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Gehaltsprognose 2018: Nicht-monetäre Anreize immer wichtiger

Kienbaum Gehaltsentwicklung 2018

Ein Plus auf dem Gehaltskonto, das prognostiziert die Gehaltsentwicklungsprognose von Kienbaum für das kommende Jahr. Wer davon profitieren wird und wie Österreich im Europa-Vergleich abschneidet:

Im Schnitt werden die österreichischen Gehälter im kommenden Jahr um 2,8 Prozent steigen, so die Prognose durch Kienbaum. Profitieren werden davon vor allem die Fachkräfte, ihre Gehälter werden im Schnitt um drei Prozent steigen. Vorstände und Geschäftsführer können mit einer Gehaltserhöhung von 2,4 Prozent rechnen. Mit der erwarteten Inflation werden die Reallöhne in Österreich damit um etwa ein Prozent steigen. Mit einer Inflation von 2,8 Prozent ist Großbritannien übrigens das einzige westeuropäische Land, das einen geringen realen Gehaltsrückgang verzeichnen wird.

Wer wird profitieren?

Ein Blick auf die einzelnen Hierarchieebenen zeigt, dass sich die Gehaltserhöhungen in Westeuropa von Land zu Land unterscheiden. In Österreich, Deutschland und Luxemburg werden Fachkräfte das größte Plus verzeichnen, in Finnland, Italien oder Portugal können Vorstände mit den vergleichsweise höchsten Gehaltszuwächsen rechnen. In der mittleren Managementebene profitieren Arbeitnehmer in Frankreich, Belgien und den Niederlanden am meisten.

Eine wesentlich stärkere Gehaltssteigerung ist in Osteuropa zu erwarten: Durchschnittlich fünf Prozent über alle Hierarchiebenen hinweg, das prognostiziert der Kienbaum-Report. In den osteuropäischen Nicht-EU-Staaten werden die Zuwächse vergleichsweise hoch ausfallen. Einen Haken gibts jedoch für Arbeitnehmer in der Ukraine, der Türkei und Weißrussland: Dort wird eine Inflationsrate von mehr als acht Prozent erwartet.

Die Unternehmensperformance spielt für westeuropäische Arbeitgeber auch 2018 eine große Rolle für die Gehaltsentwicklungen. Österreich und Griechenland bilden allerdings regionale Ausnahmen. Die Leistung einzelner Mitarbeiter wird für Gehaltsannahmen hier stärker miteinbezogen als das gesamte Unternehmensergebnis. Außerdem spielen Tarifverträge in Österreich und einigen anderen Ländern eine Rolle.

Zeit statt Geld bevorzugt

Nicht-monetäre Anreize gewinnen zunehmend an Bedeutung. Aus einer Fokusbefragung unter 500 Teilnehmern geben drei Viertel der Befragten an, dass flexible Freizeitgestaltungsmöglichkeiten, wie z.B. Sabbaticals, als Vergütungsfaktor an Bedeutung gewinnen. Mehr als 70 Prozent erachten Mitarbeiterbeteiligungen am Unternehmenserfolg als wichtigen Vergütungsbestandteil.

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Macht dich dein Job kaputt?

Gesundheit: Macht dich dein Job kaputt?

Zufriedenheit ist das eine, Gesundheit das andere. Zwischen beidem besteht jedoch ein Zusammenhang der dafür sorgen kann, dass dich Unzufriedenheit im Job auch auf Dauer krank machen kann. Macht dich dein Job kaputt? Ein Gastbeitrag von TEDxVienna-Autorin Zeynep Ercan.

Gesund durch Jobwechsel? Höre auf die Signale deines Körpers!

Unzufriedenheit im Job kann deine Gesundheit drastisch beeiträchtigen. Wie stark diese dein Wohlergehen beeinflussen kann, war bisher wenig bekannt. Neue Studien deuten immer mehr darauf hin, dass der Zusammenhang zwischen Jobzufriedenheit und Gesundheit viel größer ist als gedacht. Und die schlechte Nachricht: Die negativen Auswirkungen eines nicht zufriedenstellenden Jobs können noch lange Zeit, nachdem du diesen gekündigt hast, anhalten. Falls du also unglücklich in deinem Job bist, ist es vielleicht Zeit für einen Jobwechsel!

Studien zeigen, dass Menschen, die in ihren 20ern und 30ern unter Jobunzufriedenheit leiden, später mit einer größeren Wahrscheinlichkeit Probleme mit ihrer psychischen Gesundheit bekommen. Depressionen sowie Schlaf- und Angststörungen sind die häufigsten Konsequenzen mit denen Menschen später oft kämpfen. Sie erleben auch häufiger emotionale Probleme.

Und sind die genannten Probleme nur psychischer Natur? Leider nicht. Deine Unzufriedenheit im Job kann sich auf die Anzahl deiner weißen Blutkörperchen auswirken, was dich anfälliger für Infektionen macht. Eine Verringerung der Lebensqualität, der allgemeinen Gesundheit und ein häufigeres Krankwerden warten auf Menschen, die nicht auf ihre Gefühle achten und weiter einen Job ausüben, mit dem sie eigentlich nicht glücklich sind. Herzerkrankungen und Rückenprobleme stehen außerdem auf der Gefahrenliste.

Aber bevor du dich tatsächlich für einen Jobwechsel entscheidest, mach dir klar, wo das Problem genau liegt und warum du diese Entscheidung triffst. Liegt das Problem an dem Job selbst oder kannst du es lösen, indem du etwas an dir selber arbeitest? Hier sind einige Bespiele, wie Menschen sich das Leben schwerer machen als es sein muss:

  • Perfektionismus
    Das Streben nach Perfektion ist an sich ja nicht schlimm, sogar erforderlich, wenn man Erfolg haben will. Es wird aber ein Problem, wenn das Erwartungsniveau zu hoch gehalten und unser Glück damit verbunden ist. Sich auf das Fehlende und Negative zu konzentrieren kann sich auf die Selbstachtung negativ auswirken.
  • Sich mit anderen vergleichen
    Es gehört zur menschlichen Natur, sich mit anderen zu vergleichen. Es ist aber gesünder, wenn man sich selbst verbessern will, statt ständig besser sein will als seine Kollegen. Jeder hat seine Stärken und Schwächen.
  • Sich überverantwortlich fühlen
    Sich ständig für alles verantwortlich zu fühlen, kann die Gesundheit negativ beeinflussen. Der Glaube, dass nichts weitergeht, wenn man selbst darin nicht involviert ist, kann für die betroffene Person eine schwere Last sein. Im schlimmsten Fall kann diese Lage von anderen ausgenutzt werden oder es verringert die Chancen für andere, die selbst Verantwortung übernehmen und sich entwickeln wollen.
  • Sich Sorgen um die Zukunft machen
    Klar, jeder macht sich Sorgen um die Zukunft, wachsam zu sein ist nie schlecht! Dies kann sogar Probleme verhindern, bevor sie entstehen. Sich aber häufig mit diesen Sorgen zu beschäftigen kann die Person unglücklich machen und die Arbeitsfähigkeit verringern.
  • In der Vergangenheit leben
    Die Vergangenheit kann man nicht verändern und man muss dort auch nicht leben. Menschen, die mit ihrer jetzigen Situation unzufrieden sind, suchen den Grund oft in ihrer Vergangenheit. Doch wäre es gesünder und produktiver, sich auf das Veränderbare zu konzentrieren und an der Zukunft zu arbeiten.

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Feierabend mit Kollegen verbringen: Der Knigge für den Büroschluss

Den Feierabend mit Kollegen verbringen?

Des einen Freud ist bekanntlich des anderen Leid und beim Thema Feierabend mit den Kollegen verhält es sich nicht anders. Nach 8 oder 9 Stunden im Büro dann noch mehr Zeit mit den Kollegen verbringen – muss das sein? Muss zwar nicht, kann aber sehr lustig sein. Der Karriere kann privates Beisammensein außerdem auf die Sprünge helfen. Verbringt ihr euren Feierabend ab und zu mit Kollegen? Außerdem haben wir einige Spielregeln für gute Feierabende gesammelt:

Auch nach der Arbeit noch Zeit mit den Kollegen verbringen – lustig oder lästig? Das wollten wir im Rahmen unserer monatlichen Onlineumfrage von euch wissen. So seht ihr das Thema:

Nach der Arbeit noch gemeinsam auf ein Bier, ins Kino oder zu einem Event? Die Begeisterung für After-Work-Aktivitäten hält sich bei manchen durchaus in Grenzen. Von 512 befragten Arbeitnehmern sind nur zwölf Prozent bei Aktivitäten außerhalb der Arbeitszeit gerne unter Kollegen. Knapp jeder Dritte schätzt spontane Aktionen nach Feierabend und ist dann gerne mit dabei. Pflichtevents wie die Weihnachtsfeier sind für etwas mehr als ein Viertel völlig ausreichend. 31 Prozent trennen strikt zwischen beruflichen Kontakten und Familie oder Freunden: Sie empfinden After-Work-Events unter Kollegen als lästig.

Feierabend mit Kollegen Umfrage

„Gehen wir noch auf ein Bier?“

Manche tun es zum Feiern, andere zum Netzwerken und wieder andere einfach nur, weil es gemütlich ist: Nach Feierabend mit der Kollegentruppe losziehen und Zeit miteinander verbringen. Das hat gute Seiten – manchmal aber auch schlechte. Was für und wider After-Work-Aktivitäten spricht:

Pro: Die andere Seite der Kollegen kennenlernen

Jener Kollege, der im Lauf des Tages immer nur kurz angebunden mit dir kommuniziert, entpuppt sich beim gemeinsamen Feierabend plötzlich als Storyteller par excellence und unterhält die Truppe mit seinen Geschichten. Hätte man ihm gar nicht zugetraut und ohne das gemeinsame Feierabendbier vermutlich nie herausgefunden. Wie wir im Job und im Privatleben ticken, das kann sich stark unterscheiden. Je nach vorherrschender Unternehmenskultur lässt man seine privaten Interessen und Verpflichtungen zu Hause, passt sich äußerlich den beruflichen Anforderungen und dem auch seine Kommunikation an.

Pro: Informelle Informationswege

Es gibt Kollegen, die wissen lange vor allen anderen über Dinge Bescheid: Von großen Firmeninterna bis hin zum Büroklatsch à la „wer mit wem“. Wer auf dem Laufenden bleiben möchte, sollte sich auch nach Feierabend ab und an zu den Kollegen gesellen.

Pro: Sympathischer Einstieg in den Job

Wer neu im Job ist, sollte After-Work-Aktivitäten auf jeden Fall nutzen. Es ist eine angenehme Gelegenheit, die Kollegen abseits von Bürosprech und To-do-Listen kennenzulernen.

Contra: Work-Life-Balance?

Nach langen Tagen tut ein Absacker gut, manchmal ist der Weg nach Hause jedoch ratsamer, denn Abschalten gelingt im Kollegenkreis nicht immer gleich gut. Zu besonders stressigen Zeiten oder dann, wenn die Stimmung schlecht ist, kann sich die Stimmung in gelöster Atmosphäre unangenehm aufschaukeln. Dann besser aufs Feierabendbier verzichten und den Heimweg antreten.

Contra: After-Work als inoffizieller Pflichttermin

„Dann bis um 18 Uhr in der Bar!“ Wenn aus einer Einladung eine inoffizielle Dienstanweisung wird und die After-Work-Party zum letzten Meeting des Tages ausgerufen wird, macht Feierabend mit Kollegen (oder dem Chef) garantiert keinen Spaß.

Contra: Filterblase Kollegenschaft

Eine eingeschworene Truppe, die zusammenhält, ist super. Wie beim Freundeskreis gilt aber auch bei der lieben Kollegenschaft: Bring Abwechslung in dein Leben! Bewegst du dich auch in deiner Freizeit fast ausschließlich in Kreisen, die mit deinem Job zu tun haben, tut das nicht unbedingt gut.

Feierabend-Knigge: Die Spielregeln

  1. Freiwillige vor!
    Die Teilnahme an Aktivitäten nach Feierabend sollte jedem freigestellt sein. Manche haben mehr private Verpflichtungen, manche weniger. Nicht jeder muss bzw. kann nach Feierabend noch mit dabei sein. Je größer das Team, desto schwieriger wird es sowieso, alle ins Boot zu holen.
  2. Too much information?
    Neue Kollegen, Gäste aus anderen Abteilungen oder Unternehmen: Viele After-Work-Partys sind immer noch geprägt vom Business-Umfeld. Im engen Kollegenkreis mag der Austausch sehr privater Informationen gängig sein. Vorsicht aber beim After-Work-Treffen mit weniger bekannten Gesichtern.
  3. Über die Arbeit sprechen
    Natürlich wird beim Treffen nach Feierabend unter Kollegen auch über die Arbeit gesprochen. Der Job sollte aber nicht das dominierende Gesprächsthema beim Zusammentreffen sein. Denn das sollte ja gemütlich und locker werden, oder? Wer beim After-Work-Cocktail auf Kunden oder Gäste anderer Unternehmen trifft: Hier gibts einen Smalltalk-Ratgeber, mit dem du zum Meister des lockeren Gesprächs wirst.
  4. Dresscode – ja oder nein?
    Kommt drauf an. Wer im eigenen Kollegenkreis nach dem Büro noch auf ein Bier geht, wird sich dafür nicht extra in Schale werfen. Dann gilt: Come as you are! Wer fürs Networking auf eigens ausgerichtete After-Work-Events besucht, sollte auf sein Äußeres ein wenig mehr achten. Sakko und Krawatte müssen dafür sicher nicht sein, aber trag einfach etwas, in dem du dich wohlfühlst und gerne unter die Leute gehst.
  5. Alkohol nach Feierabend
    Ein Besuch in der Cocktailbar, bei schönem Wetter in den Biergarten – Alkohol ist bei After-Work-Aktivitäten fast immer dabei. Dagegen spricht nichts, solange du dich nicht komplett ins Aus schießt oder der Alkohol deine Zunge zu sehr lockert. Das bringt uns zum nächsten Punkt:
  6. Lästern ist tabu
    Moser aus dem Vertrieb ist ein Schwachkopf und Abteilung XY baut nur Mist: Mag sein, Lästereien über Kollegen oder gar den Chef können aber auch nach Feierabend gefährlich werden. Mit negativen Äußerungen deshalb vorsichtig umgehen – auch wenn die Atmosphäre gelöst ist.

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Der schwere Gang: Schlechte Nachrichten überbringen

Schlechte Nachrichten richtig überbringen

„Chef, wir haben da ein Problem.“ Genauer gesagt: Du hast ein Problem, denn du stehst vor der Aufgabe, deiner Führungskraft schlechte Neuigkeiten zu überbringen. Keine schöne Aufgabe – auch dann nicht, wenn du gar nicht Verursacher des Schadens bist. Das unangenehme Gespräch können wir dir zwar nicht abnehmen, aber vorab ein paar schnelle Tipps mit auf den Weg geben.

  1. Bereite dich gut vor
    Wer, warum, wann und wo – deine Führungskraft wird eine Menge Fragen haben, bereite dich gut darauf vor. Sammle alle notwendigen Informationen, mach dir vielleicht auch ein paar Notizen. Das hilft vor allem bei komplizierten Fällen, wenn z.B. viele Personen in die Sache involviert sind.
  2. Vereinbare einen Termin
    Schlechte Nachrichten überbringt man nicht zwischen Tür und Angel. Besonders für schwierige Gespräche ist es ratsam, einen Termin zu vereinbaren. Auch, wenn für ein erstes Gespräch wahrscheinlich 15 oder 20 Minuten ausreichen: Schick deiner Führungskraft eine kurze E-Mail mit den wichtigsten Infos zum Thema, der Dringlichkeit und der Bitte um 20 Minuten, um darüber zu sprechen. Wenn es nicht sofort sein muss, warte einen günstigen Zeitpunkt ab. Freitags sind Menschen besser gelaunt und entspannter als an einem Montag – peile als Überbringer schlechter Nachrichten solche günstigen Zeitpunkte an.
  3. Bleib sachlich
    Probleme zu visualisieren kann helfen, das Gespräch auf die Sachebene zurückzuholen: Stelle dazu den Sachverhalt auf einem Blatt Papier oder einem Flipchart grafisch dar. Das löst auch die oft unangenehme Situation, sich gegenüber zu sitzen und über ein unangenehmes Thema zu sprechen. Die Hände haben etwas zu tun und durch den Blick auf Notizen und Skizzen löst sich der Blickkontakt immer wieder einmal.
  4. Fasse dich kurz
    Erzähle keine langen Vorgeschichten und verliere dich nicht in Erklärungen sondern komm gleich zum Punkt. Wenn du den Wissensstand deines Gesprächspartners nicht kennst, frag zu Gesprächsbeginn einfach nach, wie vertraut der Sachverhalt bereits ist.
  5. Bereite eine Lösung vor
    „Und was unternehmen wir jetzt?“ Auf diese Frage solltest du – zumindest in Ansätzen – eine Antwort haben. Denk vor dem Termin bereits über mögliche Lösungen nach. So erweckst du auch nicht den Eindruck, dass du das Problem einfach nur abgeben möchtest oder dich darauf verlässt, dass jemand anderer eine Lösung findet.

Mist gebaut?

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Die flexible Uni: Tipps fürs Studium im eigenen Wohnzimmer

Tipps fürs Fernstudium

Ein Fernstudium ist ein Weg, um neben dem Job einen akademischen Titel zu erlangen. Der Unterschied zu anderen Studiengängen: Der Gang in einen Hörsaal oder das persönliche Treffen mit anderen Studierenden sind dabei die Ausnahme. Gelernt wird ortsunabhängig und oft alleine. Studieren ohne Stundenplan und Anwesenheitspflichten, das klingt verlockend. Wie funktioniert ein Fernstudium? Außerdem haben wir eine Checkliste mit drei Fragen für Interessierte zusammengestellt.

Wer an der Fernuniversität studiert, fällt zumindest dem Briefträger sofort auf. Denn zu Semesterbeginn trudeln per Post dicke Packen an Unterlagen – die sogenannten Studienbriefe – ein. Gemeinsam mit Online-Vorlesungen und Lerngruppen bilden sie die Basis für das Fernstudium. Gelernt wird zu Hause, den Kontakt zu Professoren und Studienkollegen hält man vor allem online.

Ein Studium, das neben dem Job völlig flexibel absolviert werden kann: Unbestreitbar ein großer Vorteil. Allerdings gibt es auch Hürden: Wer abends oder am Wochenende lernt, muss im Privatleben zurückstecken. Der Kontakt zu anderen Studienkollegen ist in Zeiten von Social Media zwar sehr einfach möglich, Fernstudierende müssen sich aber aktiv darum kümmern. Ein Fernstudium erfordert deshalb ein hohes Maß an Selbstorganisation und Eigenmotivation. Wem das gelingt, der studiert aber mit viel mehr Freiheiten, als Präsenzstudierende das tun.

Hörsaal Wohnzimmer, Seminarraum Küche

Auch in Österreich wird aus der Ferne studiert. Aktuell sind mehr als 3.000 Österreicher an der Fernuniversität in Hagen inskribiert. Der typische österreichische Fernstudierende kommt aus einem Ballungszentrum, ist 33 Jahre alt und berufstätig. Der jüngste Student ist 13 Jahre und der älteste Student 81 Jahre alt. Die Mehrheit davon nutzt die Möglichkeit, das Studium neben beruflichen und privaten Verpflichtungen zu absolvieren: 80 Prozent der Inskribierten sind als Teilzeitstudierende eingeschrieben und widmen sich neben Familie und Beruf dem Lernen. Übrigens: Zehn Prozent der Studierenden haben bereits einen Studienabschluss und holen sich an der Fernuni noch einen weiteren.

Job und Studium unter einen Hut kriegen

Wir haben beim Leiter des Zentrums für Fernstudien an der JKU Linz, Josef Reif nachgefragt, wie das mit dem Fernstudium ohne Hörsaal, Campus und Lehrveranstaltungen genau funktioniert.

Die totale Flexibilität beim Fernstudium klingt gut. Wieso entscheiden sich vor allem Berufstätige für ein Fernstudium?

Reif: Rund 80 Prozent der an der FernUniversität in Hagen Studierenden sind erwerbstätig und stehen vor der Herausforderung, Beruf und Studium sowie oftmals auch Familie zu vereinbaren. Gefragt sind flexible Möglichkeiten des Lernens. Ein Fernstudium passt sich allen Lebensphasen an und kann individuell in den Alltag integriert werden. Das Sitzen in Hörsälen entfällt, die Vernetzung mit Studienkollegen kann aber in mehr als 300 Lerngruppen wahrgenommen werden.

Arbeitgeber begrüßen die Form des Fernstudiums sehr. Arbeitnehmer bleiben physisch verfügbar und sowohl der Studienabschluss, als auch die erworbenen Charaktereigenschaften, werden äußerst positiv wahrgenommen. Absolvieren Beschäftigte ein im Höchstmaß örtlich und zeitlich flexibles Fernstudium, zeugt dies zudem von hoher Belastbarkeit durch das Meistern von Studium und Arbeit, sowie von Zielstrebigkeit, Selbstdisziplin und Durchhaltevermögen. Insofern genießt der nebenberufliche Abschluss eines Fernstudiums bei Arbeitgebern ein hohes Renommée.

Wie viele Semester benötigen die österreichischen Teilzeitstudierenden durchschnittlich bis zum Abschluss ihres Studiums?

Reif: Die Regelstudiendauer beträgt für den Erwerb eines Bachelors sechs Semester (Ausnahme Rechtswissenschaften: sieben Semester) und für einen Masterstudiengang vier Semester. Bei einem Teilzeitstudium verlängert sich die Dauer entsprechend. Es gibt aber keine zeitliche Begrenzung für Studierende.

„Der Arbeits- und Lernaufwand ist mit einem Studium an der Präsenzuniversität vergleichbar.“

Worüber sollte man sich vor Studienbeginn im Klaren sein?

Reif: Die Studierenden bzw. Absolventen der Fernuniversität in Hagen erwerben einen international anerkannten Studienabschluss. Damit verbunden ist ein beträchtlicher Arbeits- und Lernaufwand, der mit dem Studium an einer Präsenzuniversität vergleichbar ist. Insofern ist es hilfreich, sich vor Studienbeginn zu überlegen, wie viel Zeit pro Woche für das Studium aufgebracht werden kann. Darüber hinaus ist digitale Kompetenz, sprich der gezielte Umgang mit dem Internet, inklusive der Nutzung von Vernetzungs- und Kooperationsmöglichkeiten erforderlich. Hier setzen wir im Zentrum für Fernstudien Österreich mit der eigenen Lehrveranstaltung „Professionelle (Literatur-)Recherche und Zusammenarbeit im Internet“ an, um unter anderem Studieneinsteiger dabei zu unterstützen.

Wie viel Zeit müssen Studierende in ihr Studium investieren?

Reif: Es gibt keine zeitliche Begrenzung für Studierende. Vollzeitstudierende müssen mit einem Arbeitsaufwand von 30 bis 40 Stunden pro Woche rechnen und Teilzeitstudierende mit zehn bis 20 Wochenstunden.

Welche Schwierigkeiten birgt die Doppelbelastung Job und Studium häufig?

Reif: Die zentrale Herausforderung bei der Vereinbarkeit von Beruf und Studium liegt im Umgang mit den knappen Zeitressourcen. Es ist oft schwierig, ausreichend Zeit zum Lernen zu organisieren. Bewältigungsstrategien der Studierenden sind eine gute Planung und Einteilung der Zeit und somit der Lernphasen sowie die Kürzung der freien Zeit. Als in diesem Zusammenhang erforderliche Kompetenzen können konkrete Zielsetzungen, das Herausfiltern von Wesentlichem, das Setzen von Prioritäten, diszipliniertes, konsequentes und effektives Vorgehen und die Selbstorganisationsfähigkeit genannt werden. Manche Studierende reduzieren ihre Erwerbstätigkeit für einen gewissen Zeitraum. Vorteilhaft im Fernstudium ist, dass die Anzahl der pro Semester studierten Module frei wählbar ist. So kann die Modulanzahl und somit der erforderliche Workload reduziert werden oder gar ein oder auch mehrere Semester mit dem Studium pausiert werden. Wichtig ist zudem die Offenheit und die Unterstützung der Familie bzw. des sozialen Umfelds.

Wie gelingt es, motiviert zu bleiben?

Reif: „Aller Anfang ist schwer“ trifft wie bei Präsenzstudien auch auf Fernstudien zu. Anfängliche Schwierigkeiten können meist überwunden werden durch gutes Zeitmanagement, Studienorganisation, die Kontaktaufnahme mit Studienkollegen, die Teilnahme an Lerngruppen, den Besuch von freiwilligen Lehrveranstaltungen an den fünf Standorten in Österreich oder online – vor allem in der Studieneingangsphase. Die Korrelation von Motivation und Vernetzung mit Studienkollegen ist signifikant – je besser vernetzt die Studierenden untereinander sind, desto leichter können Motivationstiefs überwunden werden.

Welche Studiengänge sind bei den österreichischen Studierenden besonders beliebt?

Reif: Besonders nachgefragt sind die Bachelor-Studiengänge Psychologie und Wirtschaftswissenschaft sowie Kulturwissenschaften und Bildungswissenschaft. Wir verzeichnen außerdem eine steigende Zahl bei Masterstudierenden. Aktuell absolvieren 355 Personen einen der zwölf Masterstudiengänge am Zentrum für Fernstudien Österreich. Wirtschaftswissenschaft sowie Bildung und Medien – eEducation und Psychologie – boomen hierbei besonders.

Checkliste vor dem Fernstudium

  • Zeitliche Ressourcen: Kannst du neben deinem Job wöchentlich zehn bis 20 Stunden fürs Lernen aufbringen – an den Abenden und auch am Wochenende?
  • Deine Unterstützer: Wie nehmen deine Familie, Freunde oder Kollegen die Idee des Fernstudiums auf? Haben sie Verständnis dafür, dass du für Freizeitaktivitäten weniger Zeit haben wirst?
  • Deine Persönlichkeit: Lernst du gerne alleine oder brauchst du den persönlichen Kontakt zu Studienkollegen? Wenn letzteres der Fall ist, dann kümmere dich gleich zu Studienbeginn um die Teilnahme an den optionalen Einführungsveranstaltungen, tritt einer der zahlreichen Lerngruppen auf Facebook bei oder registriere dich in einem Forum für Fernstudierende. In größeren Städten gibt es auch oft Stammtische, bei denen sich Fernstudis persönlich austauschen.

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#FünfAmFreitag: Quick Tipps für die Minuten vor dem Bewerbungsgespräch

Quick Tipps: Vor dem Bewerbungsgespräch

Es ist Freitag und damit Zeit, langsam ans wohlverdiente Wochenende zu denken. Für fünf schnelle Tipps ist aber auch noch Zeit – deshalb heute: #FünfAmFreitag – Last Minute Tipps für die aufregenden Minuten vor dem Bewerbungsgespräch.

#1 Der allgemeine Check

Für den ersten Eindruck gibt es nur eine Chance, deshalb: Ab in den nächsten Waschraum oder zumindest vor einen Spiegel. Überprüfe, ob dein Outfit immer noch sitzt und sauber ist. Jetzt hast du noch die Gelegenheit, schnell nachzubessern. Klingt selbstverständlich, aber vielleicht war der Weg zum Termin ja ein Spießrutenlauf durch Baustellenterrain oder du hast dir noch schnell ein Mohnbrötchen genehmigt. Jetzt kannst du dich auch noch schnell frisch machen und z.B. die Hände waschen. Bleib für Tipp Nummer 2 gleich noch im Waschraum:

#2 Die Power-Pose

Deine Körperhaltung hat direkten Einfluss auf dein Selbstbewusstsein. Deshalb ist jetzt „Power Posing“ angesagt. Weg mit hängenden Schultern, dem besorgten Blick zu Boden und verkrampften Händen. Studien zufolge fühlen sich Personen mächtiger, nachdem sie über einen gewissen Zeitraum eine Power Pose eingenommen haben. Jetzt im Waschraum ist dein Superhelden-Moment gekommen, mach es also wie Wonder Woman: Beine schulterbreit aufstellen, die Hände stemmst du in die Hüften. Brust raus, Kinn nach oben. Du schaffst das!

#3 Finger weg vom Smartphone!

Du bist vielleicht ein wenig zu früh dran und musst auf deinen Termin noch ein paar Minuten warten. Kein Problem, aber lass die Finger vom Smartphone. Auch, wenn es verlockend erscheint, sich mit Facebook, Nachrichten & Co. von der eigenen Aufregung abzulenken, tu es nicht. Sei nur auf dich fokussiert und hab auch im Blick, was sich in deiner direkten Umgebung tut. Sei der sympathische Bewerber, der voll und ganz dabei ist und Vorbeigehende freundlich grüßt. Falls deine Hände unbedingt Beschäftigung brauchen: Nimm dir eine Zeitschrift oder einen Flyer, falls vorhanden.

#4 Perspektivenwechsel

Ein Bewerbungsgespräch bedeutet Stress. Du stehst unter Druck und möchtest dich gut verkaufen. Und dann ist da auch noch die Konkurrenz, die den Job ebenfalls haben möchte. Als Bewerber fühlt man sich vielleicht schnell in der Rolle eines Bittstellers. Es gibt aber auch die andere Seite: Da ist ein Arbeitgeber, der dein Wissen und deine Arbeitskraft möchte. Das Unternehmen bewirbt sich auch bei dir. Sei dir bei all der Nervosität also deiner Stärken bewusst und hab immer vor Augen, was du möchtest und was du leisten kannst.

#5 Bewusst agieren

Dein Gesprächspartner trifft ein, endlich geht es los. Was vielen Bewerbern dann im Gesprächsverlauf passiert: Sie sprechen viel zu schnell oder vergessen vor lauter Aufregung, auch einmal zu lächeln. Versuche deshalb, dein eigenes Verhalten zu reflektieren: Bremse dich beim Sprechen bewusst ein, trink zwischendurch einen Schluck Wasser und vergiss nicht zu lächeln – auch mit den Augen.

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Gutes für die Büroküche: Kochen gegen den Herbstblues

Herbst Rezepte fürs Büro

Der Herbst bringt uns neben buntem Laub auch kühlere Temperaturen und kurze Tage. Wenn bei dir schon der Herbstblues anklopft, du oft müde bist oder frierst, dann kann die richtige Ernährung Abhilfe schaffen. Wir haben in der Rezeptesammlung unserer karriere.at-Ernährungsexpertin Eva Etlinger gestöbert und versorgen dich mit herbstlichen Rezepten für dein Mittagessen oder eine wärmende Mahlzeit nach einem langen Tag.

Das kommt bei uns vor allem im Herbst auf den Tisch: Mittagessen, das wärmt und neue Energie gibt. Unsere Ernährungsexpertin Eva weiß, was uns gut tut. Damit es auch euch gut geht, gibts heute wieder Rezepte aus Eva’s Rezeptbuch. Die Mengen sind – wenn nicht anders angegeben – für eine Person berechnet. Wir raten: Mehr kochen und auch mal die Kollegen mit Essen versorgen. Lasst es euch schmecken!

Rote Linsensuppe

  • 1 Tasse rote Linsen
  • 1 Zwiebel
  • 1–2 Karotten, fein gehobelt
  • 1 kleines Stück Ingwer
  • Kleine Chilischote
  • Salz, Pfeffer
  • 1/2 TL Garam Masala (indische Gewürzmischung)
  • 1/2 TL Kurkuma
  • 200 ml Gemüsesuppe
  • 120 g Tomaten
  • Lauchzwiebel, in Ringe geschnitten
  • frischer, gehackter Koriander

Linsen waschen und abtropfen lassen. Fein gehackte Zwiebel und Ingwerwürfel im Öl cirka zwei Minuten andünsten. Chilischote klein schneiden und kurz (nicht zu heiß!) mitbraten. Linsen und Gemüsesuppe beifügen, alles zugedeckt cirka zehn Minuten köcheln lassen. Die fein gehobelten Karotten dazugeben. Tomaten häuten, vierteln und entkernen, das Fruchtfleisch würfeln. Zur Suppe geben und aufkochen lassen. Bei Bedarf noch etwas Flüssigkeit zugießen. Mit den Gewürzen abschmecken und die Suppe mit Lauchringen und Koriander servieren.

Nudeln mit scharfen Karotten

  • 100-120 g Farfalle
  • 3 mittelgroße Karotten, in Scheiben geschnitten
  • 1 EL Olivenöl
  • 1 EL Zucker
  • 1 getrockneter Pepperoni, klein gehackt oder Chillischoten
  • 100 ml trockener Weißwein (oder Suppe)
  • 1 EL Sojacuisine
  • halber Bund Petersilie, gehackt
  • Cayennepfeffer, Thymian
  • Salz und frisch gemahlener Pfeffer

Farfalle laut Packungsanweisung in kochendem Salzwasser al dente kochen, abgießen und abtropfen lassen. In der Zwischenzeit die Karotten bei großer Hitze in einer Pfanne mit Olivenöl anbraten, bis sie Farbe annehmen. Zucker und Pepperoni dazugeben und karamellisieren lassen. Mit dem Weißwein ablöschen. Die Sojaciusine untermischen und mit Salz, Pfeffer und Cayennepfeffer abschmecken. Die Farfalle und die Petersilie zur Karottensauce geben und vorsichtig untermischen, gleich servieren. Schmeckt auch sehr gut mit Sellerie und rotem Paprika. Wer es nicht so gerne scharf möchte, kann Chilischoten und Cayennepfeffer auch weglassen.

Dinkel-Kürbis-Lasagne

  • Kürbis (Hokkaido) geschält, ca. 125 g
  • 40 g Zwiebel
  • Gemüsesuppe
  • Olivenöl
  • Salz, Pfeffer, Kräuter
  • etwas süßer Paprika
  • 60 g Pilze
  • Obers
  • 1 EL Petersilie gehackt
  • Käse nach Wahl, z.B. Emmentaler
  • 120 g Dinkel-Lasagneblätter

Klein geschnittene Zwiebel in Olivenöl glasig dünsten, mit Gemüsesuppe aufgießen und den würfelig geschnittenen Kürbis dazugeben. Alles cirka 15 Minuten dünsten, mit Gewürzen und Kräutern abschmecken. Die Pilze gemeinsam mit etwas Zwiebel andünsten, mit Wasser aufgießen und einkochen lassen. Dann würzen, den Obers beifügen und mit Petersilie abschmecken. In eine leicht eingeölte Auflaufform eine Schicht Kürbissauce geben und mit Lasagneblättern bedecken. Darauf kommt die Pilzsauce, wieder Kürbissauce und Lasagneblätter – dazwischen immer wieder etwas Käse streuen. Mit Kürbissauce und Käse abschließen. Die Lasagne bei 200 Grad cirka 25 Minuten backen.

Polentapizza

Für ein ganzes Blech – da freuen sich die Kollegen.

  • 250 g Polenta
  • 1/2 l Gemüsebrühe
  • 1/4 l Milch
  • Salz
  • Belag nach Lust und Laune
  • Parmesan

Gemüsebrühe und Milch aufkochen. Die Polenta einrühren und bei mäßiger Hitze 10 bis 15 Minuten kochen lassen. Vorsicht, kann anbrennen! Die gekochte Polenta dann auf ein befettetes Blech streichen, cirka 1 Zentimeter dick. Dieser Polentaboden kann jetzt wie normale Pizza mit beliebigem Belag versehen werden: Gemüse wie Zucchini, Champignons, Tomaten, Paprika oder Fenchel landen bei karriere.at oft auf der Polentapizza. Die Pizzasauce mixt Eva aus passierten Tomaten, gehackten Zwiebeln, Salz, Thymian und Oregano. Die fertig belegte Polentapizza salzen, pfeffern und mit Käse belegen. Dann wie eine normale Pizza im Ofen 10 bis 15 Minuten backen.

Variante: Wer auf Milch verzichtet, kann den Polentateig auch nur mit Gemüsebrühe zubereiten.

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Meinungsfreiheit: „Heikle Themen vor allem am Arbeitsplatz mit Sorgfalt behandeln“

Meinungsfreiheit und Beruf

Was man in der Freizeit sagt und tut, ist Privatsache und die persönliche Meinung darf den Arbeitgeber nicht interessieren – oder etwa doch? Das Thema Meinungsfreiheit im Berufsleben birgt mitunter Stolperfallen. Wir haben bei Rechtsanwalt Georg Bruckmüller nachgefragt: Wie ist das eigentlich, mit der Meinungsfreiheit und dem Berufsleben?

Von Treuepflichten und Tendenzbetrieben

In Österreich werden unter dem Begriff „Treuepflicht“ jene Pflichten zusammengefasst, die den Arbeitnehmer neben seiner Hauptflicht – das ist die Arbeitspflicht – treffen. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um sogenannte Interessenwahrungspflichten. Verstöße gegen diese Treuepflicht können wichtige Gründe für eine Entlassung des Arbeitnehmers darstellen. Ein Teil der Treuepflicht ist das „Verbot des abträglichen Privatlebens“. Dieses verpflichtet den Arbeitnehmer, seine privaten Angelegenheiten im Interesse des Arbeitgebers in einer bestimmten Art und Weise zu gestalten. Das Verbot des abträglichen Privatlebens darf allerdings nicht zu weit ausgelegt werden, da es regelmäßig Beschränkungen von Persönlichkeitsrechten mit sich bringt. Grundsätzlich steht es daher einem Arbeitnehmer frei, sein Privatleben nach seinen Vorstellungen zu gestalten und seine persönlichen Meinungen zu vertreten und kundzutun. Nur in Ausnahmefällen kann der Arbeitgeber einem Mitarbeiter diesbezüglich Weisungen erteilen.

Eine Faustregel dabei: Arbeitnehmer, die in der Hierarchie des Unternehmens weit oben stehen, müssen tendenziell mehr Einschränkungen hinnehmen. Das wird auch damit begründet, dass diese weitergehenden Verpflichtungen durch ein entsprechend höheres Entgelt abgegolten werden.

Einen Sonderfall stellen sogenannte „Tendenzbetriebe“ dar, wie etwa Religionsgemeinschaften oder politische Parteien. Hier werden Arbeitnehmer teilweise geradezu dafür eingestellt, die weltanschauliche Ausrichtung des Arbeitgebers nach außen zu repräsentieren. Tendenzträger sind daher auch im Privatleben – in angemessenem Ausmaß – zu tendenzkonformem Verhalten verpflichtet.

Das sagt der Rechtsanwalt dazu

Angenommen, ein Arbeitgeber kündigt einen Arbeitnehmer, weil er dessen private Äußerungen – die er zB via Social Media kundtut – als geschäftsschädigend einstuft. Ist der Kündigungsgrund rechtens oder könnte der Arbeitnehmer das anfechten?

Bruckmüller: Grundsätzlich benötigt ein Arbeitgeber keinen Grund dafür, einen Arbeitnehmer zu kündigen – im Gegensatz zur Entlassung. Die Beendigung des Dienstverhältnisses durch Kündigung soll beiden Seiten unter normalen Umständen jederzeit offenstehen. Eine Anfechtung einer Kündigung ist daher nur unter ganz bestimmten engen Voraussetzungen möglich. § 105 Abs 3 enthält eine Reihe von „verpönten Motiven“, aus denen keine Kündigung erfolgen darf und diese daher anfechtbar ist. Die Kündigung eines Arbeitnehmers wegen privaten – möglicherweise geschäftsschädigenden – Äußerungen ist keine Motivkündigung und kann daher unter diesem Gesichtspunkt nicht bekämpft werden. Allenfalls kommt eine Anfechtung aus Sozialwidrigkeit in Betracht.

Eine Anfechtung der Kündigung kann auch in Betracht kommen, wenn die Kündigung aufgrund eines durch das Gleichbehandlungsgesetz geschützten Merkmals (Geschlecht, Religion, Weltanschauung, Alter, sexuelle Orientierung, ethnische Zugehörigkeit) erfolgt ist. Stehen die privat getätigten Äußerungen in einem Zusammenhang mit diesen Merkmalen, könnte eine Anfechtung der Kündigung daher in Betracht kommen.

Wenn die Aussagen des Arbeitnehmers z.B. auf Facebook so weit gehen, dass strafrechtliche Vorschriften verletzt werden (Üble Nachrede, Beleidigung, etc.) oder der Mitarbeiter dem Arbeitgeber gegenüber seine Vertrauenswürdigkeit verliert, kann sogar eine Entlassung gerechtfertigt sein.

„Heikle Themen vor allem am Arbeitsplatz mit Sorgfalt behandeln.“

Macht es einen Unterschied, ob ich mich während der Arbeitszeit oder privat nach Feierabend kritisch über etwas äußere, das nicht der Linie oder Meinung meines Arbeitgebers entspricht?

Bruckmüller: Grundsätzlich nicht, es steht dem Arbeitnehmer sowohl während der Arbeitszeit als auch während der Freizeit frei, seine Überzeugungen kundzutun. Wie oben angeführt gibt es Ausnahmen bei sogenannten „Tendenzbetrieben“. Kritisch wird es, wenn die Aussagen des Arbeitnehmers tatsächlich geschäftsschädigend sind oder strafrechtliche Relevanz haben. Im Rahmen der Treuepflicht muss der Arbeitnehmer die Interessen des Arbeitgebers wahren, insbesondere wenn er als Vertreter des Unternehmens gegenüber Kunden auftritt. Vor einer Kündigung, für die wie erwähnt grundsätzlich kein Grund notwendig ist, ist ein Arbeitnehmer bis auf Ausnahmefälle nicht geschützt, heikle Themen sollten daher vor allem am Arbeitsplatz mit entsprechender Sorgfalt behandelt werden.

Welche Äußerungen sind so schwerwiegend, dass sie sogar eine fristlose Entlassung nach sich ziehen können?

Bruckmüller: Äußerungen des Arbeitnehmers können dann zu einer Entlassung berechtigen, wenn die zu seiner Vertrauensunwürdigkeit führen oder wenn darin erhebliche Ehrverletzungen gegen den Dienstgeber, dessen Stellvertreter, deren Angehörige oder gegen Mitbedienstete zu sehen sind. Als Entlassungsgrund wurden in der Rechtsprechung etwa folgende Aussagen gewertet:

  • Äußerung gegenüber Kunden, die Firma sei eine Verbrecherfirma
  • Schimpfwörter „Trampel“, „deppert“ und „Nobelhure“ gegenüber Mitarbeitern, auch wenn im Betrieb ein derber Umgangston herrscht
  • Bezeichnung der Ehefrau des Arbeitgebers als „hinterlistiges Weib“
  • Bezeichnung des Geschäftsführers als „Schwein“

Im Gesamtkontext können auch weniger dramatische Aussagen zu einer Vertrauensunwürdigkeit des Arbeitnehmers führen. Generelle Aussagen sind kaum möglich, da es sich letztlich immer um Einzelfallentscheidungen handelt.

„In private Social Media Nutzung nicht zu sehr eingreifen.“

Würden Sie Arbeitgebern dazu raten, Social Media Guidelines für Mitarbeiter zu erstellen?

Bruckmüller: Social Media Guidelines sind geeignet, um die geschäftliche Nutzung von Social Media im Unternehmen verbindlich zu regeln. Die private Nutzung von Social Media ist Angelegenheit der Arbeitnehmer, in die der Arbeitgeber nicht zu sehr einzugreifen versuchen sollte. Gewisse Richtlinien und Hinweise für den Umgang mit Social Media können aber zu einer Sensibilisierung der Mitarbeiter führen und bestimmte Probleme damit bereits im Vorfeld beseitigen. In solchen Richtlinien können die Arbeitnehmer an ihre Geheimhaltungsverpflichtungen erinnert werden und verdeutlich werden, welche Schäden ein unverantwortlicher Umgang mit Social Media in der heutigen Zeit anrichten kann. Um Arbeitnehmer bereits im Vorfeld die Auswirkungen von Social Media (wie z.B. bei Kritik am eigenen Unternehmen) vor Augen zu führen, können Social Media Guidelines in vielen Unternehmen daher durchaus sinnvoll sein.

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Die Sache mit dem Work-Life-Mythos und 3 Fragen an den Zukunftsforscher

Neue Arbeitswelt Megatrends

Blickt man heute auf die vor Jahren prognostizierten Trends rund um New Work zurück, so stellt man fest: Einiges ist zwar eingetreten, anderes hat sich überhaupt nicht bewahrheitet. Möglichen Trends sowie der Beziehung von Menschen und Unternehmen hat sich Trendforscher Matthias Horx im Rahmen seiner Keynote bei der karriere.session in Wien gewidmet.

Matthias Horx

Matthias Horx

Wer kann schon sagen, was die Zukunft bringt? Mit absoluter Sicherheit niemand, aber Trends im Auge zu behalten, das geht. Matthias Horx tut das mit dem Team des zukunftsInstitutes beruflich. Als Trend- und Zukunftsforscher hat er ständig auf dem Radar, was die Zukunft bringen wird. Bei der karriere.session im Wiener Sofitel hat er uns die Megatrends der Arbeitswelt von morgen näher gebracht und auch analysiert, was bisher nicht wie von vielen erwartet eingetreten ist. Drei dieser „Megatrend-Irrtümer“ streifen wir heute noch einmal, außerdem haben wir bei Matthias Horx noch zum Thema „Mythos Work-Life-Balance“ nachgehakt und gefragt, wie sich Arbeitgeber für die Zukunft rüsten müssen.

Zukunftstrends: Was wurde aus den Prognosen?

  1. Alle werden selbstständig
    Bereits vor Jahren wurde verkündet: Das Zeitalter der Lohnarbeit ist vorbei! Dabei ist das Gegenteil der Fall. Der Anteil jener, die projektbezogen oder als Freelancer arbeiten, ist zwar gestiegen – abhängige Arbeitsverhältnisse sind für die Mehrheit der Arbeitnehmer aber nach wie vor die Norm. Allerdings gibt es auch eine große Gruppe neuer Selbstständiger, die genau diese Abhängigkeit von einem einzelnen Arbeitgeber vermeiden möchte.
  2. Arbeit wird ortlos
    Arbeitsverhältnisse werden zwar immer flexibler, abseits vom Home Office erlebt der Treffpunkt Büro jedoch eine neue Renaissance. Unternehmen investieren wieder in attraktive Headquarter und holen die Mitarbeiter zurück ins Büro – und das macht Sinn: Neue Ideen generieren und Innovationen schaffen, das geht nur gemeinsam in der Gruppe – und zwar persönlich, nicht über E-Mails. Das klassische Großraumbüro mit Schreibtischreihen hat dabei aber ausgedient, ein „Creative Office“ muss es sein, mit Rückzugsmöglichkeiten und Kreativzonen. Das bringt Arbeitnehmer wieder zurück zu „Deep Work“: Wir lernen wieder, uns in Ruhe auf eine Sache zu konzentrieren. Schluss mit dem Mythos Multitasking, dazu sind wir laut Horx nämlich nicht geeignet.
  3. Mythos Work-Life-Balance
    „Die Idee, Leben und Arbeit ausbalancieren zu können ist Bullshit“, sagt Horx. Der Versuch, beide Bereiche zu trennen, würde paradoxerweise erst Recht zu Stress fühlen. Work-Life-Balance wird zur unerreichbaren Wunschvorstellung, denn Arbeit und Leben lassen sich nicht gegeneinander ausspielen.

Quo vadis Arbeitswelt?

Sie sagen, Work-Life-Balance sei ein Mythos: Wie gelingt dann die Vereinbarung von Arbeits- und Privatleben?

Horx: Bei Berufen, die nicht aus monotoner Arbeit bestehen, sondern beweglich sind, geht es darum, im Leben Entscheidungen zu treffen, die unwiderruflich sind. Einmal steht der Beruf im Vordergrund, ein anderes Mal das Privat- oder Familienleben. Es ist viel anstrengender, mit zwei überfordernden Situationen zurechtzukommen – z.B. im Halbtagsjob und in der Familie – als einer Sache Priorität einzuräumen: Ich nehme mich für eine bestimme Zeit aus dem Berufsleben heraus und mache nur Projektarbeit von zu Hause aus, um Zeit für die Familie zu haben. Im Grunde geht es darum, die Unbalance zu organisieren. Dazu gehört auch immer Chaos und die Tatsache, dass die Grenze zwischen Privat- und Berufsleben immer mehr verschwimmt. Wir müssen das Chaos umarmen, improvisieren und dürfen uns nicht schämen, eine Entscheidung für das eine und gegen das andere zu treffen. Wir müssen aber davon ausgehen, dass es auch Lebensphasen gibt, in denen wir beruflichen Sinn brauchen. Im Zentrum steht dann auch die Frage: Wer bin ich? Was ist meine Identität?

Flexibilität erfordert die Abkehr von Kontrolle und Abhängigkeit? Sind Unternehmen Ihrer Meinung nach schon ausreichend auf neue Arbeitsmodelle eingestellt?

Horx: Man muss hier unterscheiden zwischen Führung und Kontrolle. Kontrolle würde nur ausschließen, was nicht der Norm entspricht. Die klassische Form von „Command and Controll“ ist aufwändig: Sie müssen Kommandos nach unten tragen, dort müssen sie verstanden werden, dann geht es wieder retour und wird protokolliert. Bis dahin ist das Unternehmen vielleicht schon pleite. Ein Unternehmen, das in den verschiedensten inneren und äußeren Veränderungsprozessen steckt, muss dauernd Veränderung organisieren. Das geht auf Dauer nur mit Menschen, die das auch tun. Es ist eine Frage der Emanzipation der Mitarbeiter, die dann mehr Selbstverantwortung tragen und mehr Funktionen übernehmen. Nur dann kann die Führung auch abgeben. Die Frage ist, wie man das mit dem Empowerment der eigenen Mitarbeiter hinbekommt. Viele Firmen tun das erst, wenn es zu spät ist. Bis dahin haben sie jede Menge Opportunisten, die der Herde hinterhertrotten – das ist nicht sehr produktiv.

Abhängigkeit von einem Arbeitgeber auf der einen und selbstorganisiertes Arbeiten auf der anderen Seite – da muss es doch auch etwas dazwischen geben. Was müssen Unternehmen als Arbeitgeber anbieten, wenn Menschen nicht mehr 40 Stunden wöchentlich für ein Unternehmen arbeiten möchten?

Horx: Es geht um eine Individualisierung von Arbeitsverträgen und ein ganzes Spektrum, das angeboten wird. Wie in der Beziehungswelt, wo es eine Vielfalt an Ehe- und Partnerschaftsformen des Zusammenlebens gibt, müsste es das auch im Arbeitsleben geben: Abhängig beschäftigt, halb-selbstständig etc. Das lassen Arbeitsgesetze oft nicht zu. Die Tradition dieser Gesetze kommt ja aus einer höheren Gesellschaft, aus der Abhängigkeitsgesellschaft. Diese Art von Freiheit hat keine große Lobby, weil das Bedürfnis nach Sicherheit nach wie vor sehr groß ist. Die kreative Klasse hat keine Gewerkschaft. Start-ups und auch größere Unternehmen experimentieren ja schon mit diesen Formen – siehe Google, wo Mitarbeiter 20 Prozent ihrer Arbeitszeit in eigene Projekte investieren konnten – aber es geschieht oft unterschwellig. Man könnte das noch viel mehr fördern.

Megatrends – ein Fahrplan

Neugierig geworden auf die Megatrends und wohin die Reise führen wird? Einen ersten Fahrplan stellt das zukunftsInstitut unter der Leitung von Matthias Horx hier zur Verfügung. Darüber hinaus gibt es auf der Website noch jede Menge Artikel und Dossiers über das, was die Zukunft auch für die Arbeitswelt bereithält.

zukunftsInstitut Megatrends Map

Bildnachweis: Portraitbild Matthias Horx: Klaus Vyhnalek

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Berufliche Krisen und schwierige Lebenssituationen überwinden

Berufliche Krise überwinden

Von der existenziell bedrohlichen Krise des Jobverlustes bis hin zur Karriere, die sich seit Jahren einfach nicht vorwärtsbewegen möchte: Vor Krisen ist man auch im Berufsleben nicht gefeit. Verhindern kann man sie nicht immer, den Weg aus der Krise heraus kann man sich jedoch erleichtern. Wann wird ein Rückschlag zur Krise und wie bewahrt man sich Zuversicht und Gesundheit? Wir haben bei Karrierecoach Sonja Rieder nachgefragt.

Berufliche Krise: Wege aus dem Dilemma

Sonja Rieder

Sonja Rieder

Gestern noch im Büro, heute schon ohne Job. Auf Bewerbungen nur Absagen kassieren. Die lang erhoffte Beförderung doch nicht bekommen. Im Arbeitsleben geht es mal bergauf und mal bergab. Und im Fall einer Krise kann es sich auch so anfühlen, als befände man sich im freien Fall. Kann man trotz der ausweglos erscheinenden Situation wieder Zuversicht gewinnen und sich nicht unterkriegen lassen? Man kann! Karrierecoach Sonja Rieder über berufliche Krisen und was man sich von resilienten Menschen abschauen kann.

Worin besteht der Unterschied zwischen einer Krise und einem Rückschlag?

Rieder: Rückschläge sind weniger komplex. Sie sind Schwierigkeiten auf dem Weg zur Zielerreichung, allerdings erscheinen sie überwindbar. In den Auswirkungen sind sie begrenzt – einen Rückschlag muss ich zwar hinnehmen, aber danach geht es weiter. Krisen sind anders, mit ihnen verbunden sind richtige Ohnmachtsgefühle: Ich stecke fest. Ich fühle mich ausgeliefert. Ich weiß nicht mehr weiter. Ich sehe keinen Ausweg aus dieser Situation. Sprechen wir von Krisen im Berufsleben, sind das immer psychologische, innere Krisen – der Verlust des seelischen Gleichgewichtes. Man sieht sich mit Ereignissen konfrontiert, die man nur schlecht bewältigen kann.

Welche Arten der Krisen im Berufsleben gibt es, haben Sie ein paar Beispiele?

Rieder: Es gibt die großen, existenziellen Krisen, wie z.B. den Jobverlust. Was es auch oft gibt sind Entscheidungs- oder Ambivalenzkrisen. Dabei stehen Menschen oft vor einer Wahlmöglichkeit und tun sich schwer, eine Wahl zu treffen. Sie kommen mit Pro- und Kontra-Listen einfach nicht weiter und hängen in der Situation hilflos drin. Eine dritte Art der Krisen sind die Zielerreichungs- oder Entwicklungskrisen. Jemand macht eine postgraduale Ausbildung, weil er denkt, dass ihn das im Unternehmen weiterbringen wird, das tritt dann aber nicht ein. Ein anderes klassisches Beispiel: Ich rechne fest mit einer Führungsposition und dann wird daraus aber nichts. Bei diesen Krisen hat man Ziele, die man nicht wie geplant erreichen kann. Diese Entscheidungs- und Entwicklungskrisen werden nicht so bedrohlich wie existenzielle Krisen erlebt, belasten aber sehr.

„Resiliente Personen bringen eine positive Grundhaltung mit.“

Junge Menschen befinden sich beim Einstieg in die Arbeitswelt oft in einer Krise. Entweder, weil sie lange Zeit in prekären Arbeitsverhältnissen stecken oder, weil die Arbeitswelt eine andere ist, als die Ausbildungswelt. Plötzlich zählen nicht mehr Noten und Leistung alleine, sondern es kommen Faktoren wie gute Selbstvermarktung dazu. Später im Berufsleben können andere Krisen auftauchen. Nach der Karenz stehen Frauen oft vor dem Problem, dass ihr alter Job weg ist und das neue Angebot nicht mehr ihren Vorstellungen entspricht. Bei älteren Arbeitnehmern kann es sein, dass sie nach einem Jobverlust nur schwer wieder eine neue Anstellung finden oder sich aus einer schwierigen Jobsituation nicht befreien können, weil Perspektiven fehlen.

Manche Menschen stecken Krisen leichter weg als andere. Warum? Was kann man sich davon abschauen?

Rieder: Resiliente Personen haben gelernt, auf das Positive zu schauen. Sie haben sich eine spezielle Haltung zu eigen gemacht: Egal, wie schwierig es auch ist – ich versuche, das Beste aus der Situation zu machen. Sie bringen eine positive Grundhaltung mit, finden auch an unangenehmen Situationen positive Aspekte und wachsen über Widerstände hinaus. Das ist zum Teil erzieherisch mitgegeben, aber auch trainierbar.

Wie kann ich mir diese Haltung antrainieren?

Rieder: Jeder hat z.B. die Wahl, sich von negativem Gerede im Kollegen- oder Freundeskreis zu distanzieren. Aus solchen Situationen kann man sich bewusst zurückziehen oder in Gesprächen positive Aspekte aufzeigen. Ein weiterer Weg ist die Distanzierung von negativen Nachrichten: Nicht ausgerechnet vor dem Einschlafen noch einmal die Weltnachrichten konsumieren. Sehr viel kann man aus den Lebensgeschichten besonders resilienter Personen lernen: Wie können Menschen, die Schreckliches erlebt haben, dennoch das Positive im Leben oder in Menschen sehen? Die Auseinandersetzung mit solchen Lebensläufen kann stärken: Wenn jemand anderer das geschafft hat, dann kann ich das vielleicht auch schaffen.

Was tun, wenn ich mich plötzlich in einer Krise wiederfinde?

Rieder: Wichtig ist, dass man sich nicht zu sehr isoliert. Entweder fachliche Hilfe holen oder auch aus dem privaten Umfeld: Von der Familie, Freunden oder dem Partner. Ich erlebe oft, dass in Partnerschaften über Krisen nicht gesprochen wird. Dabei ist es sehr wichtig, sich auszutauschen. Außenstehende können andere Sichtweisen und Ideen einbringen. Von außen Inputs zulassen, das ist in Krisenzeiten besonders wichtig. Gut ist es auch, Abstand zu gewinnen: Auf Urlaub fahren oder wenn möglich eine Auszeit nehmen. Gut tun auch Ortsveränderungen oder ein Gang in die Natur.

Bis zu einem gewissen Maß kann man sich für Krisen bereits vorab wappnen, indem man sich auf deren Möglichkeit einstellt. Mir fällt auf, dass viele Menschen davon ausgehen, dass sich das Berufsleben gleichmäßig und linear entwickelt – wie ein ruhiger Fluss. Diese unrealistische Vorstellung kann dazu führen, dass Menschen unter Krisen dann mehr leiden, als notwendig wäre. Aber kaum eine Karriere kommt ohne Brüche, Schwierigkeiten oder Krisen aus. Hier hilft die Vorstellung, dass das Leben oft unvorhersehbar ist und man sich im Berufsleben auf so manchen Bruch einstellen muss. Vieles muss man sich auch erst erkämpfen, daraus können Krisen entstehen. Ist man auf solche Schwierigkeiten nicht eingestellt, trifft einen die Krise besonders hart.

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Acht Dinge, die gute Chefs niemals tun oder sagen würden

Was gute Chefs nie tun würden

Cholerischer Kontrollfreak oder ahnungsloser Konfliktvermeider: Diese beiden Typen hat niemand gerne zum Vorgesetzten. Davon abgesehen gibt es noch weitere Dinge, die üble Chefs auszeichnen. Heute deshalb eine Not-to-do-Liste für Führungskräfte und jene, die es noch werden wollen.

#1 Fehler verheimlichen

Was kein Arbeitnehmer tun sollte, sollte auch der Chef niemals machen: Versuchen, seinen Fehler einfach zu vertuschen oder jemand anderem in die Schuhe zu schieben. Der Versuch, sich unfehlbar zu geben, geht nämlich nach hinten los und kostet den Respekt und das Vertrauen des Teams.

#2 Ungeliebte Aufgaben einfach delegieren

Wie praktisch: Was man als Chef nicht selbst erledigen möchte, gibt man einfach an jemandem aus dem Team ab. Das geht vielleicht anfangs gut, danach kann man sich aber sicher sein: Das Team durchschaut diese Taktik sehr wohl.

#3 Nicht die Wahrheit sagen

Von der kleinen Notschwindelei bis hin zur ausgewachsenen Lüge: Wer sich als Führungskraft mit Unwahrheiten durchs Chefleben schlägt, verliert Respekt und Vertrauen seines Teams.

#4 Keinen Einblick ins Tagesgeschäft haben

Eine Führungskraft muss nicht alles wissen solange sie die Komptenz besitzt, sich notwendige Infos rasch besorgen zu können oder die richtigen Leute ins Boot zu holen. Was einen schlechten Chef oft auszeichnet ist die Tatsache, dass er vom Daily Business eigentlich keine Ahnung hat. Richtiges Einschätzen des Workloads oder im Notfall die Vertretung eines Mitarbeiters übernehmen? Für ahnungslose Chefs unmöglich.

#5 Negatives Feedback nur schriftlich geben

Unangenehme Neuigkeiten per E-Mail oder Kurznachricht zu kommunizieren scheint ein leichter Weg zu sein, ist jedoch ein großes No-Go. Besonders nach Kritik oder negativem Feedback ist es wichtig, als Führungskraft für weiterführenden Dialog zur Verfügung zu stehen. Außerdem: Aus schriftlicher Kommunikation können besonders leicht Missverständnisse entstehen.

#6 Angst vor Konflikten, Entscheidungen und Konkurrenz

Sägt da etwa jemand an meinem Chefsessel? So mancher schlechter Chef lebt in ständiger Angst. Angst vor der Konkurrenz, vor Konflikten oder großen Herausforderungen. Dann flüchtet er entweder oder geht zum Angriff über. Für jene Mitarbeiter, die er führt, beides keine angenehme Situation.

#7 Geheimnisse ausplaudern

Was in vertraulichen Gesprächen wie dem Mitarbeitergespräch besprochen wird, das sollten Führungskräfte niemals ausplaudern. Auch dann nicht, wenn es gut gemeint ist. Gleiches gilt für den Umgang mit Firmeninterna oder dem Wissen über Kunden oder Projektpartner.

#8 Auf Selbstreflexion verzichten

„Wie würde ich als Nicht-Führungskraft diese Situation empfinden?“ Gute Chefs wechseln regelmäßig die Perspektive und schlüpfen gedanklich in die Rolle eines Arbeitnehmers, der unter seiner Führung steht. Schlechte Führungskräfte tun das nicht – sie sind einfach nur der Boss.

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Direktansprache von IT-Talenten: Bitte kein Anruf aus der HR-Abteilung

Active Sourcing Fachkräfte IT

Jobinserate studieren? Fehlanzeige. IT-Talente möchten immer öfter von Arbeitgebern direkt kontaktiert werden. Der kleine Haken daran: Jede Anfrage muss individuell an den Kandidaten angepasst werden und sollte am besten nicht aus der HR-Abteilung oder von einem Headhunter kommen.

IT-Talente, die kurz vor ihrem Studienabschluss stehen, gehen selbstbewusst an die Jobsuche heran, das geht aus einer aktuellen Studie durch get in it und der HTWK Leipzig hervor. Befragt wurden mehr als 1000 deutsche Berufseinsteiger und Young Professionals, wie sie zum Thema Jobsuche und Berufsstart stehen. Erkenntnisse, die sicher auch für den österreichischen Arbeitsmarkt interessant sind:

Aktive Kontaktaufnahme sehr erwünscht

Sie sind auf dem Arbeitsmarkt begehrt und das wissen sie auch: Der Großteil der befragten IT-Talente – abschlussnahe Absolventen und Young Professionals gleichermaßen – möchte direkt mit Jobangeboten kontaktiert werden. Mit einem Anruf aus der Personalabteilung ist es aber nicht getan.

  • Bitte nicht anrufen! Arbeitnehmer in der IT bevorzugen die Kontaktaufnahme per E-Mail, nachdem Arbeitgeber auf Jobportalen auf sie aufmerksam wurden. Möchten sie selbst mit einem Arbeitgeber in Kontakt treten, wählen sie ebenfalls die E-Mail als Kommunikationsmittel.
  • IT-Talente haben eine klare Vorstellung davon, von wem sie kontaktiert werden möchten. Wunsch und Realität klaffen hier weit auseinander. Die Hälfte der Befragten wurde bereits einmal von einem Headhunter angesprochen, 65 Prozent von der Personalabteilung eines Unternehmens. Wer aus der Menge der Kontaktanfragen hervorstechen möchte, muss die Sache jedoch anders angehen: 62 Prozent der IT-Nachwuchskräfte möchten sofort mit jemandem vom Fach sprechen und von einem Mitarbeiter aus dem IT-Department kontaktiert werden. Für 35 Prozent ist eine Anfrage aus der Personalabteilung völlig okay. Anfragen von Headhuntern stehen bei nur drei Prozent in der Gunst.
  • Was macht eine gute Ansprache aus? Sowohl für latent als auch für aktiv Jobsuchende, muss eine Ansprache auf ihre spezifische Situation eingehen. „Die Anfrage muss fachlich zu den Angaben in meinem Lebenslauf / in meinem Profil passen“ – das ist vor allem Wunsch jener, die nicht aktiv nach einem Job suchen, aber auf Jobportalen präsent sind.
  • Gute fachliche Entwicklungsmöglichkeiten sind IT-Talenten bei der Wahl eines Arbeitgebers besonders wichtig. Diese Perspektiven sollten deshalb bereits in der ersten Ansprache kommuniziert werden.
  • Rund die Hälfte der aktiv und passiv Suchenden möchten einen Job bei einem Arbeitgeber, dessen Werte zu ihnen passen.

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Vergesslich? Vergiss es! 3 Methoden vom Gedächtnismeister

Gedächtnistraining

Wo ist der Schlüssel schon wieder? Hab ich mit der Kollegin schon über das neue Projekt gesprochen? Und wo ist eigentlich der Schlüssel? Warum vergessen wir (und das gefühlt ständig…)? Der Arbeitsalltag und ganz bestimmt auch das restliche Leben wären doch so viel einfacher, würde sich unser Gehirn nicht manchmal auf ominöse Weise scheinbar willkürlicher Erinnerungen entledigen. Kann man dagegen nicht ankämpfen und sich ein Superbrain antrainieren? Gedächtnisweltmeister Boris Nikolai Konrad erklärt in seinem Buch „Alles nur in meinem Kopf – Die Geheimnisse unseres Gehirns“ wie unser Kopf funktioniert und hat eine gute Nachricht: „Ein gutes Gedächtnis ist erlernbar!“ – 3 Methoden dazu:

Wir nutzen es jeden Tag, vergessen dabei aber oft, dass man es auch pflegen sollte: Unser Gehirn. Es leistet unglaublich viel – wie das alles genau funktioniert, konnte selbst beim heutigen Stand der Wissenschaft noch nicht zu einhundert Prozent erforscht werden. Wie gut unser Hirn trotz manch sonderbarem Fehler funktioniert, merkt man beispielsweise, wenn man bewusst versucht, etwas zu vergessen. Und dabei kläglich scheitert.

Wenn du zu den Menschen gehörst, die ihr Handy dreimal täglich verzweifelt suchen, haben wir gute Neuigkeiten für dich: „Dass die eine oder andere Information mal verloren geht, ist ganz normal. Das ist auch gut so“, meint der Hirnforscher und Gedächtnisprofi Boris Nikolai Konrad. Das Vermögen unseres Gehirns, sich ständig anzupassen, Dinge zu interpretieren und neu zu assoziieren ermöglicht uns nämlich jene genialen Fähigkeiten, die ein Computer beispielsweise niemals haben kann. Ab und zu mal den Schlüssel zu verlegen ist dafür ein geringer Preis.

„Memory is everything. Without it we are nothing.“ Eric Kandel, Gedächtnisforscher

Konrads Buch ist kein Trainingsbuch, sondern vielmehr ein Versuch der breiten Masse verständlich zu machen, was unser Gedächtnis alles kann, um damit besser umzugehen. Ein paar gute Tipps liefert er trotzdem (siehe unten). Der Autor möchte außerdem mit dem weitverbreiteten Halbwissen über unsere grauen Zellen aufräumen: „Es kursieren einige Falschinformationen über unser Gehirn, etwa dass es kreative Hirnhälften und weniger kreative gäbe oder dass 90 Prozent der Hirnfläche brach lägen und erst geweckt werden müssten.“

Aber warum vergessen wir?

gedächtnis trainieren

Boris Nikolai Konrad

Diese Frage zu beantworten ist recht komplex. Ein Ansatz, um das Vergessen zu erklären, ist jedenfalls, dass wir nicht nur ein Gedächtnis haben, sondern mehrere – etwa ein prozedurales, mit dem wir uns Abläufe merken (z.B. wie Radfahren funktioniert), ein autobiographisches, das Episoden aus dem eigenen Leben speichert (ich kann mich erinnern, in welchen Ländern ich auf Urlaub war etc.) und ein prospektives Gedächtnis, dass uns auch in der Zukunft Ereignisse wie Weihnachten nicht vergessen lässt. Weil hier unglaubliche Mengen an Informationen verknüpft sind und unser Gehirn immer wieder neu bewerten muss, was relevant und was weniger relevant ist, können diese eben auch verloren gehen (hinzu kommen noch einige andere Gedächtnismodelle wie Ultrakurzzeit-, Kurzzeit- und Langzeitgedächntis).

Menschen sind ganz unterschiedlich und so können es auch ihre Gedächtnisse sein. Es gibt beispielsweise Menschen, die ein außergewöhnlich gut ausgeprägtes autobiographisches Gedächtnis haben und sich an jeden einzelnen Tag ihres Lebens erinnern können („Am 2. März 1998 habe ich eine graue Jeans und einen hellblau gemusterten Pullover getragen und zum Frühstück ein hart gekochtes Ei mit zwei Stück Roggenbrot gegessen“). Beim Namenmerken oder beim Lernen für die Schule sind diese allerdings oft nicht besser als andere.

Wie du dir mehr merken kannst

Unser Speicher für episodisches Denken ist generell riesig – das betrifft alles, was wir erlebt und gesehen haben, Assoziationen und Emotionen. Die Gedächtnissysteme jedoch, die Fachwissen, komplizierte Inhalte, Namen oder ganze Vorträge behalten sollen, sind dagegen eher klein. Gedächtnistechniken arbeiten nun damit, andere Gedächtnissysteme für merkbare Inhalte zu öffnen und zu engagieren, sodass du dir etwa den halbstündigen Vortrag mit vielen Fachbegriffen und Zahlen besser merken kannst. Mit den folgenden 3 Methoden von Gedächtnismeister Konrad und ein wenig Übung sollte es in Zukunft besser funktionieren:

3 Methoden vom Gedächtnisprofi

#1 Think Positive! Mit Priming zum Erfolg

„Was trinkt die Kuh?“ Wer diese Scherzfrage nicht kennt und schnell antworten soll, antwortet meist „Milch“. Die Kuh produziert Milch, trinkt selbst aber Wasser. Weil wir mit den Begriffen Kuh und trinken aber Milch verbinden, ist es das erste, was uns in den Kopf kommt. Dieser Effekt namens Priming, der auch in der Werbung gerne eingesetzt wird, kann fürs eigene Verhalten gewinnbringend genutzt werden: Denkst du vor einer öffentlichen Rede etwa an ein Erfolgserlebnis, kann dein Gehirn unbewusst schneller auf die für weitere Erfolge wichtigen Informationen zugreift. Hinter dem bekannten Motto „Denk positiv!“ steckt insofern auch ein bisschen angewandte Hirnforschung.

#2 Die Schlüsselwortmethode – Sprachen lernen leicht gemacht

In Bildern zu denken ist das Grundrezept der Methode, andere Gedächtnissysteme für merkbare Inhalte zu öffnen. Um sich Vokabeln einer Fremdsprache besser merken zu können, arbeitet man hier mit ganz konkreten Bildern. Suche dir für das zu merkende Wort ein Bild (oder mehrere Bilder), das so ähnlich klingt und das du dir gut vorstellen kannst. Dieses Bild wird dann mit der tatsächlichen Bedeutung verbunden:

Spanisch manzana [mannsahna] / Deutsch Apfel
Schlüsselwörter: Mann + Sahne. Bild: Ein Mann sprüht Sahne auf einen Apfel und isst ihn genüsslich.

Niederländisch vakantie / Deutsch Urlaub
Schlüsselwort: vakant. Bild: Vielen Holländern gefällt es im Urlaub so gut, dass sie nicht zurückkommen. Ihre Stellen sind dann vakant.

Konrad empfiehlt fürs weiterführende Training die App Memrise.com.

#3 Routenmethode – für lange To-do-Listen oder komplexe Vorträge

Die sogenannte Loci-Methode oder auch „Gedächtnispalast“ genannt, ist ein Klassiker und funktioniert so: Du versuchst, dir einen Weg oder eine Abfolge von Wegpunkten einzuprägen und dort Dinge, die du dir merken möchtest, bildhaft abzulegen. Stell dir zum Beispiel deine Haustür vor (Es soll jedenfalls ein Ort sein, an dem du dich gut auskennst). Überleg dir, wie du nach Hause kommst und die Tür aufmachst. Was siehst du? Eine Vase, eine Garderobe oder ein Schuhregal,– egal, was es ist, nutze die dir bekannten Gegenstände in deiner Wohnung und lege dir eine Route mit 50 Wegpunkten (das ist laut Konrad eine gute Anzahl, auch für Anfänger). Also die Vase als Punkt 1, die Garderobe als Punkt 2 etc. Aufschreiben ist erlaubt, aber nur als Hilfe.

Tipp: Statt dem Aufschreiben nach 10 Punkten die Augen schließen und alle bisherigen Punkte wiederholen. Wenn du alle 50 durch hast, solltest du diese so gut verinnerlichen, dass die Route sitzt – für diese 50 Wegpunkte ist etwa 1 Stunde einzuplanen. Jetzt kannst du diese Route mit beliebigen Begriffen verknüpfen, die du dir merken möchtest – etwa deine Einkaufsliste: Klopapier, Zahnpasta, Milch etc. Die einzelnen Begriffe ordnest du den einzelnen Wegpunkten zu. Je lustiger die Bilder ausfallen, umso leichter wirst du sie dir merken: Die Vase ist mit Klopapier eingewickelt, die Garderobe von der Zahnpasta verschmiert etc. Komplexere Begriffe, die selbst noch nicht bildhaft sind, können wiederum mit der Schlüsselwortmethode (siehe oben) verbunden werden – ein Wort erinnert dich schließlich an den eigentlichen Begriff. Und dann: wiederholen, wiederholen, wiederholen. Bei dieser Methode muss definitiv ein wenig Vorarbeit geleistet werden, damit die Sache funktioniert. Gedächtnisrouten müssen angelegt werden und das braucht seine Zeit. Sitzt deine Route, kannst du sie aber immer wieder aufs Neue belegen (mit ein wenig zeitlichem Abstand, um nicht durcheinander zu kommen).

Generell gilt bei allen Gedächtnismethoden: Je mehr man trainiert, umso schneller und besser wird man und kann richtig davon profitieren.

 

GewinnspielGedächtnistraining Buch

Du willst auch zum Superbrain werden? Wir verlosen 3 Exemplare von „Alles nur in meinem Kopf – Die Geheimnisse unseres Gehirns“. Für die Teilnahme bis einschließlich 15. Oktober 2017 eine Mail mit dem Betreff „Alles nur in meinem Kopf“ samt Postadresse an marketing@karriere.at senden. Die Bücher werden unter allen Einsendungen verlost – der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner werden per E-Mail verständigt.

Zur Person

Boris Nikolai Konrad ist mehrfacher Gedächtnisweltrekordler (vier Guinness-Weltrekorde) und als „Deutschlands Superhirn“ gern gesehener Fernsehgast und Vortragender. Als promovierter Neurowissenschaftler erforscht er zudem außergewöhnlich gute Gedächtnisleistungen, derzeit am Donders Institute in Nijmegen (NL). Zum Superbrain wurde er nicht, weil er während seinem Physikstudium von einer radioaktiven Spinne gebissen wurde (das behauptet er gerne bei Interviews, natürlich mit einem zwinkernden Auge), sondern weil er sein Gehirn gezielt trainierte.

 

Bildnachweis: UfaBizPhoto/Shutterstock; Ariston Verlag

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TED-Talks: Von der Quarter Life Crisis zur Patchwork-Karriere

Empfehlenswert: 4 gute TED-Talks

Millennials in der Sinnkrise, Generalisten auf der Suche nach beruflicher Bestimmung, Zielerreichung für passionierte Träumer und Strategien, um aus Sorgen positive Gedankengänge zu formen: Vier TED-Talk-Empfehlungen für etwas Inspiration zwischendurch.

Quarter Life Crisis?

Du bist in deinen 20ern oder 30ern und dich plagt vor allem die Frage: Was nur anfangen mit meinem Leben? Dann steckst du vielleicht in einer Quarter Life Crisis. Was es damit auf sich hat, warum gerade Millenials von der schier unendlichen Wahlmöglichkeit an Lebensentwürfen und Karrieren überfordert sind und wie du herausfindest, was für dich im Leben zählt:

„What you tolerate, you worry about“

Würdest du eine Anzahlung auf ein Haus leisten, dass du niemals besitzen wirst? Sicher nicht. Warum sorgst du dich dann um Dinge, die niemals eintreten werden? Ein spannender und unterhaltsamer TED-Talk über all die Sorgen, die wir uns völlig unnötig machen und wie du aus Sorgen erfreuliche Gedanken machst.

Große Ziele erreichen

Stephen Duneier war ein unkonzentriertes Schulkind mit eher bescheidenen Noten. Auch heute kann sich nur schwer über einen längeren Zeitraum auf etwas konzentrieren. Trotzdem hat er in seinem Leben schon sehr viele große Ziele erreicht. Du hast ambitionierte Ziele, aber tust dir ebenfalls schwer, an einer Sache dranzubleiben? Dann lass dich von Stephen inspirieren:

Schaff dir deine eigene Insel

Sich auf ein Gebiet spezialisieren, einen Job wählen, sich für eine berufliche Laufbahn entscheiden – sogenannte Generalisten tun sich damit besonders schwer. Sie fühlen sich in ihren Jobs meist fehl am Platz und wählen die Karriere, die für sie das kleinste Übel darstellt. Würden sie ihr Potenzial voll ausschöpfen, könnten sie sich als Innovatoren, Leader und Kreatoren selbst verwirklichen. Gute Inputs für alle, die sich oft fehl am Platz fühlen und eine kleine Starthilfe brauchen:

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Filterkaffee vs. Cappuccino: Die Kaffeevorlieben der Österreicher

Er ist Muntermacher, Seelenschmeichler, Tröster und aus heimischen Büros nicht wegzudenken – der Kaffee. Am 1. Oktober ist wieder Internationaler Tag des Kaffees, wobei: Für bekennende Koffeinoholiker ist jeder Tag ein Feiertag des schwarzen Goldes.

Dem Thema Kaffee und seinem Genuss hat sich ein aktueller Kaffee-Report gewidmet. Dafür wurden rund 3.000 Personen in Österreich, Deutschland, Tschechien, Polen und der Schweiz zum Thema Kaffee befragt. Österreich behält seinen Ruf als Kaffeenation zu Recht. Mehr als 7 Kilogramm Kaffee werden pro Kopf und Jahr konsumiert. Vor uns liegen nur noch die Niederlande und skandinavische Länder. Und hier noch ein paar Fakten aus Österreich:

  • Die Mehrheit der Österreicher schätzt das Heißgetränk: 24 Prozent der Kaffee genießenden Österreicher trinken pro Tag eine Tasse. 54,3 Prozent gönnen sich mehrmals täglich einen Kaffee.
  • Kaffee schmeckt am besten in einem Moment der Stille, das sehen 47 Prozent der Österreicher so.
  • Wenn jemand auf Kaffee verzichtet, tut er das meist aufgrund des Geschmacks (61,3 Prozent). 17,7 Prozent geben an, dass Kaffee die Zähne verfärbt – daher ihr Verzicht darauf.
  • Geschmack ist aber auch der Hauptgrund dafür, warum die Österreicher zum Kaffee greifen. Außerdem verleiht er Energie, wärmt, entspannt und belebt die Sinne.
  • Wärme, Liebe, Energie, Freude und Geborgenheit – das ist die Top 5 der Begriffe, die Österreicher mit Kaffee assoziieren.
  • Filterkaffee adé: In der Gunst der österreichischen Kaffeefans stehen andere Kreationen. Cappuccino rangiert auf Platz 1 – beinahe die Hälfte der heimischen Kaffeetrinker genießen regelmäßig den italienischen Klassiker. Danach folgt Espresso, dann verschiedene Arten von Milchkaffee. Erst auf Platz 4 kommt der Filterkaffee. Den trinken 30 Prozent der Kaffeegenießer regelmäßig. Die deutschen Nachbarn greifen auf Filterkaffee öfter zurück – 65 Prozent trinken ihn regelmäßig.

Wer Büro sagt, der muss auch Kaffee sagen

Infografik Kaffee

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