sich und so auch die Werte

„Es ist bei manchen Menschen völlig normal, dass sie sich immer wieder neu erfinden. So wie es auf der anderen Seite Traditionalisten gibt, die, seit sie 15 Jahre alt sind, immer denselben Haarschnitt haben“, erklärt die Linzer Psychologin Christa Schirl. Und dann gibt es eben jene Menschen, die das Leben immer wieder hinterfragen und auch verändern wollen, die nie lange an einem Ort bleiben (können). Aber nicht nur der Charakter einer Person entscheidet über die Dauer der Jobzufriedenheit: „Jeder Job ist immer auch mit der aktuellen Lebenssituation verbunden und die kann sich ändern und das tut sie auch meistens. Für einen 25-Jährigen wird es vermutlich toll sein, als Veranstaltungstechniker jeden Abend unterwegs zu sein. Mit 42 Jahren und als Familienvater ist Nachtarbeit meist nicht mehr stimmig und führt zu Unzufriedenheit – im Leben und somit auch im bzw. mit dem Beruf.“

Was stimmt nicht: Arbeitszeit, Chef oder doch der Job?

Suche nach dem Sinn im Job - Christa Schirl

Christa Schirl

Oft sind es also schlichtweg die Rahmenbedingungen, die nicht (mehr) passen und eine ursprünglich sehr sinnhaft empfundene Tätigkeit wird zur Last. Deshalb macht es Sinn, so Schirl, sich immer wieder selbst zu fragen, wo im Leben man gerade steht und ob die berufliche Situation noch stimmig ist. Man müsse genau schauen, was nicht mehr passt: Ist es die Arbeitszeit, das Büro, sind es die Kollegen, der Chef oder doch die aktuelle Tätigkeit? Oft reicht eine kleine Veränderung, rät Schirl, in Gesprächen mit Freunden, der Familie oder auch mit professionellen Beratern die eigene Situation zu analysieren, bevor man große Entscheidungen trifft. Denn: „Man muss nicht immer gleich das ganze Haus verkaufen.“

Und die Sache mit dem Sinn?

„Zuerst einmal muss jeder Mensch Sinn für sich definieren. Ich bezeichne ihn als die beste im Hier und Jetzt zu erfüllende Aufgabe. Man muss sich selbst fragen: Was ist für mich momentan die wertvollste Möglichkeit?“, so Schirl. Den Sinn muss, so die Psychologin, jeder Mensch für sich selbst definieren und sich dabei an die Möglichkeiten richten, die ihm aktuell zur Verfügung stehen. „Für den einen wird es die sinnvollste Sache im Leben sein, Straßenkinder in Kolumbien zu betreuen. Aber wenn ich das nicht bin, wenn das nicht mein Sinn ist, wird mich auch das nicht glücklich machen. Es geht um die Einzigartigkeit und Einmaligkeit der Person, Sinn ist nichts allgemein Gültiges“, so Schirl.

Was ist mir wichtig und wie kann ich das Beste für mich herausholen?

Wenn sich jemand etwa für ein Kind entschieden hat, wird die Weltreise momentan nicht drin oder zumindest ein Wertekonflikt sein. Und wer beim Weltcup mitfahren will, muss trainieren. Und, um beim Veranstaltungstechniker zu bleiben: Wer diesen Job wählt, wird meist darauf verzichten müssen, seinen Kindern abends vorzulesen. Dafür gibt es andere Vorteile, die ein 9 to 5-Job nicht bieten kann. Die entscheidende Frage lautet also: Was sind meine Werte, was ist mir wichtig und wie kann ich nach meinen Möglichkeiten das Beste für mich herausholen? Ist dies stimmig, wird die Sinnfrage bei einem Job, der großteils Spaß macht, wohl nicht gestellt.

Sinn im Job? Arbeit ist kein Ponyhof

Geben wir also zu schnell auf? Teilweise ja, meint Schirl. „Frust ist eine Kompetenz, die jeder Mensch im Arbeitsleben braucht. Die Arbeit ist kein Ponyhof aber wenn man einen Sinn für sich darin sieht, dann kann man auch Kurven umschiffen und Hindernisse meistern.“ Bei der Antwort auf die Frage, ob der eigene Job noch zu einem passt, hilft manchmal der Vergleich. „Wenn man sich einmal wo anders bewirbt und in einem realen Bewerbungsgespräch die anderen Seiten kennenlernt, das Plus und das Minus sieht, hilft das oft weiter. Man kann so recht gut erkennen, ob der aktuelle Job vielleicht doch gut passt oder man sich wirklich verändern sollte.“

Bildnachweis: Shutterstock/racorn, Schirl

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Lesestoff zum Wochenende: Mobbing – nicht mit mir!

Buch Mobbing nicht mit mir

Mobbing ist keine Randerscheinung sondern hat als Form der psychischen Gewalt leider ihren fixen Platz in unserer Gesellschaft. Der Ratgeber „Mobbing – nicht mit mir!“ erklärt, wie Mobbende denken, welche Methoden sie anwenden und wie sich Betroffene zur Wehr setzen können.

Wir verlosen drei Exemplare des Ratgebers – alle Infos dazu unten.

Die Decke ist schwer wie Blei.
Liegen bleiben. Weiterschlafen. Für immer. Das wäre schön. Ich muss aufstehen.
Ich muss.
Natürlich stehe ich auf. Ich tue es immer.
Bleibe ich liegen, ist es aus.

Der Auszug aus dem anonymen Tagebuch eines Mobbing-Betroffenen stammt aus dem ersten Kapitel des Buches „Mobbing – nicht mit mir!“ und veranschaulicht, womit Betroffene seelischer Gewalt tagtäglich zu kämpfen haben. Autor und Psychotherapeut Holger Wyrwa macht auch gleich zu Beginn klar, dass Mobbing keine Randerscheinung ist, kein seltenes Phänomen sondern ein Krieg, der täglich an zahlreichen Schauplätzen ausgetragen wird.

Betroffene, Täter, Verbündete, Mitläufer

Mehr als zwei Millionen Menschen – Kinder, Jugendliche und Erwachsene – sind laut Wyrwa in Deutschland Mobbing ausgesetzt – und treffen kann es jeden: Mobbing-Betroffene sind jung, alt, attraktiv, unattraktiv, intelligent, weniger intelligent, erfolgreich, erfolglos, beliebt oder unbeliebt. Zählt man dazu die mehr als zwei Millionen Täter und deren Verbündete, Mitwisser und Mitläufer, sind somit sechs Millionen Menschen an Mobbing beteiligt. Noch gar nicht mitgerechnet sind Angehörige wie Eltern, Partner oder Kinder, die die Auswirkungen von Mobbing ebenfalls miterleben.

Mobbing-Mythen und Mobbing-Typen

Im ersten Teil des Buches widmet sich Wyrwa der „Analyse eines Massenphänomens“. Sie ist gründlich, offenbart grundlegende Einblicke und räumt auch mit Mythen rund um das Thema Mobbing auf. Der zweite Teil zeigt anschaulich, dass jeder in die Mobbingfalle tappen kann, denn die psychologische Kriegsführung kann jeden treffen. Auf den Spuren des Bösen wandelt der dritte Teil des Ratgebers. Er gibt Einblick in die Welt der Täter und nimmt verschiedene Mobbing-Typen unter die Lupe. Im vierten Part untersucht der Autor die gesellschaftlichen Gegebenheiten, die Mobbing erst die Grundlage bieten. Möglichen Lösungswegen und einer besonderen Form der Gegenwehr ist der letzte Teil des Buches vorbehalten.

Mobbing, das perfekte Verbrechen?

Mobbing ist perfide, geschieht strafrechtlich in einer Art Grauzone und ist oft schwer oder gar nicht nachzuweisen. Wer mobbt, der möchte seinem Gegenüber die Kontrolle nehmen, ihn aus dem Konzept bringen. Wer unkonzentriert ist, der macht Fehler, kommt nicht zur Ruhe, hat nicht das Sagen. „Hier werden Sie nicht lange bleiben“, flüstert der Abteilungsleiter im Vorbeigehen einer neuen Kollegin zu, die gegen seinen Willen eingestellt wurde. Wie darauf reagieren? Ansprechen und auf eine ehrliche Reaktion hoffen? Was tun, wenn der Mobbende alles abstreitet? Wer schenkt einer neuen Mitarbeiterin Glauben? Die Betroffene wird wahrscheinlich hart arbeiten, sich möglichst keine Fehler erlauben aber irgendwann die Konzentration und die Kontrolle verlieren. Eine Situation, auf die der Vorgesetzte nur warten muss. Das ist nur ein Beispiel aus dem Buch das zeigt, dass Betroffene zuallererst nicht das Geringste tun können.

Letzer Ausweg Gegenmobbing: Selbst zum Gegner werden

Wenn konventionelle Schutzmechanismen gegen Mobbing nicht greifen und ein Ausweg (Kündigung) z.B. aus wirtschaftlichen Gründen noch nicht spruchreif ist, empfiehlt Wyrwa in Einzelfällen auch die „harte Tour“: Gegenangriff. Dafür gibt es allerdings Spielregeln, an die sich die Betroffenen beim Rückschlag halten müssen. Anderenfalls stellen sie sich auf dieselbe Stufe wie ihre Angreifer. Das Prinzip der Gegenwehr ist prinzipiell einfach: Den Täter mit seinen eigenen Waffen schlagen und ihn auf diesem Weg irritieren und entmachten. Das funktioniert allerdings nur in einem kleinen Zeitfenster und die dafür notwendige Kraft müssen Mobbing-Betroffene erst einmal aufbringen. Grundsätzlich, so der Autor, sei es psychotherapeutisch und ethisch nicht vertretbar, allen Betroffenen zu empfehlen, ihre Mobber zu mobben.

Verlosung: Bücher zu gewinnen

Mobbing - nicht mit mir von Holger WyrwaWir verlosen drei Exemplare des Buchs! Einfach bis einschließlich Sonntag, 12. März 2017 eine E-Mail mit dem Betreff „Mobbing-Ratgeber“ samt Postadresse an marketing@karriere.at senden. Die drei Bücher werden unter allen Einsendungen verlost – der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner werden per E-Mail informiert.

Bildnachweis: Cherries/Shutterstock; Verlag Goldmann

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Bewerbung als Berufseinsteiger: Was sich Personaler von dir wünschen

Jobstudie zu Absolventen Trainees 2017

Wie ticken Personalverantwortliche, wenn sie Absolventen rekrutieren? Was bieten Arbeitgeber Berufseinsteigern, die frisch an Bord kommen? Eine Studie hält dazu interessante Erkenntnisse bereit. Was HR-Verantwortliche in einer Bewerbung keinesfalls sehen möchten, was der ideale Absolvent mitbringt und ob Praxiserfahrung gute Noten schlägt – die wichtigsten Fakten im Überblick:

Die Studie „Jobtrends 2017“ gewährt interessante Einblick in die Personalarbeit, wenn es um das Recruiting von Absolventen geht. Auch, was die Zeit nach der Bewerbersuche betrifft, hält die Studie Daten bereit: Das bieten Arbeitgeber, das erwarten Arbeitgeber von ihren Berufseinsteigern und Trainees. Für den Report durch Kienbaum Communications und dem Staufenbiel Instituts wurden knapp 300 HR-Manager in Deutschland befragt.

Rund um die Bewerbung

  • Lebenslauf first!
    Herzstück der Bewerbung ist der Lebenslauf. 75 Prozent der befragten Personaler werfen darauf den ersten Blick. Im Vergleich: Das Anschreiben wird nur von 22 Prozent als erstes gelesen. Dem Lebenslauf wird auch am meisten Gewicht zugerechnet, die Übersichtlichkeit einer Bewerbung ist den HR-Verantwortlichen ebenfalls sehr wichtig.
  • No-Gos in der Bewerbung
    Fehlerhafte Rechtschreibung, der falsche Ansprechpartner oder Unternehmensname sowie unerklärte Lücken im Lebenslauf – das sind die Top 3 der Dinge, die Personaler in einer Bewerbung nicht sehen möchten.
  • Es geht nicht ohne Foto
    HR-Manager möchten sich ein Bild machen können: Für 82 Prozent macht ein Foto die Bewerbung erst komplett. Neun Prozent sagen sogar, dass ein Foto für die Entscheidung ausschlaggebend sein kann.
  • Bewerber im Online-Check
    Räumt eure Online-Profile auf! Sechs Prozent der Personaler suchen immer nach Infos über Bewerber im Internet, rund die Hälfte tut das zumindest in Einzelfällen. Dass Bewerber nach dem Check ihrer Online-Präsenz aus dem Rennen fallen, kommt vor, ist aber selten : 11,7 Prozent sagen, dass sie sich deshalb bereits einmal gegen einen Kandidaten entschieden haben.
  • Wir sehen uns wieder
    Auf zwei bis drei Bewerbungsrunden müssen sich Absolventen auf Jobsuche einstellen: 87 Prozent der Arbeitgeber handhaben die Auswahl so.

Womit punkten Absolventen?

  • Praxis schlägt vorbildliches Studium
    Schnelles Studium, ausgezeichnete Noten und bereits Praxiserfahrung gesammelt – muss das alles erfüllt werden? Nein, denn bei der Auswahl eines Absolventen zählt für Personalverantwortliche vor allem Praxiserfahrung (81 Prozent).
  • Teamplayer mit Eigeninitiative gesucht
    Welche Soft Skills ein Bewerber mitbringt, das kann für HR-Manager mitunter den Ausschlag für oder gegen die Einladung zum Jobinterview geben. Auf diese „weichen Faktoren“ stehen Personalabteilungen besonders: Eigeninitiative/Einsatzbereitschaft, Leistungsbereitschaft, Kommunikationsfähigkeit, Teamfähigkeit sowie Ergebnis-/Leistungsorientierung. Tipp: Soft Skills gleich in der Bewerbung verpacken.

On the job

  • Das verdienen Absolventen
    Knapp die Hälfte der Absolventen in Deutschland steigt mit einem Jahresgehalt zwischen 40.000 und 49.999 Euro ein (alle Fachrichtungen). 16 Prozent der Trainees steigen mit weniger als 30.000 Euro ein. Fast drei Viertel der Trainees verdienen zwischen 30.000 und 49.999 Euro jährlich. Ihr wollt das Gehalt beim Einstieg noch verhandeln? Arbeitgeber lassen mit sich reden, der Spielraum ist jedoch gering. 92 Prozent der Unternehmen erhöhen ihr Angebot auf 5 bis 10 Prozent. Wer später mehr Geld möchte, kann früh aktiv werden: 48 Prozent der Personalverantwortlichen geben an, dass der erste Gehaltssprung nach einem Jahr möglich ist.
  • Bonus, Home Office & Co.
    Mit Benefits möchten Arbeitgeber junge Talente zufriedenstellen und an sich binden: Flexible Arbeitszeit, betriebliche Altersvorsorge, Home-Office, Firmen-Smartphone und ein erfolgsabhängiger Bonus sind die Top 5 der angebotenen Benefits.
  • Wohin mit den Überstunden?
    Arbeitgeber wünschen sich leistungsbereite Absolventen. Wie gehen sie mit anfallender Mehrarbeit um? 60 Prozent der HR-Verantwortlichen sagen, dass Überstunden abgebaut werden können. 28 Prozent setzen auf All-In-Verträge.

Bildnachweis: LOFTFLOW/Shutterstock

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Karriere in der Kreativwirtschaft: „Der Konkurrenzkampf ist groß“

Karriere in der Kreativwirtschaft

Grafik, Design, Konzeption & Co.: Eine Karriere in der Kreativwirtschaft klingt für viele verlockend. Wer einsteigen möchte, benötigt dafür nicht unbedingt eine formale Ausbildung – muss aber zeigen, was er fachlich kann. Über Karrieremöglichkeiten, notwendige Voraussetzungen und die eine oder andere Schattenseite des schönen, kreativen Scheins haben wir mit Helmut Kosa, Geschäftsführer der Kreativagentur isobar gesprochen.

Wie wichtig ist eine formale Ausbildung für eine Karriere in der Kreativwirtschaft?

Kosa: Eine formale Ausbildung ist wie in jedem anderen Job eine gute Basis, aber das aktuelle Know-how – etwa für digitale Kreation und innovative Markenführung – eignet man sich am besten durch „learning by doing“ an. Es mangelt hierzulande an Ausbildungsstätten, die Talente für die „digitalen“ Jobs der Zukunft vorbereiten, da die Lehrpläne dem raschen Wandel der Arbeitsrealität hinterherhinken. Da praxisnahes Training „on the job“ sehr wichtig ist, haben wir beispielsweise mit der isobar academy eine Nachwuchs-Akademie für digitale Kreation ins Leben gerufen.

Welche Chancen haben Quereinsteiger und Autodidakten?

Kosa: Auch Quereinsteiger und Autodidakten haben eine Chance in der Kreativbranche, wenn sie Talent, das nötige Fachwissen, Ehrgeiz und Durchhaltevermögen mitbringen. Zudem sind lebenslanges Lernen und laufende Weiterbildungen ein Muss, um am Puls der Zeit zu bleiben und mit aktuellen Entwicklungen Schritt halten zu können.

Vom Kreativarbeiter zum Berater

Welche Eigenschaften sollte man mitbringen, um in der Kreativwirtschaft erfolgreich zu sein?

Kosa: Das Spannende an unserer Branche ist, dass kein Projekt dem anderen gleicht. Standard-Lösungen für die unterschiedlichen Problemstellungen gibt es kaum. Daher sollte man neben prinzipiellen Markenverständnis eine Bereitschaft für neue Ansätze mitbringen, um sich vom „Einheitsbrei“ abzuheben und aufzufallen. Dabei ist es auch nötig, Althergebrachtes hinterfragen zu können und auch einmal „gegen den Strich“ zu arbeiten. Innovative Lösungen für komplexe Aufgabenstellungen entstehen auch, indem man versucht, die Grenzen in seinem Denken niederzureißen – wir nennen das „Ideas without limits“. Das typisch österreichische „Das geht nicht!“ kann man oft mit einem einfachen „Warum nicht?“ entkräften. Darüber hinaus muss man sich im Klaren sein, dass viele Jobs in der Kreativbranche keine normalen Nine-to-five-Jobs sind. Daher ist Durchhaltevermögen und Commitment gefragt, wenn es einmal stressig wird und Projekte für Klienten abgeschlossen werden müssen.

Gibt es digitale Kreativjobs, die derzeit boomen? Und was bringt die Zukunft?

Kosa: Es entwickeln sich laufend neue Jobprofile, für die es noch keine formalen Ausbildungsmöglichkeiten gibt. Der Einfluss der Technik und der digitalen Transformation macht dabei auch vor der Kreativbranche nicht halt. Neben den kreativen und strategischen Kenntnissen gewinnen technische Skills immer mehr an Bedeutung. Ich denke da beispielsweise an die Programmierung und Content-Entwicklung für Apps auf Mobile Devices in Verbindung mit Beacon-Technologien, die gerade beginnen, sich im Handel zu etablieren.

Außerdem entstehen in den Bereichen Augmented Reality, Virtual Reality und Gamification spannende neue Betätigungsfelder, wie der „Pokemon Go“-Hype gezeigt hat. Diese Bereiche werden für Klienten aus den unterschiedlichsten Branchen – von Bau und Immobilien über Einrichtungshäuser bis hin zu Medizintechnik und IT – künftig eine große Rolle spielen. Zusätzlich sollte man sich immer auch wirtschaftliche Kenntnisse aneignen, da Kreativarbeiter verstärkt zu Business-Beratern werden und die Geschäftsmodelle ihrer Klienten verstehen müssen, um ihre Marken – Stichwort „Brand Leadership“ – weiterentwickeln zu können.

Kreativjobs

Welche Karrierewege gibt es abseits von Agenturen?

Kosa: Abseits von Agenturen gibt es zahlreiche kleinere, auf Spezial-Bereiche fokussierte Dienstleister, die über Praktika oder Trainee-Programme interessante Einstiegsmöglichkeiten bieten. Auch in Kommunikations- oder Marketingabteilungen großer Unternehmen bieten sich gute Chancen. Manche wollen oder können sich keine Agentur leisten und schaffen daher entsprechende Positionen für Spezialisten. Darüber hinaus kann man natürlich auch, wenn man eher der Einzelkämpfer-Typ ist, den Sprung in die Selbstständigkeit wagen und sein eigener Chef sein.

Wie wichtig ist Sichtbarkeit für jene, die in die Kreativwirtschaft einsteigen möchten?

Kosa: Da viele junge Menschen von der Karriere in der Kreativbranche träumen, ist der Konkurrenzkampf um einen guten Arbeitsplatz dementsprechend groß. Es drängen auch viele gut ausgebildete und motivierte Menschen aus den umliegenden Nachbarländern auf den Arbeitsmarkt, die internationale Erfahrung und zusätzliche Sprachkenntnisse mitbringen. Gut die Hälfte unserer Mitarbeiter im Agenturnetzwerk hat keinen österreichischen Background. Auf der anderen Seite tun sich aber auch viele Firmen schwer, die richtigen Fachkräfte zu finden. Da ist es natürlich hilfreich, wenn Bewerber ihre Skills ansprechend präsentieren und sich potenzielle Arbeitgeber einfach online ein Bild von der Person und ihrem Portfolio machen können.

Ihre Empfehlung: Wo mache ich mich als Bewerber/Jobsuchender am besten sichtbar – online wie offline? Suchen Arbeitgeber aktiv nach Referenzen oder Arbeitsproben?

Kosa: Ein Online-Portfolio ist, wie gesagt, ein guter Startpunkt. Neben einem eigenen Blog bieten sich auch Social Media wie Facebook oder Plattformen wie Instagram und Vimeo an, um sich zu präsentieren. Es wird auch von Arbeitgebern registriert, wenn jemand außergewöhnliche Arbeitsproben vorzuweisen hat und viele Follower gewinnt, die über die Arbeitsproben diskutieren oder diese teilen. Networking in Online-Netzwerken der jeweiligen Branche oder in Business-Netzwerken gehört natürlich auch dazu. Viele Jobs werden ja nicht offiziell ausgeschrieben, sondern über Kontakte und Empfehlungen besetzt. Offline bieten sich vor allem Branchen-Messen an, um mit potenziellen Arbeitgebern direkt in Kontakt zu treten und dabei gleich auch den Lebenslauf mit Referenzen und Arbeitsproben mitzuliefern.

Wie kreativ müssen bzw. dürfen Bewerbungen sein und sind Arbeitsproben ein Muss?

Kosa: Das kommt auf die Offenheit des jeweiligen Unternehmens und auf das Bewerbungsprozedere an. Viele Unternehmen wickeln das Recruiting ja über standardisierte Online-Formulare ab, die oft wenig Spielraum für Kreativität lassen. Grundsätzlich kann es schon hilfreich sein, wenn man sich durch eine ungewöhnliche Bewerbung von den anderen abhebt und dabei gleich zeigt, was man drauf hat – zum Beispiel eine Bewerbung in Form eines Videos.


Zur Person

Helmut Kosa ist CEO der Kreativagentur isobar. Zu den Kunden des weltweit agierenden Kreativagenturnetzwerks zählen Marken wie Novomatic, Red Bull Media House, UPC, Danone oder Bahlsen. Helmut Kosa engagiert sich selbst in der Nachwuchs-Ausbildung und leitet die „isobar academy“ sowie die Dozentur für Werbung und die Vortragsreihe „Brand Slam“ an der FH St. Pölten.

Bildnachweis: dotshock/Shutterstock; SFIO CRACHO / Shutterstock

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Auf der Suche nach dem richtigen Arbeitgeber: Is it a match?

Den richtigen Arbeitgeber finden

Der Traumjob ist das eine, der passende Arbeitgeber das andere. Für immer mehr Arbeitgeber geht es nicht nur um das „Was“, sondern auch um das „Für wen“. Denn was nützt der schönste, beste und interessanteste Job, wenn das Unternehmen – und die Kollegen – so gar nicht zu einem selbst passen. Falls du auch zu der Sorte Arbeitnehmer gehörst, denen es nicht egal ist, für wen sie arbeiten, solltest du die Jobsuche auch zur Arbeitgebersuche machen. Mit diesen Strategien findest du heraus, wie ein Unternehmen tickt und ob ein Arbeitgeber auch zu dir passt.

Was uns auf Jobsuche beeinflusst

Was macht eigentlich einen „guten Job“ aus? Diese Frage haben wir euch im Rahmen unserer letzten Online-Umfrage gestellt. Das eindeutige Ergebnis: In erster Linie müssen Unternehmenskultur und Arbeitsklima stimmen. Erst danach folgen das passende Jobprofil und ein Arbeitsplatz in der Nähe zum Wohnort. Weit abgeschlagen: das Gehalt.

Umfrage: Den richtigen Arbeitgeber finden

Meine Werte – deine Werte

Gerechtigkeit, Anerkennung, Reichtum, Ungebundenheit: Was uns im Leben wichtig ist und warum wir bestimmte Verhaltensweisen gut oder schlecht finden, hängt mit unserem Wertesystem zusammen. Du hast Werte, ein Arbeitgeber hat Werte – und im Idealfall passen diese zusammen. Zwei Systeme, die sich bestmöglich decken, sind also die Grundlage dafür, ob ein Unternehmen zu dir passt. Denn die Unternehmenskultur hat maßgeblich Einfluss darauf, wie du dort arbeiten kannst bzw. darfst und welche Karrieremöglichkeiten sich für dich ergeben können.

Prioritäten: Kapuzenpulli, Home Office, Sprachkurs?

Sobald du weißt, was dir im Job und im Arbeitsleben wichtig ist, geht es an die Priorisierung deiner Wünsche. Kaum ein Arbeitgeber spielt alle Stückerln und wird dir jeden Wunsch erfüllen. Auf manche Dinge wirst du verzichten können, andere werden für ein erfülltes Berufsleben hingegen sehr wichtig sein. Vor der Wahl eines Arbeitgebers musst du daher wissen, was du willst – und was du keinesfalls willst.

  • Obwohl du vielleicht kein großer Fan von Dresscodes bist, würdest du für den neuen Arbeitgeber zum Business-Outfit greifen. Das nimmst du in Kauf, denn das Unternehmen bietet dir dafür einzigartige Weiterbildungsmöglichkeiten – und lebenslanges Lernen ist etwas, das dir wichtiger ist, als das tägliche Outfit.
  • Familie und Flexibilität sind dir wichtig: Die Möglichkeit zum Home Office steht auf deiner Prioliste ganz oben und du weißt: Ohne diese Möglichkeit wird das nix.
  • Was deine Karriere betrifft, hast du in den nächsten Jahren Großes vor: Du willst spannende Projekte und läufst bei Herausforderungen zu Höchstformen auf. Bei deiner Work-Life-Balance würdest du dafür Abstriche machen.
  • Umweltschutz, Nachhaltigkeit & Co.: Dir ist nicht egal, für wen du arbeitest. Dein idealer Arbeitgeber hat eine weiße Weste und du ein gutes Gewissen, wenn du zur Arbeit gehst.

Ausgehend von deiner ersten Bestandsaufnahme kannst du dich auf die Suche nach dem richtigen Arbeitgeber machen. Für deine Recherche kannst du folgende Informationsquellen nutzen:

#1 Das Jobinserat

Ein umfassendes Jobinserat kann dir erste Anhaltspunkte zu Unternehmenskultur und Arbeitgeber bieten, denn die meisten Unternehmen lassen sich bezüglich Benefits und Unternehmenskultur gerne in die Karten schauen. Aber Vorsicht: Ein Stelleninserat ist Teil des Personalmarketings und damit halt: Marketing. Ob es die in der Anzeige angepriesenen Vorzüge dann auch in dieser Form gibt, steht auf einem anderen Blatt. Nichtsdestotrotz bieten dir die Stellenanzeigen eines Arbeitgebers einen guten ersten Anhaltspunkt. Was die Gestaltung der Inserate betrifft, kannst du außerdem einiges zwischen den Zeilen herauslesen: Wie ist das Inserat sprachlich verfasst? Wirst du geduzt oder gesiezt? Ist das Design sehr konservativ oder jung und modern? Wird ein konkreter Ansprechpartner genannt?

#2 Karrierewebsite

Die Möglichkeit, authentische Einblicke in ihr Unternehmen zu bieten, nutzen bereits viele Arbeitgeber. Findest du eine gut befüllte Karrierewebsite mit aktuellen Inhalten: Jackpot! Je mehr Infos, desto leichter für dich zu erkennen, wie deine vielleicht zukünftigen Kollegen ticken und wie der Arbeitsalltag dort abläuft. Eine Teamseite mit allen Positionen kann dir z.B. verraten, wie das Unternehmen hierarchisch aufgebaut ist. Falls du innerhalb der nächsten Zeit eine Führungsposition anstrebst, sind das z.B. wertvolle Hinweise für die Wahl für oder gegen einen Arbeitgeber. Verlasse dich aber nicht auf den offiziellen Unternehmensauftritt alleine: Suchmaschinen liefern dir außerdem Ergebnisse zu Bewertungen auf externen Plattformen, medialer Berichterstattung und mehr.

#3 Social Media

Viele Personalverantwortliche googlen auch nach Infos zu Bewerbern – das ist Realität. Jobsuchende sollten ebenfalls nachsehen, was sich im Netz zu einem Arbeitgeber findet. Neben den offiziellen Kanälen des Unternehmens (Facebook & Co.) kannst du auch nachsehen, was andere User posten. Auf Instagram bietet sich z.B. die Suche per Hashtag oder Standort an. Die Wahrscheinlichkeit, dort negative Eindrücke aktueller Mitarbeiter zu finden, geht natürlich gegen Null – positive Einträge kannst du dort aber finden. Außerdem hast du die Gelegenheit, so den einen oder anderen Einblick in die Büros und den Arbeitstag zu erhaschen.

#4 Persönliches Netzwerk

Hast du einen Arbeitgeber ins Auge gefasst, hör dich doch mal im Freundes- oder Bekanntenkreis um. Vielleicht arbeitet jemand bereits im betreffenden Unternehmen oder kennt jemanden, der dir Infos aus erster Hand liefern kann.

#5 In Dialog treten

Fragen kostet nichts – außer vielleicht ein wenig Überwindung: Arbeitgeber, die Interesse an guten Mitarbeitern haben, sind für Kommunikation generell offen. Die Kontaktdaten der Ansprechpartner aus der HR-Abteilung findest du dann auf der Karrierewebsite, in den Stelleninseraten, in Business-Netzwerken online oder auf der allgemeinen Unternehmenswebsite. Große Unternehmen haben manchmal auch einen Tag der offenen Tür oder sind auf Karrieremessen vertreten. Ein guter Anknüpfungspunkt, um sich vorzustellen und über Jobs und Karrieremöglichkeiten zu plaudern.

Bildnachweis: SFIO CRACHO / Shutterstock

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Digitalisierung der Arbeitswelt: Ist mein Job schon in Gefahr?

Digitalisierung unserer Arbeitswelt

Digitalisierung erleichtert das Arbeitsleben enorm. Im Gegenzug führt sie aber auch dazu, dass Jobs wegfallen. Das ist kein neues Phänomen, wird uns in den kommenden Jahrzehnten aber verstärkt beschäftigen. Innovationsexperte Jens-Uwe Meyer im Interview über Jobsicherheit in Zeiten der Digitalisierung und Maschinen als neue Arbeitskollegen.

Jens-Uwe Meyer

Jens-Uwe Meyer

Arbeitswelt der Zukunft: Mensch vs. Maschine?

In der Arbeitswelt wird zunehmend standardisiert, automatisiert und digitalisiert. Damit wächst bei vielen auch die Sorge um den eigenen Job. Wird es meinen eigenen Arbeitsplatz in 10, 15 oder 20 Jahren so noch geben? Jens-Uwe Meyer beschäftigt sich in seinem Buch „Digitale Disruption – Die nächste Stufe der Innovation“ mit dem Thema Digitalisierung der Arbeitswelt. Wir haben uns mit ihm über mögliche Szenarien unterhalten und darüber, wie wir mit dieser Entwicklung Schritt halten können.

Digitalisierung als Bedrohung für Arbeitsplätze, Maschinen ersetzen Menschen: Von welchem Zeitraum sprechen wir hier? Was wird sich Ihrer Meinung nach in 10, 20 oder 40 Jahren diesbezüglich tun?

Jens-Uwe Meyer: In den nächsten zehn Jahren werden die Weichen gestellt. Die gute Nachricht: Es sind genau die zehn Jahre, in denen die Babyboomer beginnen, in Rente zu gehen. Von daher werden große Entlassungswellen sicherlich die Ausnahme bleiben. Die schlechte Nachricht: Das bedeutet nicht, dass es gar keinen Stellenabbau geben wird. Was vor allem passieren wird: Frei werdende Arbeitsplätze werden nicht in der gleichen Anzahl neu besetzt werden. In zwanzig Jahren, also wenn die heute 45- bis 50-Jährigen in Rente gehen, wird die Arbeitswelt deshalb eine ganz andere sein.

Wie kann ich herausfinden, ob mein eigener Job von der Digitalisierung bedroht ist?

Jens-Uwe Meyer: Es sind vor allem einfache und schnell standardisierbare Tätigkeiten, die bedroht sind. Beispielsweise jemand der immer wieder das Gleiche tut: Die auf Papier in ein Unternehmen hineinkommenden Daten in ein anderes System überträgt, dort Prüfungen durchführt und diese Daten wieder herausgibt. Solche Arbeitsplätze werden von der Digitalisierung schneller betroffen sein als jemand, der eigenständig Projekte vorantreibt. Das betrifft übrigens nicht nur – und das ist ein häufiger Fehlglaube – Fabrikarbeiter. Sondern auch Steuerfachgehilfen und Versicherungssachbearbeiter. Aber auch Rechtsanwälte, die ihr Geld beispielsweise mit Mandaten verdienen, die im Prinzip nur eine Variation von Standards darstellen. Einen Vertrag für freie Mitarbeiter entwerfen? Einspruch gegen ein Bußgeldverfahren einlegen? Das lässt sich heute bereits zum großen Teil standardisieren.

„Wichtig ist, sich selbst für neue Tätigkeitsbereiche zu öffnen und Qualifikationen zu sammeln.“

Gibt es Strategien, um meinen Job zu sichern?

Jens-Uwe Meyer: Sämtliche Systeme, die aktuell entstehen, müssen konzipiert und entwickelt werden. Dazu braucht es immer zwei Seiten: den Architekten einer Softwarelösung, den Programmierer, aber auch die inhaltliche Komponente. Hier ist das Know-how gerade älterer Fachkräfte sehr gefragt. Wichtig ist es dann, sich den neuen Trends nicht zu verschließen, sondern sich selbst aktiv weiterzubilden. Auch wird es künftig Menschen brauchen, die in Kooperation mit Robotern bzw. algorithmengesteuerten Programmen arbeiten. Das bedeutet, ein Teil des bisherigen Tätigkeitsprofils fällt weg, etwas Neues kommt hinzu. Wichtig ist, sich selbst für die neuen Tätigkeitsbereiche zu öffnen und dort Qualifikationen zu sammeln.

Welche Aufgaben werden Maschinen auch in Zukunft nicht übernehmen können?

Jens-Uwe Meyer: Eine Maschine führt aus, sie stößt selten neue Initiativen und Projekte an. Jeder Bereich, wo menschliche Kreativität gefragt ist und wo Lösungen individuell angepasst werden müssen, lässt sich schwer standardisieren. Der kreative Ingenieur, der Projektleiter auf dem Bau oder der Verkäufer, der Kunden vor allem über empathische Fähigkeiten an sich bindet, all diese Jobs werden nicht ersetzt werden können.

Stichwort Wirtschaftlichkeit: Werden für manche Jobs Arbeitnehmer nicht trotzdem bestehen bleiben, weil diese Arbeitskräfte günstiger sind als Maschinen?

Jens-Uwe Meyer: Die bittere Antwort lautet hier: Maschinen werden in den nächsten Jahren so günstig werden, dass selbst in Billiglohnländern Automatisierung teilweise billiger ist. Vorreiter ist hier der chinesische Hersteller Foxconn, der u.a. das iPhone herstellt. Foxconn hat bereits im vergangenen Jahr in einer Fabrik in Kunshan 60.000 Arbeitsplätze durch Roboter ersetzt. Fast die Hälfte der Mitarbeiter wurde dadurch entlassen.

Zur Person

Dr. Jens-Uwe Meyer ist Autor (u.a. „Radikale Innovation“, „Genial ist kein Zufall“) und Keynote Speaker für das Thema Innovation. Gemeinsam mit internationalen Unternehmen entwickelt er Zukunftskonzepte. Als Wissenschaftler untersucht er, was Unternehmen zu Innovation Leaders macht. Im Verlag Business Village ist sein neues Buch „Digitale Disruption“ erschienen.

Bildnachweis: ra2studio/Shutterstock; Business Village

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Gehälter der Geschäftsführer: Wer im Ländervergleich wie viel verdient

Kienbaum Gehaltsreport 2017

Geschäftsführer müsste man sein – besonders in Österreich macht sich der Posten bezahlt. Der Kienbaum-Gehaltsvergleich zeigt, wie viel heimische Firmenchefs verdienen, mit welchen Gehältern Angestellte 2017 rechnen dürfen und wie die Gehälter in Nachbarländern aussehen.

Österreich ganz vorne, Ungarn ist Schlusslicht

Gute Nachrichten für österreichische Unternehmensleiter: Sie verdienen mehr als ihre Kollegen in den Nachbarländern. Für den aktuellen Vergütungsvergleich von Kienbaum wurden knapp 500 Unternehmen untersucht. Das Durchschnittsgehalt eines österreichischen Firmenchefs liegt bei jährlich 295.000 Euro, in Tschechien bei 123.500 Euro und in der Slowakei bei 83.600 Euro. Schlusslicht ist Ungarn mit 82.600 Euro Jahresgehalt.

Fixum, Bonus, Firmenwagen

Nicht nur das Fixgehalt der österreichischen Geschäftsführer ist hoch, auch die Boni fallen hierzulande am besten aus: Rund 80.000 Euro sind es pro Jahr (Tschechien 22.700 Euro, Slowakei 21.200 Euro, Ungarn 19.300 Euro). 98 Prozent der österreichischen Geschäftsführer kommen außerdem in den Genuss eines eigenen Firmenwagens. Bei den Führungskräften sind es 83 Prozent, bei den Abteilungsleitern erhalten 51 Prozent die Zusatzleistung auf vier Rädern.

Ein Blick auf die Gehälter von Angestellten zeigt, dass die Zahlen hier noch stärker variieren. Mit durchschnittlich 42.000 Euro Jahresgehalt erhält ein Österreicher 4,2-mal so viel wie ein ungarischer Angestellter. In Tschechien liegt das Durchschnittsgehalt bei 16.300 Euro jährlich, in der Slowakei bei 13.300 Euro.

An diesem Gehaltsgefälle wird sich auch in Zukunft nicht viel ändern. Die Gehaltssteigerungen liegen in Zukunft auf ähnlichem Niveau. So sieht die Prognose von Kienbaum für 2017 aus:

  • Die Gehälter in Österreich werden um durchschnittlich 2,8 Prozent steigen.
  • Tschechische Gehälter steigen um 3,3 Prozent, ungarische um 3,8 Prozent.
  • Ausnahmefall Slowakei: Aufgrund positiver Wirtschaftsentwicklung, vor allem in der Automobilbranche, wachsen die Gehälter mit einem Plus von 5,2 Prozent. Die steigende Nachfrage sowie der Mangel an Fachkräften spielen ebenfalls eine wesentliche Rolle bei den Gehaltssteigerungen.

Was laut Kienbaum auf alle Länder zutrifft: Vor allem in den Ballungszentren stehen die Chancen auf höhere Gehälter gut.

Bildnachweis: allstars/Shutterstock

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Keiner für alle, jeder für sich? Diese 10 Büro-Unsitten sorgen für Ärger

Das sorgt für Ärger im Büro

Teamwork? Selbstlos durch den Arbeitstag? Fehlanzeige in vielen heimischen Büros. Eine neue Studie hat erfragt, welche Büro-Unsitten für Zwist unter der Kollegenschaft sorgen. Der Umfrage zufolge sind sich viele Arbeitnehmer nämlich in erster Linie selbst der Nächste.


In einer zunehmend vernetzten Welt gestaltet sich die Zusammenarbeit unter Kollegen nicht unbedingt einfacher. Laut einer aktuellen Studie im Auftrag von Sharp Business Systems dominiert in vielen Büros das Einzelkämpfertum.
Neben kleinen und großen Unsitten hapert es auch an den Basics: Für beinahe die Hälfte der befragten Arbeitnehmer steht das Teilen von Informationen im Joballtag nicht an der Tagesordnung. Erfolgreiches Zusammenarbeiten gestaltet sich so schwierig. Dabei scheitert es übrigens nicht unbedingt am Willen, sondern an fehlenden technischen Voraussetzungen, um das Teilen von Wissen zu ermöglichen. Knapp 38 Prozent der Arbeitnehmer machen technische Mängel dafür verantwortlich.

Top 10 der Büro-Ärgernisse

Dreckiges Geschirr in der Abwasch, kein Papier im Drucker: Häufen sich die Unsitten im Büro, trägt das zu schlechter Stimmung unter den Kollegen bei. Die Studie hat auch erfragt, welche schlechten Angwohnheiten dazu beitragen, jemandem das Prädikat „Kollegenschwein“ zu verleihen.

  • Die Seiten 1 bis 10 möchten bitte vom Drucker abgeholt werden: 84 Prozent ärgern sich über dauerhaft vergessene Seiten im Drucker.
  • Kein Papier mehr im Drucker? Das soll der nächste Kollege doch erledigen. 73 Prozent ärgern sich über diese Unsitte. Aber: 23 Prozent geben zu, selbst auch öfter mal kein Papier nachzufüllen.
  • Wieso ist es hier schon wieder so kalt? 79 Prozent der Befragten klagen über Kollegen, die still und leise die Temperatur von Heizung oder Klimaanlage umstellen.
  • Suchen statt Finden: Dokumente verschieben und gemeinsam genutzte Ordnerstrukturen eigenmächtig verändern, das bringt 70 Prozent auf die Palme.
  • Nicht nur ärgerlich, sondern auch ein Sicherheitsrisiko: Das Verschludern von Passwörtern und Zugangsdaten empfinden 64 Prozent als No-Go.
  • Langweilige Meetings dazu nutzen, um an eigenen To-Dos zu arbeiten: 61 Prozent beobachten dieses Verhalten bei Kollegen und ärgern sich darüber.
  • Schlechte Kinderstube: Den Kollegen einfach ins Wort fallen. Geht gar nicht, sagen 58 Prozent.
  • Der Papierstau im Drucker, die volle Kartusche des Wasserfilters: Ignorieren technischer Probleme bei gemeinschaftlich genutzten Geräten, das ärgert 54 Prozent.
  • Vorlagen einfach ändern bzw. sich nicht an Vorgaben halten, die getroffen wurden – Ärgernis für 49 Prozent der Arbeitnehmer.
  • Dumm sterben lassen: Wichtige Informationen werden untereinander nicht geteilt – für 46 Prozent ärgerliche Realität.

Obwohl sich viele Arbeitnehmer über die eine oder andere Unsitte ärgern, angesprochen werden diese Ärgernisse selten. Rund ein Viertel sieht darüber hinweg oder ärgert sich im Stillen. Wird der Übeltäter ausgemacht, ziehen 26 Prozent den Übeltäter per E-Mail zur Rechenschaft oder beschweren sich bei anderen darüber. Weitere 21 Prozent greifen zum guten alten Post-it und hinterlassen am Tatort eine gut sichtbare Notiz. Im Bereich HR-Management wird gar nicht erst lange gefackelt: 35 Prozent ärgern sich zwar, wenden sich dann aber gleich an ihren Vorgesetzten.

Bildnachweis: Ivan Chernichkin / Shutterstock

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Neue Namen besser merken: So geht´s

Im Job Namen merken

Wer kennt es nicht? Man stellt sich bei neuen Kollegen vor und schwupps, sind die Namen auch schon wieder vergessen. Gerade als Neuer im Job, aber auch beim Netzwerken mehr als unangenehm. Wie man sein Namensgedächtnis verbessern kann und weshalb die meisten Gehirne bei vier neuen Namen auf einmal streiken, erklären der Weltrekordhalter im Namenmerken, Boris Nikolai Konrad, und Gedächtnisexperte Carsten Brandenberg im Interview.

215 Namen in 15 Minuten

Sie haben unter anderem Weltrekorde im Namenmerken aufgestellt: wie kam es zu diesem Interesse und wie darf man sich das vorstellen: Wie viele Namen können Sie sich in welcher Zeit merken und für wie lange?

Namen besser merken

Boris Nikolai Konrad

Konrad: Als Schüler habe ich zum ersten Mal von Gedächtnistechniken gehört und dachte mir: Hey, das könnte nützlich sein! Darüber habe ich dann auch den Gedächtnissport für mich entdeckt. Besonders die Disziplin Namenmerken hat mir immer gefallen, da sie anders als Zahlenmerken einen direkten Alltagsbezug hat. So war es eine riesige Freude, als ich auf den deutschen Gedächtnismeisterschaften 2010 einen Weltrekord aufgestellt habe, der auch ins Guinness-Buch Einzug fand, indem ich mir 201 Namen zu den passenden Gesichtern in nur 15 Minuten gemerkt habe. Im Dezember 2015 konnte ich dies bei einem Turnier in Istanbul nochmals auf 215 steigern.

Verraten Sie uns, wie Sie das machen?

Konrad: Statt den Namen nur als Wort oder Klang mit dem Menschen zu verbinden, was enorm schwierig ist, nutze ich mein bildhaftes Gedächtnis. Das ist viel größer. Um Namen da hineinzubekommen, überlege ich mir für jeden Namen ein Bild und stelle mir dann die Person vor, wie sie eine Tätigkeit ausführt, die zum Bild passt. Bei Berufsnamen ist das einfach: Frau Fischer stelle ich mir beim Angeln vor, Herrn Weber am Webstuhl. Aber es geht mit komplizierten oder ausländischen Namen genauso. Dann werden kleine, lustige Merkgeschichten draus: Herr Podolski tut sich am Po doll weh, beim Skifahren. Frau Kaczmarczyk sehe ich in meiner Vorstellung eine Katze mit Marzipan füttern. Solche Bilder sind lustig und ungewöhnlich und bleiben daher im Gedächtnis!

Warum aber Bilder? Das erklärt Gedächtnisexperte Carsten Brandenberg:

Tipps Namen besser merken

Carsten Brandenberg

Brandenberg: Es hat mit der Evolution zu tun, dass wir uns Bilder besser merken. Zu Urzeiten musste man sich keine Namen merken, weil Sprache noch nicht existiert hat – es ging also um Gesichter. Man merkt sich also in erster Linie Bilder und bei Namen geht es dann um die Kombination aus Bild und Sprache. Indem man seinem Gehirn mehrere Kanäle anbietet, sich einen Namen zu merken, erleichtert man sich das Ganze. Wenn man einen neuen Namen wiederholt, hat er den Weg in das eigene Gedächtnis gefunden. Weiters hilft die Berührung beim Händeschütteln oder aber ein spezieller Geruch.

Namen merken: Bei fünf auf einmal ist meist Schluss

Gerade im Job ist es oft sehr unangenehm, sich Namen nicht zu merken – große Vorstellrunden, etwa am ersten Arbeitstag, sind so ein Beispiel. Gibt es eine Schätzung oder Faustregel, wie viele Namen sich ein „Normal-Arbeitnehmer“ auf einmal merken kann?

Konrad: Mehr als vier auf einmal ist schon schwer. Unser Kurzzeitgedächtnis hat eine Kapazität von sieben plus/minus zwei „Einheiten“. Ein leichter Name wie Huber ist eine solche Einheit, ein langer Name nimmt gleich mehrere ein. Wer daher ohne Technik vorgeht, wird kaum mehr als vier bis fünf aufnehmen, geschweige denn länger behalten können.

Gibt es Ihrer Erfahrung nach Namen, die man sich generell einfacher merken kann? So nach dem Motto: Je einfacher und gängiger ein Name, desto leichter merkt man ihn sich?

Konrad: Im Allgemeinen gilt das schon. Ein Name den ich kenne, weil ich ihn schon einmal gehört habe, knüpft an dieses Vorwissen an und bleibt so besser hängen. Wer einen neuen Kollegen namens „van der Bellen“ kennenlernt und daher gleich an den Bundespräsidenten Österreichs denkt, wird auch gut in Erinnerung behalten, wie der Kollege heißt. Gefährlich wird es nur, wenn ich nicht aufmerksam bin. Der Gedanke „Müller, das war einfach“ ist da vernichtend. Da ist der vermeintlich besonders einfache Name dann ganz schnell weg, da gerade nirgends eingebunden.

Hilft es sehr, dass man heute online die meisten Menschen mit Foto finden kann?

Brandenberg: Wenig, denn das ist leider sehr eindimensional. Was da trotzdem fehlt ist, jemanden vor sich zu haben, dessen Stimme zu hören und vielleicht sogar den Geruch einer Person wahrzunehmen. Die Internetrecherche ist wie das Lernen für Prüfungen, sehr punktuell und meist schnell wieder vergessen. Der persönliche Kontakt ist für die Erinnerung immer besser.

Keine Sorge: Wird der eigene Name vergessen, hat das nicht unbedingt etwas zu bedeuten

Ist das Namen-Merken eine sehr subjektive Sache, sprich, an Emotionen und Sympathien gebunden? Falls nicht, wovon hängt es dann ab?

Konrad: Nicht unbedingt. Wer sich Namen schlecht merken kann, ist nicht generell uninteressiert. Wer meinen Namen vergisst, hat mich nicht unbedingt unsympathisch gefunden. Es hängt immer davon ab, welche Verbindungen im Hirn entstehen. Ein Name löst vielleicht eine Erinnerung an einen früheren Klassenkollegen aus. Der bleibt dann gut hängen.

Hat es Ihrer Meinung nach eine Bedeutung, wenn man sich einen Namen absolut nicht merken kann?

Konrad: Keine höhere Bedeutung, die mit der Person zu tun hat, wenn Sie das meinen. Gerade an einem ersten Tag ist es vielleicht schlicht die Nervosität. Unser Gehirn ist mit Botenstoffen überschüttet, viele neue Eindrucke entstehen. Namen sind dann schwierig zu behalten. Wenn ich nach langer Zeit einen Namen immer noch nicht behalten habe, darf ich mich dann schon fragen, ob ich es denn überhaupt versucht habe.Namen merken leicht gemacht

Kann jeder Mensch gut darin werden, sich Namen besser zu merken oder gibt es hier auch so etwas wie „Natur-Anti-Talente“?

Konrad: Ich bin fest davon überzeugt, dass jeder sich verbessern kann. Die Anti-Talente gibt es schon. Dies sind meist nicht Menschen mit einer Schwäche im Namensgedächtnis, sondern beim Gesichtererkennen. „Gesichtsblindheit“ heißt das in seiner ausgeprägtesten Form und betrifft je nach Studie bis zu zwei Prozent aller Menschen. Da für sie viele Menschen gleich aussehen, fällt ihnen oft auch das Namenmerken extrem schwer.

Kann man sagen, ob sich Männer oder Frauen Namen besser merken können?

Brandenberg: Hierzu gibt es einige Studien und die Aussage hat jetzt natürlich keine 100-prozentige Allgemeingültigkeit, aber man sagt, dass Frauen sich Namen besser merken können. Man geht davon aus, dass es daher kommt, da sie in Urzeiten in erster Linie eher mit den emotionalen Dingen, also auch der Kontaktpflege, betraut waren.

Drei Übungen für ein besseres Namensgedächtnis

Herr Konrad, hätten Sie drei einfache Übungen für uns, mit denen jeder sein Namensgedächtnis besonders im beruflichen Kontext verbessern kann?

  1. Jeden Namen, den Sie neu hören, selbst aussprechen. Hallo Frau X, guten Tag Herr Y. Das kann ich nur, wenn ich den Namen verstanden habe. Zur Not nachfragen! Durch das selbst Aussprechen ist der Name erst einmal aufgenommen.
  2. In Bildern denken! Überlegen Sie sich entweder, welches Wort oder welche Worte ähnlich klingen wie der Name oder wen sie schon kennen, der den gleichen Namen hat. Dann stellen Sie sich die Person, die Sie gerade kennenlernen, in einer Aktivität vor, passend zu dem Bild. Ich hatte ja schon ein paar Beispiele erwähnt. Wie Frau Fischer, die ich mir beim Angeln vorstelle.
  3. Beim Fernsehen oder Lesen üben. Wenn in den Nachrichten ein Experte interviewt wird, wird auch der Name eingeblendet. Überlegen Sie sich doch mal ein Bild dafür und merken sich den Namen. Gerade weil es in dem Moment unwichtig ist, ob sie ihn behalten, ist das ein gutes Training für den beruflichen Ernstfall.

Brandenberg: Generell hilft es dem Gehirn, ungewohnte Wege zu gehen, um die Merkfähigkeit zu verbessern. Alles, was ein Gefühl von Langeweile vermittelt, fordert unser Gehirn nicht mehr. Es gilt also, Trampelpfade zu verlassen und Dinge zu verändern. Etwa einen anderen Weg zur Arbeit fahren, das Navi einmal bewusst ausschalten und selbst neue Wege finden oder aber als Rechtshänder einen Tag lang möglichst viel mit der linken Hand zu versuchen. Das Gehirn liebt und braucht die Abwechslung und diese erlangt man, indem man tägliche Routinen durchbricht.

Zu den Personen

Boris Nikolai Konrad ist als Gedächtnistrainer und Neurowissenschaftler am Donders Institut für Kognitionswissenschaften in Nijmegen tätig. Er hält den Weltrekord im Namenmerken und gilt als „Deutschlands Superhirn“ (ZDF). Er verzeichnet auch mehrere Einträge im Guinness-Buch der Rekorde und ist unter anderem als Autor „Alles nur in meinem Kopf – Die Geheimnisse unseres Gehirns“ tätig.

Carsten Brandenberg ist Gedächtnisexperte an der Memory Clinic Essen und führt unter anderem Gedächtnistestungen durch.

Bildnachweis: Panda Vector / Shutterstock, pathdoc/Shutterstock, Bart van Dieken, Memory Clinic Essen

 

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Mitarbeiterbindung: 7 Faktoren für motivierte Arbeitnehmer

Mitarbeiterbindung

Es sind die kleinen Dinge, die Freundschaften erhalten. Auch ein Unternehmen lebt vom Nehmen UND Geben. Um Mitarbeiter zufrieden zu machen und langfristig zu binden, sollten ein paar Faktoren beachtet werden. Mit diesen Tipps erreichen Sie mit wenig Aufwand ein motivierendes Arbeitsumfeld.

Sich respektiert, geschätzt, ernst genommen und als Teil eines Teams zu fühlen – das wünschen sich die meisten Mitarbeiter. Wird das vom Arbeitgeber beherzigt, fällt es Arbeitnehmern ungleich leichter, nicht nur Dienst nach Vorschrift zu machen. Wenn alles passt, stellen sie sich auf den Kopf, erreichen Unglaubliches und verhelfen dem Unternehmen zu mehr Größe (im zweifachen Sinn).

Motivierte und zufriedene Mitarbeiter zu haben ist kein Ding der Unmöglichkeit, fällt einem Unternehmen aber auch nicht in den Schoß.

Sieht sich ein Mitarbeiter bereits um, welche Jobs es am Markt gibt, ist er mit einem Fuß schon aus der Tür draußen. Dementsprechend wichtig ist es, das Problem zu behandeln, bevor es überhaupt existiert. Das beginnt beim Bewerbungsgespräch (Stichwort: Candidate Experience), geht über das Onboarding und endet bei regelmäßigem Feedback (wozu übrigens auch das Absageschreiben gehört). Damit ein Gegenangebot zur Kündigung gar nicht erst nötig wird, kann man rechtzeitig gegenlenken.

5 Gründe, warum es sich auszahlt, Mitarbeiter zu motivieren

Mitarbeiterbindung und -motivation werden oft als eher zweitrangige Unternehmensziele wahrgenommen. Zufriedene Mitarbeiter zu haben hat allerdings viel weitreichendere Auswirkungen, als nur gut gelaunte Menschen. Zwar fördert man mit entsprechenden Maßnahmen in erster Linie das Arbeitsumfeld, Unternehmenskultur und die Stimmung, allerdings lässt sich das Engagement von Mitarbeitern auch an harten Fakten festmachen:

  1. Motivierte Mitarbeiter setzen sich über ihre Komfortzone für ihre Arbeit ein. Sie arbeiten engagiert und deswegen meist effizienter.
  2. Sind Mitarbeiter zufrieden, empfehlen sie ihren Arbeitgeber und dessen Produkte weiter (und was gibt es Besseres, als Werbung aus den eigenen Reihen?)
  3. Glückliche Angestellte zeigen Initiative, arbeiten gerne an neuen Projekten und stehen zu ihren Fehlern, während sich unzufriedene Mitarbeiter eher in Ausreden üben, sich beschweren und nur das Nötigste erledigen.
  4. Zufriedenere Mitarbeiter arbeiten lieber im Team und ein gutes Teamgefüge führt zu mehr Motivation und Produktivität.
  5. Sind Mitarbeiter im Unternehmen glücklich, bleiben sie auch und mindern Fluktuation und auf Dauer auch die Time-to-Hire.

7 essenzielle Faktoren für bessere Mitarbeiterbindung

Demotivierte Mitarbeiter sind ein Symptom eines größeren Problems und oft liegt es am HR-Management, diese Probleme zu lösen.

Officevibe hat dazu eine längerfristige Datenerhebung (2013 bis 2016) mit mehr als 50.000 Teilnehmern in 1.000 Unternehmen in über 150 Ländern gemacht.

#1 Wertschätzung

Lob nur in Maßen austeilen – ein Credo, das gehörig nach hinten losgehen kann. Laut dem Buch „How Full is your Bucket“ ist zu geringe Wertschätzung der Nummer eins Grund dafür, warum Arbeitnehmer kündigen. Wenn ein Mitarbeiter immer solide Leistungen liefert, sollte er auch Wertschätzung dafür erfahren. Gibt es doch kaum etwas Frustrierenderes, als keine Anerkennung zu bekommen, wenn man sie verdient hätte.

65 % der Arbeitnehmer fühlen sich zu wenig wertgeschätzt – Unternehmen, die das berücksichtigen, haben 31 % weniger Fluktuation.

Einen Job gut oder nur halbherzig zu machen, wird für den Mitarbeiter irgendwann zur Nebensache, wenn ihm dafür keine Anerkennung zuteilwird. Auch kleine Errungenschaften sollten gelobt werden. Mehr Wertschätzung ist der erste Schritt zu zufriedeneren Mitarbeitern und bedeutet zudem weniger Personalwechsel – was bekanntlich bares Geld wert ist. Und dabei geht es in erster Linie um immaterielle Dinge: Mitarbeiter schätzen Lob mehr als Geschenke! Laut der Umfrage von Officevibe werden mehr als zwei Drittel der Mitarbeiter weniger als einmal pro Woche gelobt.

Wie kann man Wertschätzung im Unternehmen umsetzen? Beispielsweise, indem Sie Vergünstigungen und Benefits anbieten, die Ihren Mitarbeitern zeigen, dass Sie dankbar sind. Etwa durch

  • kostenlose Snacks, gesundes Essen
  • die Möglichkeit von Home Office
  • Vergünstigungen für Sportkurse
  • Teamevents auf Kosten des Unternehmens
  • etc.

Diese Dinge sind allerdings nur ein Bonus, der ein stabiles Fundament von gegenseitigem Respekt, Wertschätzung und guter Kommunikation nicht ersetzen kann.

#2 Feedback

„Durchs Reden kommen die Leut´ zamm“ – eine offene Gesprächskultur aufzubauen, kann viele Probleme im Keim ersticken. Direktes Feedback zu geben, hilft Mitarbeitern ebenso wie regelmäßiger Kontakt. Nur durch Rückmeldung zu ihrer Arbeit können Mitarbeiter wachsen und sich entwickeln.

35 % der Arbeitnehmer warten länger als 3 Monate auf Feedback von ihren Vorgesetzten.

Eine gute Arbeitgeber/Arbeitnehmer-Beziehung basiert auf Kommunikation, Vertrauen und Respekt. Dies kann nur stattfinden, wenn die Beziehung zwischen unterschiedlichen Hierarchieebenen positiv oder zumindest nicht negativ ist. Mischt sich Angst in den Arbeitsalltag, etwa weil der Abteilungsleiter niemals grüßt und nur mit den Mitarbeitern spricht, wenn es Probleme gibt, ist die Atmosphäre vergiftet. 82 Prozent der Arbeitnehmer wünschen sich Feedback, egal ob es positiv oder negativ ausfällt. Dieses kann übrigens auch von Kollegen kommen, da sie oft einen besseren Einblick in den Arbeitsalltag haben – ermutigen Sie Kollegen, sich gegenseitig Rückmeldungen zu geben.

Wie erreicht man eine gesunde Feedback-Kultur im Unternehmen?

  • Die „Basics“ von zwischenmenschlicher Kommunikation sollten gegeben sein: Grüßen, „Bitte“ und „Danke“ und ein Lächeln im Arbeitsalltag sind die Basis
  • Sorgen Sie dafür, dass Sie als Manager Teil des Teams sind und nicht darüber oder daneben stehen
  • Der Arbeitsplatz sollte für niemanden ein Ort der Angst sein – eine Atmosphäre von Respekt und Vertrauen sorgt dafür, beispielsweise indem man bei offensichtlichen Problemen nachfragt, Anteilnahme zeigt. Fehler sollten außerdem nicht zum Stigma werden – immerhin kann das ganze Team davon lernen
  • Das Mitarbeitergespräch einmal im Jahr ist zu wenig – regelmäßige Meetings, Besprechungen von Angesicht zu Angesicht und Zielerreichungs-Gespräche sorgen für mehr Verbindlichkeit und eine gute Beziehung

Wichtig: Die Qualität von Feedback! Sinnvolle, aussagekräftige und konstruktive Rückmeldungen erreichen mehr.

#3 Happiness

Wer mit seinem Job „happy“ ist, der wird ihn zweifelsohne auch besser machen. Mitarbeiter kann man nicht nötigen, ihre Arbeit mit Herzblut zu verrichten – jedoch kann man für ein positives Arbeitsumfeld sorgen und mit kleinsten Änderungen im Arbeitsalltag (siehe Punkt 1 und 2) Großes bewirken.

Ein Drittel der befragten Arbeitnehmer fühlt sich in ihrer Arbeit nicht glücklich. Oftmals hat das auch private Gründe – immerhin gibt ein Viertel der Befragten an, auch im Privatleben nicht ganz glücklich zu sein.

Sind Mitarbeiter demotiviert, beschweren sie sich auch eher über ihre Arbeit und füllen ihren Tag mit vielen Pausen oder Social Media. Dann sollte man sich fragen:

  • Machen meine Mitarbeiter oft Überstunden?
  • Sind sie mit ihrer Workload über- oder unterfordert?
  • Werden sie auch an Wochenenden oder im Urlaub mit Arbeitsaufgaben betraut?
  • Erhalten sie genug Anerkennung und Feedback für ihre Arbeit?
  • Zeige ich Anteilnahme auch für private Probleme?

Wirkt ein Mitarbeiter unzufrieden, sollte die jeweilige Situation jedenfalls genauer betrachtet und evaluiert werden, wie man diese für beide Parteien verbessern könnte. Eine konkrete Problemlösung könnte sein, in einer offenen Konversation die Rolle des Mitarbeiters im Unternehmen zu erarbeiten und zu eruieren, wo er sich in Zukunft sieht.

#4 Persönliche Weiterbildung

Mitarbeitern professionelle Programme zur Förderung und Weiterentwicklung anzubieten, fördert die persönliche Motivation, die Lust zum Wachstum mit dem Unternehmen und die Mitarbeiterbindung.

57 % der Arbeitnehmer glauben, dass sie keine Möglichkeiten haben, ihre Karriere voranzutreiben.

Selbstständigkeit und Unabhängigkeit bedingen zu einem großen Teil die Mitarbeiterzufriedenheit und nur die wenigsten Arbeitnehmer haben das Gefühl, selbstständig arbeiten zu können (42 Prozent finden, ihnen wird zu wenig Autonomie zugestanden).

Was können Sie dagegen tun?

  • Schenken Sie Vertrauen! Gestehen Sie Mitarbeitern eigene Projekte zu
  • Motivation erwächst auch aus dem Gefühl, gebraucht zu werden und sich stets weiterzuentwickeln: Persönliche Weiterbildung sollte deshalb immer auf dem Plan stehen
  • Machen Sie Weiterbildungsmöglichkeiten transparent: Wenn Fortbildung eingefordert werden muss, vergrault das wissensbegierige Mitarbeiter

#5 Kollegen/Teamwork

Ob es die Unternehmensatmosphäre ist, das angemessene Gehalt oder der bewältigbare aber fordernde Arbeitsaufwand – ein passendes Umfeld sorgt dafür, dass Mitarbeiter gerne bleiben.

Jeder Zweite ist mit den angebotenen Benefits nicht zufrieden, jeder Dritte findet, dass er nicht angemessen bezahlt wird.

Auch Freundschaften am Arbeitsplatz sollten gefördert werden: 70 Prozent der Arbeitnehmer sagen, dass Freunde im Job das Wichtigste für Zufriedenheit im Job sind. Verstehen sich Kollegen gut, verbessern sich Kommunikation und Arbeitsabläufe.

  • Transparenz macht viel aus! Arbeitnehmer sollten das Gefühl haben, für ihre Arbeit angemessen vergütet zu werden (auch im Vergleich mit Kollegen), ansonsten verfliegt die Motivation (in der Psychologie besagt das die sogenannte Equity-Theorie)
  • Ein gegenseitiges Kennenlernen (vor allem bei neuen Mitarbeitern) sollte auch außerhalb des Arbeitsplatzes gefördert werden: Teamevents machen Spaß und verbinden Menschen
  • Ein gemeinsamer Kaffeetratsch einmal die Woche oder ein Mittagessen auswärts stärkt das Teamgefüge
  • Ein gemeinsames Meeting zu Beginn der Woche bringt alle auf den gleichen Stand und sorgt zudem dafür, dass jeder im Blick hat, was die Kollegen umtreibt

#6 Gesundheit

Stress ist die Nummer eins an Gesundheitskillern. 48 Prozent empfinden Stress in der Arbeit und viele fühlen sich überarbeitet – das ist schlecht für beide Seiten. Auf lange Sicht leidet die Produktivität der Arbeit und im schlimmsten Fall folgt das Burn-out.

42 % der Befragten finden, ihr Schlaf sei nicht ausreichend.

Stress lässt sich durch klare Ziele reduzieren: Weiß der Mitarbeiter nicht, wodurch seine Arbeitsleistung bewertet wird, wächst die Verwirrung und somit der Stress – das wiederum führt zu demotivierten Mitarbeitern. Work-Life-Balance ist ein essenzieller Bestandteil eines gesunden, glücklichen und produktiven Mitarbeiters.

Das können Sie außerdem tun:

  • Bieten Sie ein gesundes Arbeitsumfeld an – egal ob es sich um kleine Coachings, einen Gesundheitstag oder einen Obstkorb handelt
  • Pausen sollten von oberster Stelle gewünscht und respektiert sein
  • Gleitzeitmodelle oder die Möglichkeit von Home Office machen Arbeitnehmer unabhängiger
  • Machen Sie Ziele klar und erreichbar

#7 Gemeinsame Werte

Stimmen die Unternehmenswerte mit den Idealen der Mitarbeiter überein, empfehlen letztere das Unternehmen auch eher weiter.

59 % der befragten Arbeitnehmer würden ihren Arbeitgeber nicht weiterempfehlen.

Eine positive Unternehmenskultur und ein wertschätzendes Arbeitsumfeld zu schaffen, fördert Mitarbeiterbindung und begeisterte Mitarbeiter. Echter Cultural Fit entsteht nur dann, wenn die Werte von Mitarbeitern und Unternehmen zusammenpassen.

  • Ziel sollte es sein, das Gefühl zu haben, Teil eines großen Ganzen zu sein
  • Eine gemeinsame, offen kommunizierte Vision des Unternehmens verbindet
  • Werte festlegen, die Mitarbeiter darüber informieren (z.B. durch eine Wertebroschüre) und diese auch leben

 

Infografik: So unterscheiden sich motivierte von unzufriedenen Mitarbeitern

Engaged Vs. Disengaged Employees

Bildnachweis: Chompuu/Shutterstock; Officevibe

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Erfolg durch Humor? So punktest du mit Witzen am Arbeitsplatz

Humor im Job

Kompetenter wirken und Karriere machen mit Witzen – kein Witz ;-) Humor und Job ist eine schwierige Kombination, kann aber durchaus funktionieren. Ein Forscherteam hat sich diesem Thema gewidmet und spannende Erkenntnisse daraus gezogen. Außerdem: To-Dos & No-Gos punkto Humor im Office und wie man Lustigsein lernen kann.

Gemeinsam lachen verbindet. Aber im Job? Das ist so eine Sache… Es gibt Unternehmen, da „rennt der Schmäh“ quasi immer, und andere Arbeitgeber schätzen heitere Stimmung im Büro höchstens im Fasching. Ganz generell kann man sagen, dass ein Arbeitsplatz, an dem es lustig zugeht, und Kollegen, die fröhliche Laune verbreiten, geschätzt werden. Bloß gilt es, gewisse Grenzen zu wahren. Drei Wissenschaftler der renommierten Wharton School der Universität von Pennsylvania haben in einer Versuchsreihe getestet, wie Menschen auf Humor am Arbeitsplatz reagieren, und etwas Interessantes herausgefunden.

Dass humorvolle Menschen im Bürouniversum gut ankommen, bestätigen auch die Wissenschaftler. Lustige Mitarbeiter werden sowohl von Kollegen als auch von Führungskräften mehr geschätzt als ernste Arbeitnehmer. Und auch im Bewerbungsgespräch können Witze (vielleicht entscheidende) Pluspunkte bringen.

Spaßvögel genießen mehr Prestige

In den Experimenten wurden die Teilnehmer mit einer Person konfrontiert, die ihnen entweder einen ernstgemeinten Kommentar entgegenbrachte oder einen Witz. Die Forscher konnten schließlich einen Zusammenhang zwischen Humor und Selbstbewusstsein, Kompetenz und Status feststellen.

„Humor zu zeigen signalisiert immer Selbstbewusstsein – egal wie man ihn verwendet!“

Ein richtig platzierter Witz im Job steigert das Ansehen gegenüber Kollegen und auch die Karriereleiter lässt sich so einfacher erklimmen. Ist man humorvoll, gilt man schnell als selbstbewusst und kompetent. Spaßvögel kommen gut an – egal, ob sie „gute“ oder „schlechte“ Witze erzählen.

Karriere machen mit Humor

Personen, die Witz im Job gekonnt einsetzen, werden laut den Untersuchungen auch eher als Teamleiter eingesetzt. Daraus kann geschlossen werden, dass Humor nicht nur die Wahrnehmung von Personen beeinflusst, sondern auch deren Verhalten. Man sollte sich mit seinem Schmäh im Büro also im Klaren darüber sein, was dieser für Auswirkungen haben kann.

Humor ist riskant!

Während ein schlechter Witz oft bloß mit betretenem Schweigen bestraft wird, können unangemessene Witze den Erzähler rasch ins Aus befördern. Bewegt man sich mit seinen humorvollen Ergüssen außerhalb der gesellschaftlichen Norm, schadet man schnell dem eigenen Ruf. Zwar können solche Menschen durchaus als selbstbewusst gesehen werden, allerdings gelten diese laut den Forschern als weniger kompetent. Ein unangemessener Witz kann ein so starkes Signal für mindere Intelligenz sein, dass dies alle Vorteile von Selbstbewusstsein überstrahlt. Der „Klassenclown“ im Büro zu werden ist also nicht empfehlenswert.

Generell empfinden wir das als lustig, was mit der Norm des Publikums bricht, schreiben die Wissenschaftler. Allerdings müsse dieser Bruch schon die Grenzen des Anstands wahren. Sonst geht der gutgemeinte Schwank schnell nach hinten los.

So kann Humor deinen Erfolg beim Bewerbungsgespräch pushen

Um die Wirkung von Witzen in einem Arbeitskontext zu erforschen, wurden Hunderte von Probanden in Bewerbungsgesprächen mit diversen Situationen konfrontiert. Ein Kandidat wechselte bei seinen Antworten zwischen Scherzen und ernsten Antworten, brachte dabei sein Gegenüber zum Schmunzeln oder führte sie an die Grenzen des Vertretbaren.

Prestige zeigen: Eine Louis Vuitton Tasche ist sehr kostspielig – ein Witz gratis!

Ein Kandidat antwortete auf die Frage, warum er für eine Schweizer Tourismusagentur arbeiten wolle, folgenderweise: „Die Berge sind ideal zum Skilaufen und Wandern.“ Ein anderer fügte mit einem Augenzwinkern hinzu: „Und das Land hat ein dickes Plus auf der Fahne – großartig.“ Letzterer war es, den die Beobachter als besonders selbstbewusst und kompetent einstuften. Selbstverständlich ist es entsprechend schwerer, sich in einer Runde voller Unbekannter (deren Art von Humor man nur schwer einzuschätzen vermag) durch lustige Bemerkungen positiv hervorzuheben. Allerdings kann ein Quäntchen Humor am richtigen Platz ungleich schwerer wiegen, als alle anderen Qualifikationen zusammen: Sympathie ist eben Trumpf!

Tipp: Lieber vorsichtig herantasten und auf spaßige Bemerkungen des Gegenübers eingehen – dann kann man zumindest davon ausgehen, dass der Gesprächspartner gleichgesinnt ist.

Humor kann man lernen!

Ein paar Witze über den Tag verstreut und schon ist man der Lieblingskollege oder das Gehalt erhöht sich wie von Zauberhand? Das hört sich nach einer einfachen Möglichkeit an, schnell Karriere zu machen… Tatsächlich ist aber dringend davon abzuraten, von einem Tag auf den anderen ein Komiker sein zu wollen – das Umfeld kennt einen meist zu gut und dann wird es schnell peinlich:

  • Besser langsam herantasten
  • Sich fragen: Welchen Humor habe ich selbst?
  • Was kann ich gut vertreten, was passt zu mir?

Als nächstes will sich das Forscherteam übrigens die Zusammenhänge zwischen Machtstrukturen und Humor ansehen. Beispielsweise nimmt man an, dass Menschen in höheren Positionen weniger Scheu haben, humorvoll zu sein. Das könnte einen Kreislauf bedingen: Je mehr Macht, umso humorvoller und umso besser wird man im Umgang mit Humor und kann ihn dementsprechend noch effektiver einsetzen.

Wer außerdem auf lustige Stimmung am Arbeitsplatz baut, sollte hier weiterlesen: Spaß im Büro.

Bildnachweis: file404/Shutterstock

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Lesestoff für mehr Zufriedenheit: „Ich liebe meinen Job! Dachte ich jedenfalls…“

Lesestoff Ich liebe meinen Job

Hast du Spaß an deinem Job? Wenn ja: Gratulation! Falls nicht, bist du nicht alleine. Viele Arbeitnehmer kommen irgendwann zu dem Punkt, an dem sie sich fragen, wo denn bloß die ganze Motivation hin ist. Wie man Frustquellen im Job lokalisiert und wieder Spaß am Arbeiten findet, verrät Alexandra Götze in ihrem Buch „Ich liebe meinen Job! Dachte ich jedenfalls…“

Was habe ich in letzter Zeit nur immer an meinem Job herumzumäkeln? Na ja, in letzter Zeit? Immerhin bin ich schon über achtzehn Jahre in dem Laden. Eigentlich umso schlimmer! Warum gefällt es mir auf einmal nicht mehr? Oder ist das nur eine Phase? Die dauert dann aber ganz schön lange. Na ja, ist ja auch kein Wunder. Mal ehrlich, was kann ich in meinem Job überhaupt noch bewirken? Es wird doch gar nicht gesehen, was ich dort leiste. Die Chefs sind nur mit sich selbst beschäftigt. Keiner da, der einen mal motiviert und wertschätzt.
Auszug aus „Ich liebe meinen Job! Dachte ich jedenfalls…“

Weniger Frust – mehr Zufriedenheit!

Was kann man als Mitarbeiter für die eigene Zufriedenheit im Job tun? Oder aus der Unternehmerperspektive gefragt: Warum ist Mitarbeiterbindung so wichtig und doch so schwer zu erreichen? Unfähige Chefs, ausbleibende Karrierechancen oder eine unzureichende Arbeitskultur werden oft als Ursache für mangelnde Bindung und wenig engagierte Mitarbeiter gehandelt. Aber was passiert, wenn nicht mehr Vorgesetzte, Kollegen oder Aufgaben für die Unzufriedenheit verantwortlich gemacht werden, sondern das eigene Verhalten?

Die Autorin Alexandra Götze widmet ihr Buch „Ich liebe meinen Job! Dachte ich jedenfalls…“ allen Arbeitnehmern, „die sich lieber selbst steuern wollen, bevor es andere tun.“ Im „Sachbuchroman mit autobiografischen Anteilen“ verfolgt man mittels Jobtagebuch hautnah den Tagesablauf der Protagonistin Beatrice Engel. Unzufrieden und etwas ausgebrannt erscheint sie. Ihre Hauptaufgabe im Job, nämlich für die Weiterentwicklung der Mitarbeiter einer großen Versicherung zu sorgen, kann sie ihrer Meinung nach nicht zufriedenstellend erledigen – zu vieles macht ihr ständig einen Strich durch die Rechnung: endlose Meetings, schwierige Kollegen und ermüdende Vorgesetzte.

„Um verschiedene Blickwinkel zu sehen, muss man seinen Standpunkt verlassen.“

Änderungswillig verschlingt sie jeden Artikel, der ihr auch nur annähernd einen Hinweis darauf geben könnte, was andere Menschen im Job zufrieden macht. Für US-Topmanagerinnen scheinen es Wildkräuter-Smoothis zu sein – und für sie, die „Working Mom“, die um 5.15 Uhr morgens aufsteht, um den Kindern die Jause vorzubereiten und nach Feierabend Anlaufstelle für gestresste Kollegen ist?

Innere Kündigung

Über einen esoterischen Artikel eines Onlinemagazins setzt sich die Protagonistin mit der sogenannten „inneren Kündigung“ auseinander – ein Zustand der stillen Leistungsverweigerung, der sich bei Mitarbeitern beispielsweise in Sätzen wie diesem äußern kann: „Jetzt mache ich nur noch Dienst nach Vorschrift und zeige denen da oben, dass ich das mit mir nicht machen lasse!“

Empfehlenswert sei diese aber auf keinen Fall, denn obwohl diese Art der Verweigerung dem Unternehmen schon auch monetär schaden kann (was man sich vielleicht sogar wünscht), sei sie vielmehr eine Selbstsabotage und ein Schuss ins eigene Knie. Um ihr zu entgehen und den eigenen Job wieder mögen zu lernen, helfe nur ein anderer Blickwinkel auf die eigenen Aufgaben und Kollegen – die „Beobachtung des eigenen Verhaltens von außen“. Ein Jobtagebuch für bloß einen Tag soll hier helfen.

Das Ein-Tages-Jobtagebuch

Ich liebe meinen Job Tagebuch

Ein Tagebuch führen, aber bloß für einen Tag. Und so funktionierts: Du hältst fest…

  • Was passiert an meinem Arbeitstag?
  • Was denke ich?
  • Was fühle ich?
  • Was möchte ich tun?
  • Was habe ich tatsächlich getan?

Diese Aufzeichnungen lässt du schließlich eine Nacht liegen und studierst sie am nächsten Tag in aller Ruhe. So kannst du herausfinden, was momentan nicht ideal läuft und wie du deinen Job wieder mögen lernst. Eine konkrete Anleitung bietet das Buch, das quasi die Niederschrift so einen Arbeitstags wiedergibt.

Lies dieses Buch, wenn…

  • …du unzufrieden in deinem Job bist
  • …du deine Arbeitsprozesse besser kennenlernen möchtest
  • …du immer schon einmal einen Einblick in das (Arbeits-)Leben eines HR-Managers haben wolltest

Lustig, sarkastisch und sehr realitätsnah beschreibt die Autorin den Alltag einer Businessfrau zwischen schubladisierten Kollegencharakteren, aussageschwachen Meetings und der ständig über ihr kreisenden Frage „Was macht mich im Job wieder glücklich“?

Love it, change it, leave it.

Notizen in Form von Post-Its am Ende eines jeden Kapitels regen zum Nachdenken und Schmunzeln an. Die Kernaussage: Wälze deine Unzufriedenheit nicht auf andere ab, sondern fang bei dir selbst an!

Verlosung Buch Ich liebe meinen Job

 

Call for Action! Und: Verlosung von 3 Exemplaren

Die Erfahrungen der Protagonistin kommen dir bekannt vor? Du hast in deinem Job ähnliche Situationen zu meistern? Wie gehst du damit um? Die Autorin bittet explizit um Kontaktaufnahme rund ums Thema „Eigenverantwortung im Job“ unter mail@alexandragoetze.de
Weitere Infos und eine Leseprobe zum Buch gibt’s hier: ichliebemeinenjob.com

Wir verlosen außerdem 3 Exemplare des Buchs! Einfach bis einschließlich Sonntag, 19. Februar 2017 eine E-Mail mit dem Betreff „Ich liebe meinen Job!“ samt Postadresse an marketing@karriere.at senden. Die drei Bücher werden unter allen Einsendungen verlost – der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner werden per E-Mail informiert.

Zur Autorin

Alexandra Götze war selbst fast zwanzig Jahre Führungskraft im Personalbereich eines internationalen Konzerns. Heute hilft sie als selbstständige Beraterin Unternehmern dabei, Lösungen für die alltäglichen Herausforderungen im Management zu finden.

Bildnachweis: Rawpixel.com/Shutterstock; Balla.Khim/Shutterstock; Verlag

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Vorstellungsgespräch vorzeitig abbrechen: Warum und wie?

Vorstellungsgespräch besser abbrechen?

Du sitzt im Jobinterview, fühlst dich aber wie in einem schlechten Film? Dann solltest du in Erwägung ziehen, das Vorstellungsgespräch abzubrechen. Wann nichts mehr zu retten ist und wie du einen eleganten Abgang schaffst:

Es gibt Bewerbungsgespräche, die bleiben dir garantiert in Erinnerung – aber nicht im positiven Sinn. Als Bewerber musst du dir keineswegs alles gefallen lassen. Sobald ein Jobinterview nicht mehr wertschätzend und auf Augenhöhe stattfindet: Nix wie raus!

Gute Gründe für ein frühes „Servus“

Stellenanzeige und Realität unterscheiden sich sehr stark

Zwischen dem Inserat und dem tatsächlichen Job darf es natürlich Abweichungen geben, Welten sollten dann aber keine dazwischen liegen. Vor allem dann, wenn die neue Tätigkeitsbeschreibung kein Upgrade zum ursprünglich inserierten Job darstellt. Bemerkst du gleich, dass dir das neue Jobprofil überhaupt nicht liegt, verabschiede dich lieber vorzeitig – vor allem dann, wenn für das Jobinterview ein langer Zeitraum angesetzt wurde und sich alle Beteiligten so Zeit sparen.

Dir werden verbotene Fragen gestellt

Rauchen Sie? Möchten sie mal Kinder haben? Sind sie schwul? Der Arbeitgeber möchte vielleicht alles über dich wissen, darf dich aber trotzdem nicht alles fragen. Wenn du mit unerlaubten Fragen konfrontiert wirst, musst du übrigens nicht ehrlich darauf antworten. Du solltest dich aber fragen, ob du für dieses Unternehmen überhaupt arbeiten möchtest.

Dein Gesprächspartner ist nicht vorbereitet

Du hast dich auf das Vorstellungsgespräch gut vorbereitet, dein Gegenüber nicht. Keine Unterlagen, kein Plan, wie du heißt und für welchen Job hast du dich nochmal beworben? Wenn du den Job wirklich willst und es ist die erste Gesprächsrunde, kannst du abwarten und sehen, ob sich das Gespräch vielleicht doch noch zum Guten entwickelt. Ein gutes Zeichen ist sicher, wenn dein Gesprächspartner sein Versäumnis einsieht und sich entschuldigt. Fehler passieren eben.

Sie wollen dich gar nicht

Manche Jobintervies werden geführt, obwohl der Wunschkandidat für den Job längst feststeht. Die übrigen „Bewerbungsgespräche“ werden trotzdem durchgeführt – und zwar wie eine lästige Pflichtübung. Spar dir die Zeit und verabschiede dich.

Vorstellungsgespräch abbrechen, aber wie?

  • Auch wenn das Gespräch einen schlechten Start hinlegt: Warte ab, wie es sich weiterentwickelt und gib dem Jobinterview trotzdem eine Chance. Ein Vorstellungsgespräch abbrechen – das sollte wirklich der letzte Rettungsanker sein.
  • Professionell bleiben: Freche Fragen, arrogante Antworten und du würdest am liebsten genauso kontern? Gib der Verlockung nicht nach und bleib professionell. Erstens, weil man sich im Leben vielleicht zwei Mal trifft und zweitens, weil du so Größe beweist. Außerdem kennen sich Personaler untereinander oft und tauschen sich vielleicht über Bewerber aus.
  • Wenn du beschließt, das Gespräch vorzeitig zu beenden, teile deinem Gegenüber die Gründe dafür sachlich und höflich mit. „Danke für die Gelegenheit zum Gespräch. Ich sehe, Sie sind auf der Suche nach jemandem, der auch im Bereich XY tätig sein sollte. Das ging aus dem Stelleinserat so nicht hervor – in dieser Position sehe ich mich leider gar nicht.“ Das Gespräch ist danach entweder beendet oder dein Gesprächspartner sieht eine andere Möglichkeit, dir entgegenzukommen.

Gespräch vorbei und du willst raus aus dem Bewerbungsprozess?

Bildnachweis: Juan R. Velasco / Shutterstock

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Der erste Arbeitstag nach der Karenz: Ein Tag als Alien

Wiedereinstieg nach der Karenz

Wer nach einem langen Urlaub wieder an seinen Arbeitsplatz zurückkehrt, kennt es vielleicht: dieses Gefühl, irgendwie von einem anderen Stern zu sein. Man kennt den Ort und die meisten Kollegen noch und doch fühlt sich alles, und vor allem man selbst, fremd an. So ging es mir am 1. Februar, dem Tag meiner Rückkehr aus der zweijährigen Babypause.

Der erste Tag im (neuen) Job ist immer anstrengend, das gilt auch für den Wiedereinstieg nach der Karenz und zwar aus mehreren Gründen: Ein wachsendes Unternehmen zum Beispiel bedeutet viele neue Gesichter und so ist man als eigentlich „alter Hase“ plötzlich wieder selbst die Neue. Jetzt weiß ich auch wieder, wie es ist, sich vorzustellen und sich drei Sekunden später zu fragen: „Wie haben die jetzt nochmal alle geheißen?“ Und ja, der Schlafmangel ist da kein großer Helfer. Vielleicht wäre dies ein guter Zeitpunkt, um um Nachsicht zu bitten. Sich Namen nicht merken zu können, ist immer unangenehm, und wenn man nur wenige Stunden pro Woche auch wirklich im Unternehmen ist, wird es natürlich nicht einfacher. Dann ist da diese Sache mit dem Computer, besser gesagt, den Passwörtern. Wer mich kennt, weiß, die sind einfach nicht meine Stärke. Als eher impulsiv-chaotischer Mensch habe ich einen Pool an etwa zehn Passwörtern aus den vergangenen Jahren und irgendeines davon passt immer. Dachte ich. Jedenfalls führte mich mein erster Weg im Büro gleich mal zu Systemadministrator Grabi, der schon vor meiner Karenz immer wieder meine Rettung war. Ich schätze mal, wir sehen uns jetzt auch wieder öfter …

Die Flut an E-Mails hat nicht gefehlt

Nachdem ich also endlich drinnen war, im Computer, kam die nächste Erkenntnis: Ein zwar gewohntes, aber dennoch anderes Betriebssystem als zu Hause, noch dazu in einer neuen Version, wirkt erstmal ziemlich abschreckend. Zumindest auf so Gewohnheitstiere wie mich. Wie muss es da wohl Arbeitnehmern ergehen, die in reiferem Alter das erste Mal am PC arbeiten müssen? Ebenfalls wieder gewöhnen muss ich mich an die Flut an E-Mails, die täglich gesichtet und dann in irgendeiner Form beachtet werden wollen. Diesen Aspekt meiner Arbeit habe ich übrigens am wenigsten vermisst. In den vergangenen zwei Jahren war, dank sehr privater Mailadresse und scheinbar ausgezeichnetem SPAM-Filter, (fast) jede E-Mail, die mich erreicht hat, eine in irgendeiner Form spannende, erfreuliche, erwartete oder einfach interessante Nachricht. Jetzt sind wieder unzählige Fenster zeitgleich offen, Kalender-Erinnerungen poppen auf und die Augen müssen sich auch erst wieder an die Bildschirmarbeit gewöhnen. So wie übrigens der ganze Körper, der dank bewegungshungrigem Nachwuchs schon gar nicht mehr weiß, wie es ist, einmal längere Zeit ruhig auf einem Sessel zu sitzen. Mit der Ruhe ist es übrigens auch so eine Sache: Es fällt mir in unserem Großraumbüro noch schwer, Nebengeräusche auszublenden – vermutlich, weil man als Mama (und natürlich auch als Papa) immer mit zumindest einem Ohr horchen muss, was der Nachwuchs so treibt.

Das ist anders als früher

Also Kopfhörer rein und Musik (diesmal auch keine Kinderlieder) an. So funktioniert es wieder, mit dem Schreiben, und das ist auch gut so. Aber nicht nur die Arbeit, auch meine Kollegen habe ich in den vergangenen zwei Jahren vermisst. Und das sage ich jetzt nicht nur, weil sie mir eine neue Kaffeetasse geschenkt und mich am ersten Tag verschont haben. Es ist einfach schön, wieder Teil eines Teams zu sein, gemeinsam an Aufgaben zu arbeiten und, natürlich, auch Spaß zu haben. Auch die weiteren Erwartungen vor dem ersten Arbeitstag, der heiße Kaffee und die saubere Kleidung etwa, wurden zur Gänze erfüllt. Zum Glück hat Köchin Eva (oh, was habe ich sie vermisst!) einen „anpatz-ungefährlichen“ Auflauf gezaubert. Das war übrigens auch die lang ersehnte erste richtige Mittagspause für mich ganz allein – warmes (!) Essen inklusive.

Kinder sind irgendwie immer dabei

karenz wiedereinstieg

Aber etwas ist schon ganz anders als „früher“ – jetzt, wo ich eine Working Mum bin: Meine Kinder sind nämlich auch irgendwie immer mit dabei – nicht etwa durch Anrufe der Großeltern, sondern durch mich selbst: Scheinbar kann ich es doch nicht ganz lassen und gehöre zu den Eltern, die auch in den Pausen gerne mal von ihren Kindern erzählen oder Fotos und Videos herzeigen. Andererseits – wie heißt es so schön? „Unser Alltag ist ihre Kindheit“ und Erlebnisse mit den beiden sind eben (meist) auch das, was ich nach einem Wochenende zu erzählen habe.

Bildnachweis: Sharomka/Shutterstock, seirceil/Shutterstock

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Duzen im Job? Achtung, hier herrscht Fettnäpfchen-Gefahr!

Frau in peinlicher Situation

Den Chef duzen? „Sie“ zum Bürokollegen sagen? In der Arbeitswelt ist die Frage „Du oder Sie?“ immer noch heikel. Laut karriere.at-Stimmungsbild (Grafik unten) duzen sich in Österreich zwar schon sechs von zehn Arbeitnehmern im Job, trotzdem lauern hier einige Fettnäpfchen, die man besser auslässt. Tipps und Fakten dazu.Ein Lehrling, der zum CEO selbstverständlich „du“ sagt – ist das normal? Keine Ahnung, im karriere.at-Team jedenfalls schon. Gerade in jungen Unternehmen ist es heute fast selbstverständlich, dass über alle Hierarchieebenen hinweg geduzt wird. Noch vor einigen Jahren war dies anders – mit vielen Nachteilen, aber auch einigen Vorteilen. Drei Anekdoten:

Duzen oder Siezen?

Das „Du“ als Ritterschlag: Als ich Anfang der 2000er-Jahre den ersten Job als Lokalredakteur hatte, war es für beide Seiten „normal“, ältere Kollegen und alle Vorgesetzten anfangs zu siezen. Erst als die ersten Sporen verdient und einige Wochen vergangen waren, kam vom 35-jährigen Ressortleiter beim Mittagessen: „Übrigens, ich bin der Helmut.“ Handshake und fertig. Plötzlich war ich Teil des Teams und irgendwie stolz.

Das „Du“ als Machtinstrument: „Was hast du da für einen Sch*** geschrieben?!?“ – und schon wars vorbei mit der Freude. Als der Chefredakteur nämlich mit dem Elaborat des Frischlings nicht wirklich zufrieden war. Ansonsten per Sie und immer korrekt, gab er mir beim Rapport die volle Breitseite. Mit der Du-Demütigung zeigte er mir, ich natürlich „per Sie“ in der Defensive, wo mein Platz auf der Hierarchieleiter ist. Nämlich unten. Jede Wette: Ohne das einseitige „Du“ wäre das Gespräch sachlicher, aber auch angenehmer verlaufen. Heute duzen wir uns übrigens beide.

Das „Sie“ als Zeichen des Respekts: Fremde oder entfernte Bekannte aus Höflichkeit oder Professionalität zu siezen, ist nicht ungewöhnlich. Aus heutiger Sicht aber durchaus befremdlich: Das „Sie“ meiner Mutter ihrer Nachbarin gegenüber. Man kennt sich seit Jahrzehnten, lernte sich mit Mitte 20 kennen – und sagte wie selbstverständlich „Sie“ zueinander. Dass sich zwei benachbarte Mittzwanzigerinnen siezen, war Anfang der 1980er Jahre normal, ist heute aber nur noch schwer vorstellbar. Ebenso wie zwei ältere Ex-Kollegen, die über Jahre ein Büro geteilt haben aber bis zur Pensionierung förmlich geblieben sind. In beiden Fällen ein freundliches, respektvolles Sie, das gleichzeitig besiegelt: Wir schätzen einander als Person, wissen aber auch die Grenzen unserer Bekanntschaft zu schätzen.

Grafik zum Thema Duzen im Job

Wissenswertes, um Du-Fettnäpfchen bei Kollegen zu vermeiden

  • Laut Knigge hat jede volljährige Person grundsätzlich das Recht auf eine förmliche Anrede.
  • Es macht einen Unterschied, wer wem das Du-Wort anbietet: Üblicherweise bietet der Ältere dem Jüngeren das Du an und im Job-Kontext der hierarchisch Höhere dem Rangniedrigeren. Auch sollte man als Mann darauf warten, von einer Frau das Du angeboten zu bekommen.
  • Kein einseitiges Du: Wie im Beispiel oben beschrieben, sollten sich beide Seiten einer Konversation an dieselbe Anrede halten. Hier sind vor allem Führungskräfte gefordert, die einerseits mit Sie angesprochen aber gleichzeitig auf Du und Du mit Mitarbeitern sein wollen.
  • Einmal erteilt, gilt das Du lebenslänglich. Bietet man einem Kollegen – und sei es in feuchtfröhlicher Runde – das Du-Wort an, sollte es auch im weiteren Arbeitsalltag gelten.
  • Generelles Du gilt für alle! Unternehmen, die ihren „kalifornischen Charakter“ und den lockeren Umgang miteinander betonen, dürfen keine Ausnahmen machen: So muss es der CEO akzeptieren, von der Reinigungskraft geduzt zu werden.
  • Fragen und erklären: Ist das Du-Wort für alle Teil der Unternehmenskultur, sollten neue Kollegen gleich am ersten Arbeitstag darauf hingewiesen werden, ebenso wie auf Ausnahmen zur Regel.

Bildnachweis: Asier Romero / Shutterstock, karriere.at

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