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Ein Tag im Zeichen des Bürohundes #dogsofinstagram

Tag im Zeichen des Bürohundes

Beim Thema Hund im Büro scheiden sich die Geister. In manchen Unternehmen gehören die Vierbeiner bereits fix zur Belegschaft, anderswo ist es aus verschiedenen Gründen nicht möglich, den Hund zur Arbeit mitzunehmen. Mit dem „Nimm-deinen-Hund-mit-zur-Arbeit-Tag“ rücken die tierischen Kollegen jedes Jahr im Juni einen Tag lang in den Mittelpunkt. Ihr habt keinen Bürohund? Kein Problem, wir haben uns für euch nach vierbeinigen Mitarbeitern umgesehen.

Bürohund – ja oder nein?

Der „Nimm-deinen-Hund-mit-zur-Arbeit-Tag“  wird in diesem Jahr am 24. Juni zelebriert. Den Hund zur Arbeit mitbringen ist eine Sache, die an diesem Tag gefeiert wird – der Bürohunde-Tag hat aber noch eine andere Intention: Aufzuzeigen, wie viele Hunde in Tierheimen auf neue Besitzer warten. Ob Hunde am Arbeitsplatz erlaubt sind, ist grundsätzlich Entscheidung des Arbeitgebers. Gibt er zum Vierbeiner im Büro sein OK, fehlt noch das Einverständnis der Kollegen. So spaßig ein Haustier am Arbeitsplatz auch ist: Damit das Miteinander auf Dauer gut funktioniert, müssen sich Besitzer, Hund und Kollegen an einige Richtlinien halten. Tipps, damit das Projekt „Bürohund“ gelingt, hat uns Hundeexpertin Brita Ortbauer bereits hier verraten.

Wir finden, dass sich die Zwei- und Vierbeiner sogar ziemlich ähnlich sind und haben uns auf Instagram auf die Suche nach tierischen Kollegen gemacht:

Der Vielflieger

Immer unterwegs von einem Einsatzort zum nächsten: Lounges, Flugzeuge und Hotelzimmer sind seine Welt. Die Work-Life-Balance darf dabei trotzdem nicht zu kurz kommen.

Big Place for me on this plan to#oslo #sas #scandic #plan #dog #dogatwork #labrador

Ein von @dogatwork gepostetes Foto am

Der Praktikant

In seiner Unbeholfenheit ist er manchmal ziemlich niedlich – das solte man in seiner Gegenwart aber nicht laut aussprechen. Schließlich ist er hier, um zu lernen und eh schon fast erwachsen: Hard at work in der Welt der Großen.

Der Meetingmuffel

Schon wieder Meeting? Was viele nur denken dürfen, zeigt dieser Kollege ganz offen. #held

It's a pretty tense meeting. Clover can hardly take it. #constructiondog #meetingdog #officedog #clover2016 #blacklab

Ein von Clover Carter (@clovercarter) gepostetes Foto am

Der Unachtsame

Späße über die Macken des Chefs sind seine Spezialität, Diskretion eher weniger.

"What u mean he's behind me?" #officecat #officedog

Ein von Jill (@felinefostermom) gepostetes Foto am

Der High-Performer

Dress for success! Er will im Job noch hoch hinaus und das zeigt er auch: schicker Anzug, gepflegter Haarschnitt – so muss es mit der Karriere einfach klappen.

Der Hungrige

„Ich hab vergessen mir was für Mittag zu besorgen!“ Gut, wenn dann alle im Team auf ein Not-Essen zusammenlegen.

Dogs freaking love me. #lukethedog #officedog

Ein von Adam Roberts (@adamnofilter) gepostetes Foto am

Bildnachweis: filumx/Shutterstock

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Auf in die Zukunft? Warum die neue Arbeitswelt nicht zu jedem passt

schöne neue Arbeitswelt

Schöne neue Arbeitswelt – das machen wir jetzt auch! Denn ein Arbeitgeber ohne innovative Konzepte lockt doch kaum mehr einen Bewerber. Die Sache hat jedoch einen Haken: Ist das Unternehmen mit den Neuerungen überfordert oder schafft es nicht, die notwendigen Voraussetzungen zu schaffen, geht der Schuss nach hinten los. Was Pioniere auf dem Gebiet New Work auszeichnet und warum manche Arbeitgeber scheitern, hat eine Studie untersucht.

Die Implementierung neuer Arbeitsformen ist leider kein Garant dafür, dass im Unternehmen auch automatisch alles schöner wird. Laut aktueller Top-Job-Trendstudie verbrennen sich einige Arbeitgeber an Trends wie Digitalisierung und innovativen Arbeitskonzepten die Finger. Aber: Wer neue Konzepte erfolgreich in die Unternehmenskultur integriert, profitiert davon richtig.

Funktioniert die neue Arbeitswelt?

Knapp hundert Unternehmen wurden für die Studie untersucht, nur knapp ein Viertel hat den Schritt in die neue Arbeitswelt bereits gewagt. Sie nutzen neue Arbeitsformen wie flexible Arbeitszeiten, virtuelle Teams, Home Office und Desk Sharing bereits in nennenswertem Maße. Nur sechs Prozent waren dabei erfolgreich, 19 Prozent ziehen keine positive Bilanz. Vergleicht man moderne Unternehmen, die New Work bereits leben, mit traditionellen Arbeitgebern, zeigt sich folgendes Bild: Die Pioniere sind innovativer, unternehmerischer und als Arbeitgeber attraktiver als Unternehmen mit traditionellen Vorstellungen von Arbeit. Allerdings haben die „Traditionellen“ bei Unternehmensleistung und ROI die Nase vorn.

Mehr als nur ein Lippenbekenntnis

Der Übergang zu moderen Arbeitsformen ist empfehlenswert, denn Arbeitgeberattraktivität und Innovationskraft sind wichtige Erfolgsfaktoren. Wie erfolgreich Unternehmen dann sind, hängt laut Studie von vier Faktoren ab. Hapert es bereits an diesen Voraussetzungen, währt die Freude am Projekt „schöne neue Arbeitswelt“ nur kurz:

  1. Führung mit Vision und Inspiration: Die neue Arbeitswelt ist dezentral organisiert und individuell. Neuen Führungsformen kommt jetzt eine noch größere Bedeutung zu.
  2. Vertrauenskultur: Ohne ein großes Maß an Vertrauen sind neue Arbeitswelten nicht möglich. Vertrauensarbeitszeit, Home Office – das geht nur, wenn zwischen Führungskräften und Arbeitnehmern die Basis passt und die Unternehmenskultur das auch unterstützt.
  3. Selbstkompetenz: Moderne Formen der Arbeit sind komplex und verlangen allen Beteiligten viel ab. Mitarbeiter müssen daher hohe soziale Kompetenz mitbringen, mit Stress umgehen können und sich mit dem Unternehmen stark identifizieren.
  4. Flexibilität: Fixe Strukturen und komplexe Hierarchien, gepaart mit dem Anspruch auf flexibles Arbeiten? Geht nicht lange gut. Organisationen benötigen höchst flexible Strukturen, müssen dezentral organisiert sein und die Abkehr von der Formalisierung wagen.

Modern oder doch lieber traditionell?

Welchen Weg man als Unternehmen und Arbeitgeber einschlagen möchte, muss gut überlegt sein. „Es ist fatal, ein Unternehmen auf Teufel komm raus auf neue  Arbeitsformen umzustellen und auf die positive Wirkung zu hoffen. Sicherlich gelten Unternehmen, die moderne Arbeitsformen bieten, als hoch attraktiv für Bewerber. Allerdings wird es eine Bauchlandung, wenn die Unternehmen überhitzen und sich korrosive Kräfte ausbilden. Sehr schnell werden die echten Leistungsträger das Unternehmen verlassen. Die Innovationskraft bleibt auf der Strecke und der wirtschaftliche Erfolg aus“, warnt Silke Masurat, Geschäftsführerin des Zentrums für Arbeitgeberattraktivität.

Zur Studie

Top Job ist ein Projekt des Zentrums für Arbeitgeberattraktivität. Die Methodik wurde von der Universität St. Gallen exklusiv für das Projekt konzipiert. Seit 2002 wird die Arbeitgeberattraktivität mittelständischer Unternehmen untersucht und zielgerichtet weiterentwickelt. Die Studie kann kostenlos hier angefordert werden.

Bildnachweis: GaudiLab/Shutterstock

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Arbeit statt Krankenstand: Psychische Leiden sind immer noch Tabuthema

Krankschreiben aufgrund psychischer Probleme

Gegenüber Verletzungen oder einer Grippe haben psychische Beschwerden einen Nachteil: Sie sind im Erwerbsleben häufig nicht „salonfähig“. Sich wegen körperlicher Gebrechen krankschreiben zu lassen ist eine Sache – aber aufgrund von Erschöpfung, Depression oder Schlaflosigkeit daheim zu bleiben? Eine aktuelle Studie hat erfragt, wie die Österreicher über psychische Beschwerden denken und wie damit im Job umgegangen wird.

Klingt in der Theorie so einfach: Wer sich nicht fit und gesund fühlt, erholt sich im Krankenstand. Schwierig wirds, wenn der eigentlich verdiente Krankenstand gar nicht erst angetreten wird. Besonders oft ist das der Fall, wenn Arbeitnehmer unter psychischen Beschwerden leiden. Zum Thema „Psychische Belastung am Arbeitsplatz“ hat die Online-Beratungsplattform instahelp gemeinsam mit karriere.at und Marketagent.com eine repräsentative Studie durchgeführt. Befragt wurden mehr als 1.017 Arbeitnehmer und 218 Unternehmensvertreter, präsentiert wurden die Studienergebnisse heute in Wien.

Wunsch und Wirklichkeit klaffen auseinander

Unter Gesundheitsproblemen aufgrund ihres Berufes leiden bereits mehr als eine Million Menschen in Österreich. Dabei sind psychische Erkrankungen immer mehr auf dem Vormarsch. Termindruck, Stress, Überstunden – für viele Erwerbstätige stehen diese Herausforderungen an der Tagesordnung. Oft wird die Arbeitsleistung davon stark beeinflusst – im schlimmsten Fall drohen Burnout, Depression oder andere Erkrankungen.

Dass dem Wunsch, in Krankenstand zu gehen, nicht immer nachgegeben wird, bestätigt auch die vorliegende Studie. 17 Prozent der berufstätigen Österreicher hat einmal monatlich das Bedürfnis, aufgrund körperlicher Beschwerden eine Pause einzulegen – nur vier Prozent bleiben dann tatsächlich zu Hause. Aufgrund eines psychischen Leidens würden 13 Prozent gerne einmal zu Hause bleiben, drei Prozent tun das auch.

Tabuthema Psyche

Abgefragt wurde im Rahmen der Studie auch, welche Krankenstandsgründe auf hohe bzw. niedrige Akzeptanz stoßen.

  • Arbeitnehmer akzeptieren Knochenbrüche, Fieber  und Magen-Darm-Probleme am häufigsten als Grund, zu Hause zu bleiben – bei den Arbeitgebern findet sich die selbe „Top 3“ der am häufigsten akzeptierten Krankenstandsgründe.
  • Niedergeschlagenheit, Schlafstörungen und familiäre Probleme sind für die Mehrheit der Arbeitnehmer und Arbeitgeber kein Grund für Fehlzeiten.

Die Grippe als Notlüge

Kein Wunder, dass psychische Leiden im beruflichen Umfeld nach wie vor als Tabuthema gehandelt werden. Nur jeder dritte Österreicher würde im Fall eines Krankenstandes psychische Probleme als Grund offen anführen. Fast die Hälfte (42 Prozent) würde auf eine Notlüge zurückgreifen und körperliche Beschwerden vorschieben. Mit Chef oder Kollegen darüber sprechen? Lieber nicht! Nur knapp ein Fünftel denkt, dass sie dafür Verständnis hätten.

Beratung: Arbeitgeber hinken nach

Der Bedarf an psychologischer Beratung und professioneller Hilfestellung ist also groß. Dieser Nachfrage werden Österreichs Arbeitgeber aber noch nicht gerecht. Während Sozialleistungen wie Teambuilding, Fitnesskurse oder gesunde Verpflegung in vielen Unternehmen an der Tagesordnung stehen, lässt das Angebot an psychologischer Beratung noch zu wünschen übrig. Im innerbetrieblichen Angebot nimmt psychologische Hilfestellung den allerletzten Platz ein.

  • Fast doppelt so viele Arbeitnehmer als Vorgesetzte sagen, dass sie Vorträge über psychische Gesundheit (32 Prozent) oder psychologische Beratung (26 Prozent) in Anspruch nehmen würden. Vor allem weibliche Mitarbeiter interessieren sich für diese Angebote.
  • Beinahe die Hälfte der befragten Berufstätigen befand sich schon einmal in einer Situation, in der psychologische Beratung oder eine Therapie hilfreich gewesen wäre. Nicht alle ringen sich zu diesem Schritt durch. Die Gründe dafür: es sei unangenehm oder finanziell nicht drin. Mit ein Grund ist auch die Angst, dass die Kollegen von Beratung oder einer Therapie erfahren könnten.

Bildnachweis: igor.stevanovic/Shutterstock

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Love it, change it or leave it: So findest du dein Glück im Job

Unglücklich im Job - erste Hilfe

Unglücklich im Job. Das Gefühl taucht vielleicht erst schleichend auf, an einzelnen Tagen oder zu bestimmten Zeitpunkten. Ach, das geht vorbei. Arbeit kann halt nicht immer Spaß machen. Stimmt, aber wenn die negativen Gefühle sich am Arbeitsplatz häuslich einrichten ist es an der Zeit, etwas an Job, Karriere oder Arbeitsplatz zu ändern. Karrierecoach Stephanie Kempe über fehlende Happiness im Job und wie man sich der Angst vor Veränderungen stellt – ganz im Sinne von: #willstdukannstdu

Da stimmt doch was nicht!

Stephanie Kempe

Stephanie Kempe

Nicht immer ist sofort klar, warum der Job keine Freude mehr macht. „Anfangs ist es uns nicht bewusst, dieser Zustand macht sich erst schleichend bemerkbar“, sagt Change-Expertin Stephanie Kempe über die ersten Anzeichen dafür, dass es im Job nicht mehr ganz rund läuft: Funktionieren, arbeiten und letztendlich auch einfach Geld verdienen. „Irgendwann fühlen wir aber, dass etwas nicht stimmt. Es fühlt sich nicht richtig an. Wir gehen ungern zur Arbeit und es gibt Situationen, in denen wir uns klein fühlen. Wir sind gelangweilt und auch dem Unternehmensbild können wir nicht mehr aus tiefstem Herzen zustimmen“, erklärt Kempe.

Wie kann ich meiner eigenen Unzufriedenheit auf den Grund gehen?

Kempe: Indem du dir Zeit nimmst und dir Raum für die Suche gibst. Deine Unzufriedenheit verschwindet offensichtlich nicht von selbst wieder. Du spürst innerlich, dass etwas nicht stimmt. Die Routine ermüdet dich. Durch diese Auseinandersetzung wirst du hellhöriger und betrachtest deine Situation aus einem anderen Blickwinkel. Was macht dich eigentlich unzufrieden? Wünscht du dir mehr Sinn? Wird deine Kreativität im derzeitigen Job nicht gesehen oder wertgeschätzt? Bekommst du überhaupt die Chance, dich auszudrücken, so wie es dir entspricht? Manchmal ist der Auslöser für die Unzufriedenheit sofort klar. Wenn dieser Zustand schon Jahre anhält und auch länger nicht hingeschaut wurde, dann kann das aber schon seine Zeit brauchen.

„Im passenden Tempo auf den Weg machen, um eine Lösung zu finden.“

Muss es gleich die „große Veränderung“ sein, um wieder happy im Job zu sein?

Kempe: Wenn es sofort die große Veränderung sein müsste, wären viele Menschen noch in der gleichen Situation und würden diese ertragen. Veränderung ist in unseren Köpfen oft mit „Angst vor Neuem“ verknüpft. Wir trauen uns in den seltensten Fällen einfach mal so ins kalte Wasser zu hüpfen und sind selten voller Zuversicht und Vertrauen, dass sich alles sofort zum Besten wandeln wird. Es kann eine Fortbildung sein, die den Funken wieder zum Brennen bringt, ein größerer Verantwortungsbereich oder neue Kunden. Fest steht: Wir dürfen uns selbst auf die Suche begeben, Möglichkeiten abwägen und größer denken. Wir dürfen uns auf den Weg machen um eine Lösung zu finden – in einem Tempo, das zu uns passt.

Die Leidenschaft findenj

Wie groß ist die Gefahr, sich mit dem eigenen „Job-Unglück“ zu arrangieren und nie etwas zu ändern?

Kempe: Das kommt vor, ja. Erfreulicherweise allerdings immer seltener. Veränderung wird immer präsenter und willkommener. Neue Firmentrends, die schnelllebige Onlinewelt mit all ihren Möglichkeiten des Austauschs und der Vernetzung, die neue Definition von Leadership, Studiengänge wie zum Beispiel Change-Management, die Möglichkeit im Homeoffice zu arbeiten, der digitale Nomaden-Boom, die Möglichkeit, sich ein Online-Business aufzubauen, und vieles mehr. All diese Dinge führen zu mehr Selbstbestimmtheit. Sobald wir uns auf die Suche nach einer Lösung machen, hören wir durch „Zufall“ von diesen Dingen und beginnen zu forschen.

Die Unzufriedenheit lässt sich nicht abschalten

Kannst du uns „Erste Hilfe“-Tricks für mehr Zufriedenheit empfehlen?

  • Sofortige Hilfe bietet das Gefühl, zu allererst einmal anzunehmen und zu sich selbst zu sagen: „Ja, hier läuft etwas massiv schief. Es ist ein ziemliches Schlamassel, das ich hier erlebe. Mir ist klar, dass dies so nicht weitergehen wird. Ich begebe mich auf die Suche nach einer Lösung, versprochen. Ich komme hier mit einem guten Gefühl wieder raus. “
  • Um einen klaren Kopf zu bekommen, kann man sich natürlich ablenken. Das ist auf Dauer aber wenig förderlich, denn Unzufriedenheit lässt sich nicht abschalten. Um mehr zu sich selbst zu kommen und um sich Klarheit zu schaffen, empfehle ich einen Gang in die Natur. Such dir einen ruhigen Platz und mache dir bewusst, dass alles, was du bisher erlebt hast, Vergangenheit ist. Die Zukunft steht noch nicht fest. Und du kannst dich in jedem einzelnem Moment – JETZT  – frei entscheiden, wie du ab jetzt handeln und somit auch wie du dich fühlen möchtest.
  • Noch ein wichtiger Tipp: Stopp mit Vorwürfen, negativen Gedanken und Schuldzuweisungen. Sofort. Es macht dich müde und du fühlst dich schwach. Außerdem gibst du so die Verantwortung ab: Andere sollen „schuld sein“, dass du in dieser Situation bist? Versuche es mit dieser Sichtweise: Ich habe diese Umstände selbst kreiert, das bedeutet, ich habe auch die Macht, darüber zu bestimmen, wie mein Idealzustand in Zukunft aussehen wird. Ich kann an meinem Erleben so lange herumbasteln, bis ich rundum glücklich bin. Die größte Veränderung nehmen wir wahr, wenn wir in uns beginnen.
  • Du kannst deine Unzufriedenheit als Anlass nehmen, um zu erkennen, dass es einer Veränderung bedarf. Diese Veränderung kann sein, dass du dich mit Dingen auseinandersetzt, die dich bewegen und berühren, oder mit Sinnfragen bzw. Persönlichkeitsentwicklung. Schritt für Schritt darfst du dich neu definieren und erforschen, was für dich noch möglich ist. Offensichtlich ist die momentane Situation nicht die ultimative Lösung für dich. Also, mach dich auf den Weg und finde heraus, was dich erfüllt und wofür du brennst.

unglücklich im job

Stichwort Veränderung und Angst: Hat man den Entschluss gefasst, am Job oder der Karriere etwas zu verändern, geht das kaum ohne Bedenken. Wie gelingt der Umgang mit der Angst?

Kempe: Sich zu fürchten ist völlig normal, wir Menschen werden immer Ängste haben. „Wenn einer keine Angst hat, hat er keine Phantasie“, sagte schon Erich Kästner.  Als Schutzfunktion hat sie auch durchaus Sinn. Eines vorweg: Dort auszuharren wo ich bin, das ist sinnlos. Wenn ich etwas mit aller Kraft nicht mehr will, dann steigert sich dieses Gefühl nur noch mehr. Gut ist, wenn man die Angst nicht bekämpft, sondern akzeptiert und wahrnimmt: Ja, so ist es. Ich habe Angst. Das mag jetzt vielleicht komisch wirken, aber ich empfehle im Umgang mit Ängsten eine Art „Tanz“, ein Dialog: Wovor willst du mich schützen? – Ich weiß das zu schätzen, aber ich gehe jetzt weiter, ich begebe mich auf Neuland. Gib mir deine Hand, ich führe dich da durch.

Hilfreich ist auch, sich ein Blatt Papier zu nehmen und seine Ängste auf Papier zu bringen. Angenommen, ich möchte mich beruflich neu orientieren – meine erste Angst könnte dann sein, dass es komplett schief geht und ich ohne Einkommen „auf der Straße lande“. Wie wahrscheinlich ist es, dass dieser Umstand tatsächlich eintreten wird? Um Klarheit zu gewinnen, kann auch ein guter Freund mit neutralen und ruhigen Fragen dazu helfen oder ein Coach, der durch diese Phase begleitet. Wichtig ist immer, dass du dich pudelwohl fühst und ganz du selbst sein kannst.

Zur Person

Stephanie Kempe ist Mutter von zwei Kindern, verheiratet und hat sich vor Jahren selbst auf die Suche begeben. Als Change-Expertin hat sie sich „Professional Asskickery“ auf die Fahnen geschrieben und begleitet Klienten auf dem Weg in die erfolgreiche Selbstständigkeit und zu selbstbestimmtem Arbeiten. Die tägliche Dosis Inspiration und Motivation gibt’s unter anderem auf ihrem Instagram-Account.

Bildnachweis: VectorDoc/Shutterstock, Stephanie Kempe, Constantin Stanciu / Shutterstock

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Ferialjob & Praktikum: Wissenswertes zum Arbeitsrecht

Arbeitsrecht Ferialjob Ferialpraktikum

Sommerzeit ist Ferialjobzeit! Für viele Schüler und Studenten ist der Sommer auch die Zeit, um ein Pflichtpraktikum zu absolvieren. Ferialjob, Ferialpraktikum – worin liegt der Unterschied und worauf ist zu achten? Mit diesen Tipps kommt ihr durch einen erfolgreichen Arbeitssommer.

Job ist nicht gleich Praktikum

Auch wenn sich der Begriff Ferialpraktikant für sommerliche Hilfskräfte umgangssprachlich eingebürgert hat: Es gibt einen Unterschied zwischen Ferialarbeitern und Ferialpraktikanten. Ein Ferialjob ist dazu da, um in den Sommermonaten Geld zu verdienen. Im Rahmen eines Ferialpraktikums geht es darum, Berufserfahrung zu sammeln und sich in einem konkreten Job weiterzubilden. Das Praktikum wird meist verpflichtend im Lehr- oder Studienplan vorgeschrieben und muss von Schülern oder Studierenden absolviert werden. Bei einem Ferialjob bzw. einer Ferialarbeit handelt es sich um ein richtiges Arbeitsverhältnis mit allen Rechten und Pflichten, für Praktika gelten selten fixe Regeln, wie die Bindung an eine fixe Arbeitszeit. Der Unterschied zwischen Job und Praktikum schlägt sich allerdings auch beim Gehalt nieder.

Wie viel verdienen Ferialjobber und Praktikanten?

Ferialarbeitern steht für ihre Tätigkeit Gehalt nach Kollektivvertrag zu. Wenn es keinen KV für die Branche gibt, muss nach ortsüblichem Entgelt entlohnt werden – 700 bis 1000 Euro brutto pro Monat sollten also schon drin sein. Ob ihr auch anteiliges Weihnachts- oder Urlaubsgeld erhaltet, hängt vom geltenden Kollektivvertrag ab. Bei Praktikanten sieht die Sache etwas anders aus: gilt das Praktikum als Ausbildungs- und nicht als Arbeitsverhältnis, fällt auch die Entlohnung geringer aus. Oftmals erhalten Praktikanten nur ein Taschengeld, haben dafür aber auch weniger Pflichten als jene, die einer Ferialjarbeit nachgehen. Die Bindung an Arbeitszeiten entfällt, im Mittelpunkt des Praktikums steht auch nicht die Arbeitsleistung, sondern das, was gelernt wird. Ausnahme: Wer ein Pflichtpraktikum im Hotel- oder Gastgewerbe absolviert, befindet sich immer in einem vollen Arbeitsverhältnis.

Im Sommerjob versichert?

Arbeitgeber müssen Ferialarbeiter bereits vor ihrem ersten Arbeitstag bei der Gebietskrankenkasse anmelden. Sie sind somit voll versichert und erwerben im Rahmen ihrer Sommerjobs auch erste Ansprüche auf die Pension. Praktikanten, die für ihre Tätigkeit keine Bezüge erhalten, sind nur unfallversichert. Alle Infos zu den Versicherungen gibt es hier. Tipp: Die Kopie der Anmeldung bei der Gebietskrankenkasse gleich zu Dienstbeginn vom Arbeitgeber einfordern, falls er sie noch nicht zur Verfügung gestellt hat.

Auch Ferialjobber haben Urlaub

Was nicht alle Sommerjobber wissen: Auch während des Ferienjobs entsteht Urlaubsanspruch – anteilig, je nach geleisteter Dienstzeit. Nach einem Monat Vollzeitjob sind das rund 2,5 Tage Freizeit. Wird der Urlaub nicht konsumiert, muss er am Ende des Ferialjobs vom Arbeitgeber ausbezahlt werden.

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

Auch wenn es im Unternehmen eine Zeiterfassung gibt, solltet ihr eigene Aufzeichnungen über die Arbeitszeit, Pausen und erledigte Tätigkeiten führen. Eine kostenlose Vorlage dafür gibt es bei der Arbeiterkammer. Die Gehaltszettel nach Erhalt sofort kontrollieren und bei Fragen den Arbeitgeber unverzüglich kontaktieren. Im Fall einer notwendigen Nachforderung könntet ihr sonst wichtige Fristen übersehen.

Bildnachweis: Rawpixel.com/Shutterstock

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Lieber kleckern als klotzen? Wenn Bescheidenheit von Vorteil ist

Mit Bescheidenheit zum Erfolg?

Ohne Vermarktung der eigenen Leistungen geht es in vielen Jobs nicht. Was aber tun, wenn man eher zur bescheidenen oder introvertierten Sorte Mensch gehört? Ein Forscherteam hat untersucht, mit welchen Eigenschaften Bescheidene punkten, wenn es am Eigenmarketing hapert.

Bescheidenheit ist eine Zier – aber gilt das auch im Arbeitsleben? Selbstvermarktung oder die Arbeit an der „Marke Ich“ werden oft als unverzichtbare Eigenschaften im Berufsleben gehandelt. Bescheidenheit oder Introvertiertheit führen hingegen oft zum Vorwurf, dass man sich unter Wert verkaufe und seiner Karriere so nichts Gutes tut.

Auf diesem Weg punkten Bescheidene

Sind Menschen, die ihre Erfolge nicht laufend kommunizieren, zu einer stagnierenden Laufbahn verdammt? Die Plattform Forschung erleben berichtet von Untersuchungen zu diesem Thema, durchgeführt von einem Forschungs Team der Universität Singapur. Bescheidene Menschen prahlen vielleicht nicht gerne mit ihren Erfolgen, könnten dafür aber andere positive Eigenschaften zu ihrem Vorteil nutzen: Sie erkennen Fehler schneller an und tun sich leichter damit, die Meinung anderer Menschen anzuerkennen. Außerdem haben sie meist ein ausgeglicheneres Selbstbild. Das Forschungsteam vermutete, dass diese Bescheidenheit sogar zu höherer Selbstkontrolle führen kann. Der Gedanke dahinter: Bescheidene Personen können Impulsen, die das eigene Selbstwertgefühl erhöhen, besser widerstehen. So werten sie sich als Person seltener auf. Dieses Faktum könnte sich auch in ihrer Selbstkontrolle wiederspiegeln – als Fähigkeit, unerwünschte Reaktionen zu unterdrücken.

Untersucht wurde die Annahme im Rahmen eines Tests mit einer Gruppe Teilnehmern und einer süßen Versuchung. Die Hälfte der Gruppe sollte sich an eine Situation erinnern, in der sie selbst bescheiden waren oder so handelten. Die andere Hälfte sollte eine neutrale Tätigkeit wie z.B. Aufräumarbeiten oder den Wohnungsputz beschreiben. Danach wurden die Teilnehmer gebeten, zu warten. Die Wartezeit wurde ihnen mit einer Schale voller M&Ms versüßt. Es zeigte sich, dass die „bescheidene Gruppe“ sich weniger Süßigkeiten gönnte, als die Vergleichsgruppe. In weiteren Studien kamen Forscher außerdem zum Ergebnis, dass Menschen, die an Bescheidenheit dachten, sich bei physischen Aufgaben mehr anstrengten und auch während frustrierender Phasen mehr Ausdauer zeigten.

Mehr Selbstkontrolle durch Bescheidenheit – diesen Schluss legen zumindest die Studienergebnisse aus Singapur nahe. Bescheidene Personen mögen demnach einen Nachteil haben, wenn es um Selbstvermarktung geht, das Plus an Selbstkontrolle birgt aber auch Vorteile: mehr Ausdauer, besseres Durchhaltevermögen und eine erhöhte Toleranz gegen frustrierende Ereignisse.

Bildnachweis: Ollyy/Shutterstock

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Österreichischer Arbeitsmarkt: mehr Arbeitslose und Unselbstständige in Teilzeit

Arbeitsmarkt arbeitslos

Das Jahr 2016 hat nicht wirklich einen guten Start hingelegt, wenn es um den Arbeitsmarkt in Österreich geht. Die Statistik Austria hat die Zahlen für das erste Quartal des Jahres anhand des Mikrozensus Österreich analysiert. Besonders auffallend: die Arbeitslosigkeit ist recht deutlich angestiegen, mehr Männer arbeiten Teilzeit und ältere Frauen in Berufen beeinflussen die höhere Erwerbsbeteiligung maßgeblich.

Der Arbeitsmarkt in Österreich im Überblick

  • 4.144.400 Personen sind in Österreich Anfang des Jahres erwerbstätig – immerhin 68.700 mehr als im 1. Quartal 2015.
  • Die größten Zuwächse wurden im Bereich „Erziehung und Unterricht“, im „Gesundheits- und Sozialwesen“ und der „Herstellung von Waren“ festgestellt.
  • 275.400 Menschen waren im 1. Quartal 2016 arbeitslos (internationale Definition).
  • Den arbeitslosen Personen standen 73.200 offene Stellen gegenüber – 6.400 mehr als im Vorjahr.

Arbeitslosigkeit: Anstieg vor allem bei Jugendlichen

Mehr Arbeitslose durch die Bank – so lautet die traurige Bilanz für das 1. Quartal 2016. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Arbeitslosen deutlich gestiegen. Männer sind davon mehr betroffen als Frauen. Insgesamt trifft der Anstieg der Arbeitslosigkeit besonders Jugendliche und ältere Personen (ab 45 Jahren) mit österreichischer Staatsangehörigkeit und Personen ohne höheren Bildungsabschluss.

1. Quartal 20161. Quartal 2015
Arbeitslose275.400251.000
Arbeitslosenquote6,3 %5,8 %
Männer6,8 %6,3 %
Frauen5,6 %5,3 %
Jugendliche (15–24 Jahre)11,7 %9,6 %
Ältere (55–64 Jahre)5,1 %4,9 %

Stagnierende Selbstständigkeit – mehr Unselbstständige

Vor allem die Unselbstständigen bewirkten den Anstieg in der Erwerbstätigkeit. Während die Zahl der Unselbstständigen ein deutliches Plus verzeichnen konnte (+78.800), stagnierte die Anzahl der Selbstständigen und mithelfende Familienangehörige erlebten ein Minus von 11.800. Der allgemeine Beschäftigungszuwachs verteilte sich auf Vollzeit und Teilzeit.

Teilzeit: immer mehr Männer

Im aktuellen Quartal erhöhte sich die Zahl der Vollzeitbeschäftigten um 42.700 auf 2.565.000. Auch die Teilzeitarbeitenden nahmen um 36.100 Personen zu. Wie üblich arbeiten mehr Frauen (851.700) Teilzeit als Männer (195.000). Dieses Jahr entfiel allerdings etwas mehr als die Hälfte des Anstiegs auf Männer.

Mehr arbeitende ältere Frauen

Vor allem ältere Frauen sind der Grund für die höhere Erwerbsbeteiligung im Vergleich zum Vorjahr: Die Zahl der 55- bis 59-Jährigen, die einem Beruf nachgehen stieg um 3,8 Prozentpunkte auf 58,3 %, bei Männern zwischen 55 und 64 Jahren immerhin auch um 3,2 Prozentpunkte auf 56,4 %.

Fünf-Jahres-Rückblick: deutliches Plus für Teilzeit

Sieht man sich die Entwicklungen des Arbeitsmarktes über den Zeitraum von fünf Jahren an, fällt besonders auf, dass deutlich mehr Frauen (+90.900) als Männer (+66.300) am Zuwachs der Erwerbstätigen in Österreich beteiligt waren. Gleichzeit gehen Frauen immer mehr von Vollzeitarbeit (-36.100) weg zu Teilzeitarbeit (+127.000). Der Abbau von Vollzeitstellen (insgesamt -26.900) fand überwiegend bei Selbstständigen und Mithelfenden statt. Der Zuwachs bei Teilzeitbeschäftigung (insgesamt +184.100) betraf großteils Unselbstständige.

Quelle: Statistik Austria, Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung und Offene-Stellen-Erhebung. Internationale Definition des Erwerbsstatus nach dem ILO-Konzept.

Bildnachweis: Luna Vandoorne / Shutterstock

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Kreativkarriere: „Nur das machen, wofür das Herz schlägt“

Berufsportrait Sigrid Rauchdobler

Sigrid Rauchdobler arbeitet als Fotografin – Hochzeitsbilder, Familienportraits oder Babyfotos wird man in ihrem Portfolio aber vergeblich suchen. Die Linzerin hat sich auf Architektur- und Industriefotografie spezialisiert und arbeitet intensiv an ihrer Karriere. Derzeit stellt sie auf der Architektur Biennale in Venedig Fotografien aus. Wir haben uns mit Sigrid Rauchdobler unterhalten über die Arbeit als Kreative, notwendige Eigenwerbung und das Quäntchen Glück für die Karriere.

Sigrid Rauchdobler

Sigrid Rauchdobler

Kein Lebenslauf aus dem Bilderbuch

Wie bei vielen Kreativen verlief der Werdegang von Sigrid Rauchdobler nicht ganz ohne Ecken und Kanten. „Den geradlinigsten Lebenslauf kann ich sicher nicht vorweisen. Ich habe eine Lehre als Fotografin absolviert und hatte damals Riesenglück, dass ich die Ausbildungsstelle bekommen habe. Danach habe ich eine Zeit lang im Gastgewerbe gearbeitet, weil es als Mutter sehr schwierig war, als Fotografin einen Job zu bekommen. Die Fotografie hat mich aber nie losgelassen – also habe ich die Meisterprüfung abgelegt und mich danach selbstständig gemacht“, erzählt Rauchdobler.

Finde deine Leidenschaft

Für die Linzer Fotografin war schon immer klar, dass Architekturfotografie ihre Leidenschaft ist. „Man muss das machen, wofür das Herz schlägt – davon bin ich ganz fest überzeugt. Nur dann kann man es auch wirklich gut machen“, ist Rauchdobler überzeugt. Auch ein Grund, warum sie z.B. keine Hochzeiten fotografiert: „Da hätte niemand etwas davon.“ Heute fotografiert sie laufend Architekturprojekte, macht Baubegleitungen oder fotografiert im industriellen Umfeld. Und sie profitiert von einem großen Vorteil in der Architekturfotografie: Dieses Feld läßt sich nicht mit fertigen Stockfotos abdecken, denn jedes Bauprojekt ist ein Unikat – und Architekten oder Tischler benötigen davon einzigartige Fotos.

Sigrid Rauchdobler Musiktheater Linz

Zeige, wer du bist und was du kannst

Nicht lange, nachdem Rauchdobler ihre Meisterprüfung abgelegt hat, beginnt in Linz der Bau des Musiktheaters – für Rauchdoblers ein wichtiger Aspekt in ihrer Karriere. „Ich hatte zwar davor schon Kontakte aber mit dem Bau des Musiktheaters hat man es mir in meiner Fotografenkarriere dann relativ einfach gemacht“, blickt Rauchdobler zurück. Während der gesamten Bauphase ist sie regelmäßig vor Ort, fotografiert und dokumentiert. Die Bilder erscheinen unter anderem in der Zeitschrift „Applaus“, die über den Baufortschritt informiert. „Anfangs habe ich die Baustelle nur fotografiert, weil sie mir persönlich gut gefallen hat. Baustellen sind für mich eigentlich schöner als die fertigen Gebäude. Wenn etwas entsteht, hat das eine ganz eigene Kraft. Nach und nach wurden dann immer mehr Menschen auf meine Bilder vom Musiktheater aufmerksam“ erzählt die Fotografin.

Viel harte Arbeit und ein bisschen Glück

Zeig deine Arbeit! Ein Ratschlag, den Kreativarbeiter unbedingt beherzigen sollten. „Das Musiktheater hat mir sicher dabei geholfen, neue Aufträge zu generieren: Jemand sieht deine Arbeit und beauftragt dich. Ein professioneller Onlineauftritt ist hier unheimlich wichtig. Gerade als Fotograf – die Website ist DIE Referenz schlechthin“, erzählt Rauchdobler. Neben guter Arbeit braucht es manchmal auch ein bisschen Glück, um der Karriere Schub zu verleihen. Für Rauchdobler war das die Einladung zur Biennale nach Venedig. „Das kam sehr überraschend für mich und ich freue mich sehr über diese Gelegenheit. Hätte ich andere Arbeiten online, wäre es vielleicht nicht so weit gekommen. Dem Glück muss man also auch etwas nachhelfen“, gibt die Fotografin zu bedenken.

„Was die Zukunft noch bringt, wird sich zeigen.“

Zum Biennale-Thema „Time, Space, Existence“ zeigt die Fotografin zwölf Bilder, die im ehemaligen Postverteilerzentrum in Linz entstanden. „Im Zuge verschiedener Arbeiten kam ich immer wieder zu Räumen, die sich in einem Zwischenstadium befanden. Auf mich üben sie große Faszination aus – es ist so, als würden sie warten“, erzählt sie. Die Teilnahme an der Kunstschau in Venedig ist für Rauchdobler eine großartige Referenz. Was die Zukunft bringt, wird sich zeigen. „Mache ich eine weitere Ausstellung mit diesen Bildern oder etwas ganz anderes? Das wird sich mit der Zeit noch zeigen“, meint Rauchdobler.

Auf eine Portion Glück kann man als kreativer Selbstständiger hoffen, die Arbeit muss man selbst erledigen. Für alle, die ihre kreative Leidenschaft in einen Beruf verwandeln möchten, hat Rauchdobler neben der eigenen Sichtbarkeit und der Liebe zur Tätigkeit noch einen weiteren Rat: Ausdauer. „Einfach ist die Selbstständigkeit nicht, gerade die Fotografiebranche ist momentan im Umbruch. Viele Fotografen können von ihrer Arbeit gar nicht leben. Aber je mehr Erfahrung man sammelt, desto leichter wird es. Bis es so weit ist und man wirklich gut ist, braucht es natürlich seine Zeit.“

Bildnachweis: g-stockstudio/Shutterstock; Sigrid Rauchdobler (2)

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Fußballfieber im Job: EM-Guide zwischen Arbeitsrecht und Motivation

Fußball EM Guide für den Job

Die Fußball Europameisterschaft ist da und damit auch unermüdlich scheinende Feierlaune, Public Viewing und viele Fragen rund ums Arbeitsrecht – denn die Euphorie ums runde Leder birgt auch gewisse Risiken am Arbeitsplatz. Aber was Menschen verbindet, kann auch positive Auswirkungen auf Teambuilding und Unternehmenskultur haben. Wir klären, wie man Eigentore im Job vermeidet und welche Chancen die EM für die Mitarbeiter-Motivation bereithält.

Gemeinsames Fußballschauen mit Kollegen – vor allem bei Großereignissen wie der Fußball EM ein Thema. Aber Achtung: Wer in der Arbeitszeit fernsieht oder Alkohol konsumiert, riskiert seinen Job! Die AK Oberösterreich warnt davor, sich dem Fußballfieber auch im Job zu sehr hinzugeben und hält die wichtigsten Arbeitsrecht-Tipps zur EM bereit. Generell gilt: Besser im Vorhinein beim Arbeitgeber nachfragen und abklären, was geht und was nicht.
Hier die wichtigsten Punkte:

TV, Radio & Internet

Fernsehen am Arbeitsplatz – das ist meist nicht Bestandteil des Arbeitsvertrags und somit auch nicht erlaubt. Handelt es sich hingegen um einen Arbeitsplatz, bei dem es generell gestattet oder unausweichlich ist fernzusehen – etwa in einem Lokal oder Wettbüro – können Probleme nur dann auftauchen, wenn die geforderte Arbeitsleistung aufgrund der Ablenkung nicht geleistet wird.

Ist Radiohören während der Arbeitszeit generell erlaubt, dürfen natürlich auch während der EM Spiele mitverfolgt werden, solange darunter die Leistung nicht leidet. Dasselbe gilt übrigens auch fürs Internet: Nur wenn die Privatnutzung des Internets während der Arbeitszeit offiziell gestattet ist, dürfen Arbeitnehmer die Spielergebnisse auch online verfolgen. Kurzfristig, wohlgemerkt – verfolgt jemand ein gesamtes Spiel im Livestream, kann das problematisch werden. Schließlich kann bei einer Mindestdauer des Fußballmatchs von 90 Minuten nicht mehr von einer uneingeschränkten Arbeitsleistung die Rede sein. Ist prinzipiell weder Fernsehen, Radio oder Internet am Arbeitsplatz erlaubt, die Neugier aber größer, riskiert man eine Verwarnung und als Wiederholungstäter sogar eine fristlose Entlassung.

Ein Gläschen in Ehren – Alkohol am Arbeitsplatz

Zum Fußballschauen gehört für viele einfach ein Bier. Aber was sagt der Arbeitgeber dazu? Da wo man bezüglich Fernsehen bzw. Spielverfolgung via Radio oder Internet noch kulant sein mag, gibt es in puncto Alkoholkonsum am Arbeitsplatz oft keine Ausnahme. Ist Alkohol während der Arbeit verboten, so gilt das auch für die Zeit der Europameisterschaft und für gemeinsame Fußballnachmittage oder –abende im Unternehmen (je nachdem, ob als Arbeitszeit eingestuft oder nicht). Vorsicht: Das Verbot gilt natürlich auch in den Pausen! Wer trotzdem alkoholisiert im Job erwischt wird, muss mit Disziplinarmaßnahmen und im schlimmsten Fall auch mit Entlassung rechnen.

Von patriotischer Bürodeko bis zum Soccer Jersey Day

Flaggen von der Lieblingsmannschaft oder die Fußballdress als Bürooutfit – inwiefern darf man das Fußballfieber im Job ästhetisch ausleben? Prinzipiell hängt das von Arbeitsplatz und Tätigkeit ab. Rechtlich heißt es: Die Arbeitskleidung muss „betrieblich angepasst“ sein. Fordert der Job etwa Kundenkontakt, geht er meist mit einem entsprechenden Erscheinungsbild einher. Hier kann der Arbeitgeber Fan-Dressen oder ähnliche Utensilien jederzeit verbieten. In einer lockeren Arbeitsumgebung wird das aber in der Regel kein Problem sein.

Urlaub für die EM oder krankfeiern?

Ein kleiner Frankreichtrip, um ein Fußballspiel live zu verfolgen oder ein Urlaubstag, um mit Freunden einen EM-Tag einzulegen? Wer sich extra Urlaub nehmen will, muss das mit dem Vorgesetzten vereinbaren. Auch in (Ausnahme-)Zeiten wie der Fußball EM ist ein einseitiger Urlaubsantritt nicht zulässig. Achtung: Ohne Urlaubsvereinbarung daheim zu bleiben ist auch während der EM nicht ratsam – das gilt als unerlaubtes Fernbleiben und kann ein Entlassungsgrund sein. Der Chef erlaubt es nicht daheimzubleiben, da bleibt nur eins: krankfeiern!? Besser nicht: Sich krank zu melden und dabei beim Public Viewing gesichtet zu werden, kann eine fristlose Entlassung begründen.

Abseits vermeiden: Spielregeln vereinbaren!

„Auch wenn die Euphorie groß sein wird, sollten die Beschäftigten achtsam sein und mit ihren Arbeitgebern Spielregeln vereinbaren“, empfiehlt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer zur EM 2016.

EM Guide für den Job

Corporate Viewing als Motivationsboost für Mitarbeiter

Neben den oben erwähnten Themen, die zur EM im Job mitunter Probleme bereiten können, ist bei solchen Großereignissen auch sehr viel positives Potenzial vorhanden. Der Personaldienstleister für Fach- und Führungskräfte Robert Half hat dazu eine Studie unter 200 HR-Managern in Deutschland durchgeführt. Erfreuliches Ergebnis der Befragung: 91 Prozent der Personalmanager bewerten Firmenveranstaltungen aus sportlichem Anlass als positiv. Denn Großveranstaltungen, die das Gemeinschaftsgefühl ansprechen, können neue Impulse bei Mitarbeitern setzen.

Die Mehrheit der befragten Personalverantworlichen finden, dass sich „Corporate Viewing“ – das gemeinsame Schauen von Sportveranstaltungen mit Kollegen – vor allem auf eine gesteigerte Mitarbeitermotivation auswirken. Eine Kehrseite gibt es hier leider auch: 76 Prozent halten es gleichzeitig für wahrscheinlich, dass sich Mitarbeiter am Tag nach so einer gemeinsamen Veranstaltung krankmelden.

Vorteile abwägen: mehr Motivation vs. vermehrte Krankmeldungen

Obwohl HR-Manager eine Zunahme an Krankmeldungen während der EM 2016 befürchten, überwiegt die Überzeugung von den positiven Effekten des Corporate Viewing: Nur 9 Prozent sehen keine Vorteile, wenn Fußballspiele im Kollegenkreis geschaut werden.

Das sind die erwarteten positiven Nebeneffekte:

  • Mehr als die Hälfte der HR-Manager (52 Prozent) erhofft sich eine höhere Mitarbeitermotivation
  • Auf ein besseres Mitarbeiterengagement und eine stärkere Mitarbeiterbindung spekulieren jeweils 39 Prozent
  • Ein angenehmeres Arbeitsklima ist für 16 Prozent ein Pluspunkt
  • Und jeder Zehnte (13 Prozent) geht davon aus, dass sich Corporate Viewing produktivitätssteigernd auswirkt

„Hinter dem Erfolg überdurchschnittlich wachsender Unternehmen steht immer ein hochmotiviertes Team. Diese Motivation müssen Unternehmen geschickt fördern“, weiß Sven Hennige, Senior Managing Director Central Europe & The Netherlands bei Robert Half.

Gemeinsame Erlebnisse, zu denen auch das kollektive Fußballschauen im Kollegenkreis zählt, können hier einen nicht unwesentlichen Effekt haben. Dementsprechend sollte von Führungsseite Verständnis gezeigt und gewisse Anreize geboten werden. Unter speziellen Bedingungen mehr Spielraum zu bieten – etwa durch einen Tag Home Office oder ein gesponsertes Team-Frühstück am Tag nach einem wichtigen Spiel – beugt Krankmeldungen vor und erhöht Motivation, Produktivität und Loyalität der Mitarbeiter. Und zwar auch nach der vierwöchigen Spielzeit.

3 Führungskräftetipps für mehr Motivation während der EM

#1 Spieltermine bei der Planung wichtiger Meetings beachten
Eher ungünstig: Bedeutende Meetings oder Mitarbeitergespräche, die mit einem Fußballspiel der Nationalmannschaft kollidieren oder am frühen Morgen nach solch einem Match angesetzt sind. Entscheidende Termine sollten daher besser auf den späten Nachmittag oder den Folgetag verlegt werden.

#2 Mitarbeiter entspannt in den Arbeitstag starten lassen
Verständnis gegenüber Mitarbeitern und Kollegen, die am Vorabend den Sieg ihrer Mannschaft etwas länger gefeiert haben, zahlt sich aus. Bieten Sie Ihren Mitarbeitern an, morgens etwas später in die Arbeit zu kommen. Ausgeruhte Mitarbeiter sind produktiver als müde!

#3 Home Office erlauben
Ist der Anfahrtsweg ins Unternehmen lang und war der Fußballabend ebenso, sind Ihre Mitarbeiter sicher dankbar für die Möglichkeit, einen Tag von zu Hause aus zu arbeiten. Ob das funktioniert und mit einer Extraportion Motivation von daheim belohnt wird, stellt sich recht schnell heraus.

Bildnachweis: Olaf Naami / Shutterstock; racorn/Shutterstock

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Seine Stärken kennen: Wissen, was wirklich in dir steckt

Seine Stärken kennen

„Was sind Ihre Stärken?“ Ohne diese Frage kommt so gut wie kein Vorstellungsgespräch aus. Wer sich welche Stärken typischerweise zuschreibt, hat Karrierecoach Svenja Hofert aus rund 1.000 Stärkenprofilen ausgewertet. Typisch Mann, typisch Frau – gibt es diese Klischees wirklich?

Ehrgeizig, teamfähig, innovativ?

Seine Stärken (und Schwächen) zu kennen ist mehr als reine Pflichtübung für das Bewerbungsgespräch. „Die eigenen Stärken zu kennen, ist wichtig, denn Stärken machen uns einzigartig und besonders“, sagt Karrierecoach Svenja Hofert. Ihr Buch, in dem sie sich mit dem Thema intensiv auseinandergesetzt hat, haben wir an dieser Stelle bereits vorgestellt. Fällt die Frage nach den eigenen Stärken, werden meist die Dauerbrenner genannt: Zuverlässigkeit, Teamfähigkeit, Organisationstalent – damit ist man auf der sicheren Seite. Klingt dafür auch wie aus einem Bewerbungsratgeber. „Eine Stärke ist jedoch erst dann wirklich eine Stärke, wenn sie charakteristisch ist für eine Person, wenn man die eigenen Stärken mag und weiterentwickeln möchte. Es geht somit um die ‚wahren‘ Stärken“, so Hofert.

Im Rahmen einer Studie hat Hofert über 1.000 Stärkenprofile ausgewertet und untersucht, welche Eigenschaften für welche Personengruppen spezifisch sind. Gibt es „typisch Mann“ oder „typisch Angestellter“? Ein Blick auf die Ergebnisse:

  • Selbstständige geben an, Stärken aus dem kreativen und produktiven Denken mitzubringen.
  • Bei Angestellten sind diplomatische Fähigkeiten oft besonders ausgeprägt: sie glätten Wogen, vermitteln zwischen verschiedenen Interessen und finden auch in schwierigen Zeiten Lösungen, die für möglichst alle Beteiligten passen.
  • Als „Alltagsmanager“ sehen sich ebenfalls eher angestellte Personen. Sie bewältigen aktuelle Aufgaben und konzentrieren sich mit starkem Praxisbezug auf das aktuelle Geschehen.
  • Gut mit Zahlen umgehen zu können, diese Stärke sprechen sich vor allem Männer zu. Sie sehen sich auch öfter in der Rolle eines Spezialisten.
  • Frauen bezeichnen sich als bessere Alltagsmanager.
  • Die Querdenker und Futuristen sind überwiegend bei den Selbstständigen zu finden. In einem fixen Arbeitsverhältnis würden sie vielleicht schneller anecken, als im eigenen Unternehmertum.
  • Networking als Stärke – das schreiben sich vor allem Entrepreneure auf die Fahnen.
  • Angestellte bringen oft „weichere“ Stärken mit als Unternehmer. Eine höhere Anpassungsbereitschaft ist als Stärke vor allem bei Personen in fixem Beschäftigungsverhältnis zu finden. Der Nachteil: Arbeitgebern entgeht wertvolles Innovationspotenzial, wenn Angestellte nicht anecken (dürfen).
  • Selbstständig Beschäftigte sehen auch ihre Offenheit für Neues und Anderes als große Stärke.

Wer seine eigenen Stärken besser kennenlernen möchten, kann das kostenlos online unter www.worklifestyle.net tun.

Stärken und Schwächen bei der Jobsuche

Das fehlende Bewusstsein für Stärken und Schwächen kann bei der Suche nach einem passenden Job zur Schwierigkeit werden. Über den manchmal langen Weg zu den eigenen Stärken haben wir uns vor einiger Zeit bereits mit Businesscoach Brigitte Herrmann unterhalten. Sie meint: „Das Problem ist, dass die meisten Menschen gar nicht wissen, was tatsächlich in ihnen steckt. Sie kennen ihre Stärken, auf die sie sich besinnen könnten, also gar nicht. Sie haben sich in ihrem Beruf eingerichtet, ‚machen ihren Job‘ und träumen nebenbei von einem besseren Leben“. Fünf hilfreiche Tipps für die Suche nach den eigenen Stärken und Talenten hat sie an dieser Stelle bereits verraten.

Bildnachweis: ArtFamily/Shutterstock

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Lesestoff zum Nachdenken: Zurück an die Arbeit!

Rezension Zurück an die Arbeit

Wer als Führungskraft oder Arbeitnehmer das Gefühl hat, im Job ständig Passierschein A38 nachzujagen, dem sei Lars Vollmer’s neues Buch „Zurück an die Arbeit!“ ans Herz gelegt. Mit seinem Buch möchte er zeigen, wie aus Business-Theatern wieder echte Unternehmen werden.

Wir verlosen drei Exemplare des Buches – alle Infos dazu unten.

In den meisten Unternehmen wird laut Lars Vollmer vieles getan, eines aber nicht: richtig gearbeitet. Das liegt jedoch nicht an Unwillen oder Faulheit sondern daran, dass Chefs und Mitarbeiter mit dem Business-Theater beschäftigt sind: Meetings, Reportings schreiben, Pläne ausarbeiten, Budgets verhandeln, noch mehr Meetings. Es wird geplant, geführt und gemanaged wie in alten Zeiten. Über Management-Träumereien haben wir uns bereits Anfang des Jahres mit Niels Pfläging unterhalten. Mit seinem Buch schlägt Lars Vollmer in die selbe Kerbe. Laut ihm können Unternehmen eines richtig gut: Mitarbeiter von der eigentlichen Arbeit abhalten.

Arbeitest du schon oder tust du noch so?

Der Anzug als Theaterkostüm, das Büro als Bühne, Reports und Präsentationen als Regieanweisungen: Wer das Gefühl hat, sich in der Arbeit verstellen und eine bestimmte Rolle einnehmen zu müssen, befindet sich direkt in Vollmer’s Vision eines Business-Theaters.

„Im Endeffekt spielen sie dennoch die meiste Zeit des Tages Arbeit statt zu arbeiten. Ich behaupte, dass in vielen Unternehmen die Theaterquote schon bei jenseits von 50 Prozent liegt.“

Was Vollmer als Theater bezeichnet? Für ihn sind das alle Verhaltensweisen, die im Unternehmen nicht zur Wertschöpfung beitragen oder dafür sorgen, dass der Kunde nicht davon profitiert: das Ausfüllen langer Reportings, Streiten ums Budget oder Meetings, die niemandem nutzen aber aus Gewohnheit trotzdem abgehalten werden. In „Zurück an die Arbeit!“ beschreibt Vollmer verständlich und teilweise provokant, warum Unternehmen nach wie vor an ihren Theateraufführungen festhalten und durch das ganze Theater dann noch mehr Theater entsteht.

Beispiele für Pioniere der New-Work-Bewegung gibt es im Buch zwar, fix-fertige Lösungen sucht man aber vergebens. Klar, denn jede Organisation ist anders und muss für sich selbst heraufinden, in welchen Bereichen sie Arbeit neu gestalten möchte. Was „Zurück an die Arbeit!“ aber liefert sind Denkanstöße und Inspirationen für funktionierende und sinnvolle Zusammenarbeit, die Freude macht. Eine Leseprobe gibt es übrigens hier.

Zu gewinnen: Drei Ausgaben von “Zurück an die Arbeit!”

Lars Vollmer Zurück an die ArbeitEinfach bis einschließlich Sonntag, 19. Juni 2016 eine E-Mail mit dem Betreff „Business-Theater“ samt Postadresse an marketing@karriere.at senden. Die drei Bücher werden unter allen Einsendungen verlost – der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner werden per E-Mail informiert.

Bildnachweis: ScandinavianStock/Shutterstock, Linde Verlag

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Personalarbeit: Geschäftsführung und HR setzen Prioritäten anders

HR Klima Index für 2016

Kurz vor Jahresbeginn haben wir bereits einen Blick auf jene Themen geworfen, die heuer für HR relevant werden – jetzt folgt eine kurze Bestandsaufnahme der aktuellen Situation: Der aktuelle HR-Klima Index hat abgefragt, an welchen Themen heimische Personalabteilungen in diesem Jahr arbeiten und worauf ihr Fokus liegt.

Besser sein, als die anderen

Der Wettbewerb um gute Arbeitnehmer ist groß und der War for Talent gibt in österreichischen HR-Abteilungen den Ton an. Das schlägt sich auch in der Prioritätensetzung heimischer Personalabteilungen nieder. Der aktuelle HR-Klima-Index von Kienbaum hat bei 115 Arbeitgebern genauer nachgefragt: Welche Bereiche sind für HR und Unternehmen derzeit besonders relevant?

  • Für aussichtsreiche Kandidaten noch attraktiver zu werden – das steht auf der Prioritätenliste ganz oben. Mehr als 60 Prozent der österreichischen Unternehmen sehen die Steigerung der Arbeitgeberattraktivität als wichtigste Aufgabe in diesem Jahr.
  • In Führungs- und Management-Themen besser zu werden, das schreibt sich knapp die Hälfte der Arbeitgeber ins Pflichtenheft.
  • Rund ein Drittel der Unternehmen legt den Schwerpunkt der Personalarbeit auf strategische Planung.

Ganz einig sind sich Geschäftsführung und Personalabteilung bei der Prioritätensetzung allerdings nicht immer: „Die Anforderungen der Geschäftsführung und die Prioritäten der Personalverantwortlichen klaffen in einigen Punkten auseinander. Während sich Geschäftsführer meist mehr Engagement der Personalverantwortlichen in Bereichen wie Kompetenz- und Skill-Management oder Vergütung und Anreizstrukturen wünschen, setzen Personalverantwortliche ihre Schwerpunkte im Talent  Management und Change Management“, sagt Alfred Berger von Kienbaum Wien.

Die Zukunft sieht gut aus

In die Zukunft blicken die heimischen Arbeitgeber zuversichtlich – mehr als die Hälfte der Befragten erwarten eine positive Umsatzentwicklung. Besonders optimistisch sind Personalmanager aus dem Maschinen- und Anlagenbau sowie dem produzierenden Gewerbe.  Die guten Aussichten wirken sich positiv auf den Personalbedarf aus: 41 Prozent der österreichischen Unternehmen rechnen damit, ihre Mitarbeiterzahl in diesem Jahr um bis zu fünf Prozent zu steigern.

Digitalisierung: Arbeitgeber sehen Verbesserungsbedarf

Auch wenn die Zukunft rosig aussieht, Flexibilität und Agilität entscheiden darüber, wie erfolgreich ein Unternehmen letzten Endes ist. Das gilt auch für HR- und Personalarbeit: 70 Prozent der befragten Unternehmen geben an, ihre Personal-Prozesse noch optimieren zu müssen. Knapp die Hälfte meint, bei der Digitalisierung von HR-Prozessen nachbessern zu müssen. Interessantes Detail: Dem Thema Digitalisierung wurde im vergangenen Jahr noch viel weniger Bedeutung beigemessen. 2015 hatte das Thema für nur 19 Prozent der Unternehmen hohe Relevanz, heuer sind es bereits 48 Prozent.

An diesen Themen wird außerdem gearbeitet: 40 Prozent halten die Kompetenzentwicklung in den HR-Abteilungen für wichtig. Die Verbesserung der internen Kommunikation steht für 35 Prozent auf der Agenda.

HR-Jobs und Budget

Die Budgets für die Personalabteilungen werden heuer weitestgehend stagnieren – davon geht die Hälfte der Personalverantwortlichen aus. Auch die Mitarbeiteranzahl im HR-Bereich wird laut 71 Prozent der Befragten gleich bleiben.

Bildnachweis: Jirsak/Shutterstock

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Lügen machen die Arbeit leichter? 6 von 10 machens täglich

Lügen Arbeit

„Ja klar hab ich mit dem Projekt schon angefangen – bin schon total gut eingearbeitet und fast fertig!“ Kennt ihr das auch? Kleine Unwahrheiten, die uns den Arbeitstag manchmal um so viel leichter machen und unnötige Auseinandersetzungen mit Chef, Kollegen oder Kunden verhindern. Fakt ist: 60 Prozent aller Angestellten lügen täglich in der Arbeit, wie eine Studie von Viking herausgefunden hat.

Vor allem in stressigen Situationen wächst die Nase schnell. Etwa im Bewerbungsgespräch, wo man des Öfteren versucht ist , sich von seiner besten Seite zu zeigen. Oder besser gesagt: von einer Seite, die man vielleicht auch gar nicht wirklich hat… „Photoshop – ja sicher, kann ich super!“ Immerhin legt man auf Instagram regelmäßig Filter über die Fotos und schneidet hie und da was weg – so viel mehr kann das dann ja wohl nicht sein.

Die Welt der Lügen ist eine recht große: Von sogenannten „weißen Lügen“, die man gerne äußert, um andere zu schützen, über kleine Notlügen bis zu regelrechten Täuschungen (z.B. im Lebenslauf). Bei Viking hat man das Thema „Lügen am Arbeitsplatz“ in einer Umfrage mit über 500 Teilnehmern genauer unter die Lupe genommen. Was dabei herausgekommen ist, lässt uns so manches mit anderen Augen sehen: mehr als 60 Prozent lügen täglich in der Arbeit.

Wer lügt mehr? Männer oder Frauen

Laut eigenen Angaben haben weibliche Mitarbeiter eher einen Hang zu Unwahrheiten, denn 66 Prozent der Frauen geben in der Studie an, mindestens einmal täglich im Büro zu lügen. Die männlichen Teilnehmer schätzten sich da ehrlicher ein: 39 Prozent würden nach eigenen Angaben nie im Beruf lügen. Interessant: Auf die Frage „Denken Sie, dass Sie immer ehrlich in Ihrem Arbeitsumfeld sein können?“ haben nur knapp die Hälfte der weiblichen Teilnehmer mit „Ja“ geantwortet. Im Vergleich dazu fühlen sich Männer wohl nicht so sehr unter Druck gesetzt, um flunkern zu müssen: Immerhin 65 Prozent gaben an, dass sie immer ehrlich und offen sein können.

Weniger Gehalt – weniger Anlass für Lügen?

Anscheinend steht mehr Geld in direkter Verbindung mit dem Bedürfnis, des Öfteren auf Lügen zurückzugreifen. 70 Prozent der Top-Verdiener (Jahresgehalt € 40.000+) geben zu, dass sie mindestens einmal täglich im Job lügen. Diese Angaben stimmen auch mit dem Ergebnis überein, dass ein Drittel der befragen Arbeitnehmer in gut bezahlten Jobs nicht das Gefühl hat, ehrlich sein zu können. Mehr als die Hälfte der Wenigverdiener sehen laut eigenen Angaben seltener die Notwendigkeit, unaufrichtig zu sein. 52 Prozent behaupten sogar, niemals in der Arbeit zu lügen. Daraus lässt sich ein gewisser Zusammenhang zwischen der Verantwortung im Beruf und der Ehrlichkeit ableiten.

Lügen in der Arbeit nach Gehalt

Warum sind wir so verlogen?

Der „Umgang mit schwierigen Kunden“ wird von mehr als einem Drittel der Befragten mit höherem Einkommen als Grund für Lügen angegeben. Die gehaltstechnisch darunter Eingestuften würden die Wahrheit eher „beschönigen“, um einer unangenehmen Situation mit einem Kollegen aus dem Weg zu gehen. Letzteres ist auch für jede vierte Frau der Grund für eine kleine Notlüge.

Lügen Geschlechterunterschied

Was das für den Arbeitgeber heißt?

Als Arbeitgeber solle man sich fragen: Ist unsere Unternehmenskultur offen genug, um auch Probleme anzusprechen oder muss man sich als Mitarbeiter bei einer kleinen Unregelmäßigkeit gleich vor Konsequenzen fürchten? Je offener hier Teamleiter und Geschäftsführer Problemen begegnen, umso geringer wird das Bedürfnis der Mitarbeiter sein, auf Lügen auszuweichen.

Dass die meisten Teilnehmer der Viking Studie Lügen nicht dazu nutzen, um schlechte Leistungen zu verbergen oder sich das Leben zu erleichtern, sollte hierbei unbedingt als positiv hervorgehoben werden. Der Grund für eine kleine Notlüge ist in den meisten Fällen ein recht verständlicher: Man möchte es einfach allen recht machen.

Übrigens auch ein Klassiker im zwischenmenschlichen Arbeitsuniversum: „Heute Abend Teamevent? Ach, da kann ich leider nicht – da hab ich schon seit zwei Monaten einen wichtigen Termin eingetragen.“ Manchmal tut man sich und seinen Kollegen auch einen Gefallen, wenn man ein gemeinsames After-Work-Treffen aufgrund von Terminkollisionen absagt, als zuzugeben, dass man die Zeit lieber mit anderen Leuten verbringt oder es vorzieht, auf der Couch zu liegen und ein gutes Buch zu lesen.

Das meinen die Kollegen also wirklich…

Viking hat hier ein paar alltägliche Büro-Floskeln inklusive „Übersetzung“ in ein Video gepackt – vom Bewerbungsgespräch bis zum Umgang mit stressenden Kollegen. Das meinen die also wirklich…

Bildnachweis: pathdoc/Shutterstock; Viking

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6 von 10 machens täglich
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IT Recruiting: Drei Zuckerl, die Developern schmecken

IT Recruiting Benefits

Mit Speck fängt man Mäuse. Mit guten Arbeitsbedingungen Mitarbeiter. Was banal klingt, ist ein großes Thema im Recruiting – gerade dann, wenn es sich um heiß umkämpfte Zielgruppen wie IT- und Development-Mitarbeiter handelt. Wünsche und Erwartungen dieser begehrten und daher selten verfügbaren Fachkräfte hat karriere.at mittels einer repräsentativen Studie ergründet.

Die für Recruiter schlechte Nachricht gleich vorweg: Es gibt ihn nicht, den einen, repräsentativen Arbeitnehmer-Typen einer bestimmten Berufsgruppe. Beispiel Webentwickler: Wer sich darunter ausschließlich lichtscheue, Trash-essende Wesen in Schlabberklamotten vorstellt, befindet sich im Reich der Klischees. Schon aus eigener Erfahrung wissen wir, – und dafür reicht ein Blick ins Entwicklerbüro von karriere.at – dass jeder Coder sein eigenes Mindset hat, wenn es um bevorzugte Arbeitsbedingungen geht. Hier findet sich der Frontend-Dev, der schon zweimal in Väterkarenz war, ebenso der Teilzeit-Student-und-gleichzeitig-Teilzeit-Developer bis hin zu Müttern, die Software testen oder für UX-Design verantwortlich sind, Sportfreaks, Musiker und, und, und, … Was sie aber alle verbindet: Sie leben im Beruf ihre Leidenschaft – und die hat mit Rechnern, Codes und Sprints zu tun.

Jeder mag Zuckerl – auch IT-Profis

Diese Vielfalt zeigt: IT-Fachkräfte sind „normale“ Mitarbeiter mit Bedürfnissen, wie sie auch in anderen Abteilungen auftreten. Eltern brauchen mehr zeitliche Flexibilität als ganz Junge, Home-Office ist natürlich Thema und tendenziell fühlen sich Developer unterbezahlt, weswegen Geld hier nach wie vor die Liste der begehrtesten Incentives anführt, wie die repräsentative karriere.at-Studie, durchgeführt von Marketagent.com belegt.

Was sind dann aber Leistungen, Benefits und Wünsche, auf die Recruiter gezielt eingehen können? Richtig: IT-spezifische Benefits!

Grafik IT Recruiting Incentives

  • Zuckerl 1 – Nebenjobs: Wie die Grafik zeigt, drehen Arbeitnehmer aus der IT-Branche auch zuhause noch gern den Rechner auf, um ihrer Leidenschaft nachzukommen. Mehr als ein Viertel (26,4 Prozent) der insgesamt 930 Studienteilnehmer gibt an, dass außerberufliche IT-Projekte für sie große Wichtigkeit haben bzw. hätten (wenn sie könnten). Zählt man dazu noch jene 29,7 Prozent, die dies zumindest teilweise für wichtig erachten, lässt sich sagen, dass mehr als die Hälfte der Befragten auch neben dem Job an IT-Dingen arbeiten möchte. Anders gesagt: Verbietet ein Dienstvertrag Nebentätigkeiten, wird jede zweite IT-Fachkraft nicht unterschreiben. Ähnlich gestaltet sich das Bild, wenn es um den Ist-Stand geht: Jeder Dritte (34,7 Prozent) gibt an, an Open Source oder anderen IT-Projekten zu arbeiten.
  • Zuckerl 2 – Betriebssysteme: Alle Developer wollen einen Mac – nicht ganz! Aber immerhin jeder fünfte Befragte (20,3 Prozent) sagt, dass die freie Wahl des bevorzugten Betriebssystems ein Grund für einen Jobwechsel wäre. Mit 87,5 Prozent arbeitet die überwiegende Mehrheit auf Windows-Rechnern. Allerdings würden nur 70,3 Prozent dieses System auch selbst wählen. Anders sieht es bei Linux und OS X aus, wo die Präferenz jeweils höher ist als das am Arbeitsplatz zur Verfügung gestellte System. 28,1 Prozent hätten gerne Linux (Realität 21,1 Prozent) und 27,1 Prozent OS X (Realität 17,2 Prozent). Fazit daraus: Geht man auf das bevorzugte Hard- und Software-Setup von Fachkräften ein, kann das in vielen Fällen beim Recruiting helfen.
  • Zuckerl 3 – Mobile: Ein weiteres großes Gap, das sich im Recruiting von Fachkräften nutzen lässt, liegt im Bereich des Mobile Recruitings. „Mobile Developer“ dürfen sich aktuell nur 4,9 Prozent Prozent nennen. Knapp drei Mal so viele Befragte, nämlich 14,4 Prozent, würden gerne als solcher arbeiten. Bevorzugt für Android (55,1 Prozent), gefolgt von iOS (37,3 Prozent) und Windows (28,7 Prozent).

Bildnachweis: lurii Stepanov / Shutterstock

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Digital Detox – Gönn deinem Körper einen Neustart!

digitale Entgiftung

Stell dir vor, du hast eine Woche lang weder Handy, Tablet noch PC zur Verfügung: Welches Gefühl löst das in dir aus? Entspannung, Stress oder sogar Angst? Digital Detox kann dir helfen! Wir haben mit einer Arbeitspsychologin über die negativen Auswirkungen von zu viel Onlinekonsum und ständiger Erreichbarkeit gesprochen und liefern dir Ansätze und praktische Apps für den bewussteren Umgang mit Smartphone & Co.

Ob im Bus, am Mittagstisch mit Kollegen oder zu Hause auf der Couch: Smartphone oder Computer sind bei vielen auch abseits der Arbeit allgegenwärtig. Ohne Swipen, Twittern oder Liken scheint die Welt nur noch halb so spannend zu sein. Reaktionen darauf, wie das angedachte Handyverbot für Fußgänger, zollen der Digitalisierung unseres Alltags Tribut und zeigen auf, in welchen technischen Dimensionen wir uns mittlerweile bewegen. Dass das ständige Online-Sein mitunter negative Auswirkungen auf unser Befinden wie auf unser Bewusstsein haben kann, sollte klar sein. Wenn du fünf Minuten nach dem Aufwachen bereits unbedingt auf Facebook oder Snapchat checken musst, was in der Welt so passiert, sollten deine Alarmglocken schon läuten – dann ist Digital Detox gefragt!

Das Damoklesschwert der ständigen Erreichbarkeit

Diensthandy oder Arbeitslaptop mögen ja tolle Benefits sein, aber sie schaffen auch die zweischneidige Möglichkeit, für die Arbeit immer erreichbar zu sein. Viele Arbeitnehmer haben das in All-In-Verträgen geregelt – das geht so weit, dass zunehmend mehr Menschen auch im Urlaub jederzeit erreichbar für Chef und Kollegen sind.

Was aber dagegen tun? Immer mehr Menschen, die auch beruflich an PC und Smartphone geheftet sind, nutzen Digital Detox, um abzuschalten und danach wieder richtig produktiv zu sein. Per Definition handelt es sich bei der digitalen Enthaltsamkeit um einen Zeitraum, in der eine Person auf die Benutzung elektronischer Geräte wie Smartphones oder Computer verzichtet – als Möglichkeit, Stress zu reduzieren und wieder vermehrt mit der realen Welt zu interagieren. Zusätzlich soll Digital Detox für einen kreativen Schub und neue Motivation sorgen.

Digitale Enthaltsamkeit im Urlaub

Der Trend zum digitalen Entgiften, der ironischerweise aus dem Silicon Valley kommt, trägt mittlerweile interessante Blüten: In den USA gibt es eigene Digital-Detox-Camps, aber auch in Österreich bieten mittlerweile zahlreiche Hotels Urlaub im Offline-Modus zu teilweise stattlichen Preisen an. Was dabei Exklusives geboten wird: natürlich kein TV und Internet am Zimmer, Handys müssen abgegeben werden oder spezielle Kabel, die den Elektrosmog in den Räumen vermindern sollen. Ein groteskes Szenario, immerhin könnte man vieles davon auch kostenlos zu Hause haben. Andererseits zeigt das auch unseren Grad der Digitalisierung auf, der sich augenscheinlich in eine gefährliche Richtung bewegt.

Hobby oder Krankheit?

Aber wann ist Digital Detox überhaupt nötig oder sinnvoll? Es mag übertrieben klingen, aber tatsächlich gibt es viele Menschen, die sich ein Leben ohne Smartphone nicht mehr vorstellen können. Symptome für eine Abhängigkeit zeigen sich z.B. im zwanghaften Überprüfen des Bildschirms, selbst ein eigener Begriff für ständiges Hantieren am Handy („Phubbing“) ist uns schon bekannt. Handy- oder Internetsucht an sich sind dabei gar keine Krankheit, sondern vielmehr selbst ein Symptom. Dahinter können Depressionen oder Angststörungen stehen.

Digital Detox

Wir haben bei der Arbeitspsychologin Veronika Jakl nachgefragt, wann es gefährlich wird und was man dagegen unternehmen kann.

Veronika Jakl

Veronika Jakl, Psychologin

Stichwort gesundes Arbeiten: Was kann ständiges Online-Sein für Auswirkungen haben?

Veronika Jakl: Es gibt leider noch keine wissenschaftliche Absicherung im Sinne von „Ständige Erreichbarkeit führt zu mehr Herzinfarkten.“ Aber es gibt viele Studien, die belegen, dass das subjektive Empfinden schlechter wird bzw. die Zufriedenheit sinkt. Man ist ständig in einem Unruhezustand. Diese Menschen berichten, dass sie sich häufiger gehetzt fühlen und es zum Teil als Zwang empfinden, immer erreichbar zu sein. Wir kennen das ähnlich auch von Leuten, die Rufbereitschaft haben (Rettung, Notdienste etc.). Auch die erholen sich schlechter, auch wenn es zu keinem Einsatz kommt. Unter der Woche wird es meistens als weniger tragisch empfunden, wenn man berufliche Mails checkt oder noch mit dem Chef telefoniert, als am Wochenende oder im Urlaub.

Auch berichten immer mehr Leute, dass sie während der Arbeitszeit permanent erreichbar sind oder sein müssen. Es kommen ständig Mails rein, Leute rufen an oder schauen „schnell bei der Tür rein, um was zu erzählen.“ Diese Menschen klagen dann auch über mehr Schlafstörungen, Rückenschmerzen und Co. Beim Deutsch DAK-Gesundheitsreport 2013 kam heraus, dass ca. jeder Vierte, der vermehrt erreichbar ist, auch berichtet, an einer Depression zu leiden. Man darf aber nicht vergessen, dass Arbeitnehmer teilweise auch sehr gerne erreichbar sind und es praktisch finden. Für manche ist es beruhigend zu wissen, was im Büro passiert. Man kann damit Privatleben und Beruf leichter vereinbaren, weil man flexibler arbeiten kann. Zum Beispiel, wenn man auch dann auf dem Laufenden bleibt über die aktuellen Projekte, wenn man gerade auf Pflegeurlaub ist.

Wie kann ein vorübergehender digitaler Verzicht helfen, produktiver zu sein?

Veronika Jakl: Es ist schon lange bekannt, dass Arbeitsunterbrechungen große Einbußen bei der Produktivität bringen. Wir können nicht multitasken – dafür ist unser Gehirn nicht ausgelegt. Wer kennt das nicht, wenn man gerade intensiv an etwas arbeitet und das Telefon läutet. Danach braucht man sicher wieder ein bis zwei Minuten, um sich reinzudenken ins Thema, und das nervt!
Erholung ist wichtig, ohne gute Erholungsphasen kann man beruflich nicht seine optimale Leistung bringen. Jeder Sportler weiß, dass er nur besser werden kann, wenn er sich richtig regeneriert zwischen stressigen Zeiten.

Haben Sie für uns konkrete Tipps zum Verzicht?

Veronika Jakl: Was man selbst tun kann: Schaff dir Freiräume! Schalt einfach mal das Mailprogramm vollständig aus, wenn du konzentriert arbeiten musst oder willst. Oder als erster Schritt hilft auch mal die automatische Benachrichtigung bei neuen Mails – man muss nicht auf jedes Mail sofort antworten. Wer wirklich dringend was von mir will, wird anrufen. Da muss man sich manchmal auch Kollegen oder Kunden erziehen. Dreh das Firmenhandy am Abend ab oder nimm es gar nicht in den Urlaub mit. Wichtig ist auch eine Lösung zu haben, wenn man auf Urlaub fährt. Sonst ist der Urlaub für viele Leute mehr Stress, weil sie wissen, dass sie bei ihrer Rückkehr dann hunderte Mails erwarten. Das führt teilweise dazu, dass man auch im Urlaub die beruflichen Mails checkt, um gleich aussortieren zu können.

„Auch der Chef soll als Vorbild nicht rund um die Uhr erreichbar sein und aus dem Urlaub anrufen.“

Was die Firma tun sollte: Wichtig ist, dass die Führungskraft den eigenen Leuten klar macht, dass man nicht ständig erreichbar sein muss. Mit diesem Rückhalt ist es für den Einzelnen leichter, das Handy auch mal auszuschalten, wenn man heimgeht. Noch besser ist es, wenn die Führungskraft das auch selbst vorlebt und selbst keine Mails in der Nacht verschickt oder vom Urlaub aus in der Firma anruft. Es sollte eben kein indirekter sozialer Druck entstehen, dass man „nur dazu gehört, wenn man laufend die News kennt“. Das kann man natürlich auch offiziell in einer Betriebsvereinbarung klären. Es gibt auch die bekannten Beispiele von Firmen, die das technisch lösen und z.B. in der Nacht den Mailserver abdrehen. Auch wenn manche Leute sagen, dass es ihnen nichts ausmacht und sie gerne erreichbar sind, sollte man sie doch auch vor sich selbst und dem eigenen Perfektionismus schützen!

 

Digital Detox: 5 Schritte zu mehr Bewusstsein im Umgang mit Smartphone & Co.

Mit diesen Tipps und Helferlein kannst du ein Stück weit unabhängiger werden vom digitalen Wahnsinn. Und nicht vergessen: Es geht darum, die Gadgets für dich arbeiten zu lassen und nicht ihr Sklave zu sein!

  1. Ist-Stand eruieren: Stell zu allererst einmal fest, ob dein Smartphone-Konsum oder deine Zeit am PC zu viel Raum in deinem Leben einnehmen. Online gibt es zahlreiche Selbsttests, die zwar eine professionelle Diagnose von einem Mediziner nicht ersetzen, aber relativ schnell klar machen, ob Online-Suchtpotenzial bei dir besteht. Deine Gewohnheiten nicht nur Pi mal Daumen zu kennen, sondern diese schwarz auf weiß in harte Fakten zu wandeln (mittels Apps unten), kann dir die Augen öffnen.
  2. Maßnahmen setzen: Du findest, dass dein Technologiekonsum tatsächlich etwas aus dem Ruder läuft? Lass dir einfach von den Übeltätern selbst helfen, sie weniger zu nutzen – das funktioniert recht einfach mittels verschiedener Apps:
  • Die App Rescue Time trackt und managt z.B. wie viel du Handy oder Tablet nutzt und kann Limits einstellen. Moment kann auch auf die ganze Familie erweitert werden und ermöglicht Smartphone-freie Zeiten, etwa beim gemeinsamen Abendessen.
  • Freedom blockiert Internet, Social Media und Apps und verhindert Ablenkung, wenn du aufs Wesentliche konzentriert bleiben willst.
  1. Aufräumen: Zu einem aufgeräumten Geist kann auch das führen: Ein geordnetes Postfach kannst du beispielsweise über die Inbox-Zero-Methode erreichen und das führt am Wochenende zu einem gelasseneren Blick auf den Montag.
  2. Runterkommen: Du sitzt trotzdem während der Arbeit den ganzen Tag am PC und musst irgendwie damit leben? Die Website Calm hilft dir je nach Vorliebe mit Bildern von Bergseen oder saftigen Weizenfeldern und angenehmen Klängen beim Entspannen und Fokussieren. Der Name ist Programm.
  3. Substitution: Für die, dies einfach nicht lassen können und sich am liebsten die Freizeit mit Candy Crush vertreiben – besser den Kopf mit sinnvollen Dingen beschäftigen wie mit Gehirntraining für zwischendurch, z.B. bei lumosity.

Zur Person

Psychologin Veronika Jakl ist zertifizierte Arbeits- und Organisations- und Personalpsychologin, sie bietet unter anderem als AUVA-Seminarleiterin in der Erwachsenenbildung Kurse und Seminare an. Jakl ist zudem Geschäftsführerin der eval IT GmbH und hat mehrjährige Erfahrungen im Eventmanagement.

Bildnachweis: maxpetrov/Shutterstock; Julia Sudnitskaya / Shutterstock; Jakl

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